Orphan Black – Staffel 5

Versucht es gar nicht erst, in der fünften Staffel in Orphan Black einzusteigen; es ist hoffnungslos. Zur Hölle, es ist eigentlich hoffnungslos, mit dieser Staffel loszulegen, ohne die vierte Staffel noch frisch im Gedächtnis zu haben, denn die erste Folge beginnt damit, dass die verschiedenen Klone in sehr unterschiedlich dramatischen Situationen sind: Sarah liegt allein im Wald, blutig und verletzt, Cosima wacht in einem seltsamen Lager in einer Jurte auf, Alison campt mit ihrem Mann und Helena irgendwo in der Pampa – und Dyad-Schergen sind allen gleichermaßen auf der Spur. Und das sind nur die klar umrissenen Umstände der ersten Folge. Mit seiner letzten Staffel geht das SciFi-Drama von BBC America noch einmal rückwärts durch seine ganze Geschichte – alte Bekannte tauchen auf, bekannte Häuser werden bezogen, Allianzen verschieben sich. Und alles kreist zunächst um PT Westmorland, den angeblich 170 Jahre alten Gründer von „Neolution“, der auf einer abgelegenen Insel für eine neue Zukunft der Menschheit und vor allem für Lebensveränderung forscht und intrigiert. Es ist, wie stets, eine Freude – eine komplexe Science-Fiction-Geschichte ohne Superkräfte und absurde Handlungssprünge; Tatiana Maslany glänzt wieder als Sarah, Cosima, Alison usw., und das Ensemble strahlt nicht minder. Das einzige Problem der Serie ist an diesem Punkt womöglich, dass zu viele Handlungsstränge zusammenkommen, verwoben sind und aufgelöst werden müssen. Was Orphan Black in seinen ersten beiden Staffeln so großartig machte – die Interaktionen und dramatischen Momente zwischen den Figuren, vor allem den Klonen –, ist am Anfang dieser Staffel zuweilen auf Dialoge beschränkt, die allein der Exposition und Handlungsentwicklung dienen. Das wird zum Ende hin wieder besser – in Vorbereitung eines möglichst befriedigenden Finales. Und vielleicht Sprungbretts: Maslany jedenfalls dreht jetzt mit Karyn Kusama und Nicole Kidman einen Thriller [Destroyer kommt hoffentlich auch bald ins Kino.]. Ich kann‘s kaum erwarten.

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.

Elementary – Staffel 5

Sherlock Holmes (Jonny Lee Miller) und seine Kollegin und Partnerin Joan Watson (Lucy Liu) haben auch nach all diesen Jahren immer noch reichlich Fälle in New York zu lösen. Verkompliziert werden die einzelnen Fälle diesmal unter anderem dadurch, dass Watson Shinwell Johnson (Nelsan Ellis) helfen möchte. Vor vielen Jahren, noch als Chirurgin, hat sie ihn wegen seiner Schusswunden behandelt; inzwischen hat er sich von der Straßengang losgesagt, der er damals angehörte. Nun fällt es ihm schwer, Arbeit zu finden und Sicherheit zurückzugewinnen; aber Watson möchte ihm helfen und überlegt sogar, ihn ihrerseits zum Detektiv auszubilden. Holmes hat allerdings ganz andere Vorstellungen von einer Zusammenarbeit mit ihm…

Die radikale Modernisierung der Geschichten um Holmes und Watson, die Elementary vorgenommen hat, funktioniert auch in der fünften Staffel noch. Anders als die britische Sherlock mit ihren wenigen, elaborierten und filmlangen Folgen legt die amerikanische Variation ihren Fokus mehr auf die vielen Kriminalfälle – in der Regel wird je Folge auch ein Verbrechen aufgeklärt – als auf den alles überspannenden Handlungsbogen. Sherlock ist hier weniger überbegabter Autist, sondern eher ein stets unter Spannung stehender, immer in Bewegung befindlicher Berserker der Arbeit, der seine Energie nur mühsam in diesem bis an den Hals zugeknöpften Körper halten kann, dem die Drogen eben auch mal kurzfristig Erleichterung gaben und der sie nun verzweifelt von sich fern zu halten versucht; und Millers Interpretation dieser leicht linkischen Figur mit den überdeutlich akzentuierten Wörtern gräbt eine ganz eigene Furche in die Kulturgeschichte des Sherlock Holmes ein.

Und damit gelingt der Serie allerdings das Kunststück, dass die einzelnen Fälle und ihre nach wie vor feinziselierten, wenn auch nicht immer präzise ausgearbeiteten Lösungen zurücktreten hinter die Sorgen und Konflikte der Figuren, vor allem Holmes und Watson, die man über Jahre mit allen ihren Kanten kennengelernt hat. Wow.

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.

iZombie – Staffel 3

Lässt man die Zombies einmal raus in die Welt, sind sie kaum noch einzufangen. Das ist das Grundprinzip aller Zombiefilme, bei denen die Apokalypse entweder gerade beginnt (und sich meist explosionsartig ausbreitet) oder schon vorüber ist – so oder so sind die Untoten letztlich qua Überzahl die Herrscher der Welt, immer auf der Suche nach noch warmen menschlichen Körpern oder Gehirnen. iZombie hat von der ersten Folge an dieses Ausbreitungsszenario bis zum Stillstand retardiert, um erst einmal größtmögliche humoristische und kriminalistische Funken aus dem Status Quo zu schlagen: Als freches, „snarky“ im eigentlichen Sinne, Genre-Crossover zwischen Horror, Komödie und Polizeiserie.

Aber im Hintergrund schwelte immer mehr der Konflikt: Was untot ist, will Welt beherrschen. Dabei ist es weniger der Hunger nach BRRRAAAIINNNSS, der sie antreibt, nein, für manche geht es ganz banal um Gewinn, ums Geld – sie beschaffen Gehirne für die hungrigen Zombies, und wenn es nicht genug Nachfrage gibt, dann erschafft man sich halt neue… In dieser dritten Staffel deutet zunächst alles daraufhin, dass es so eine Weile friedlich weitergehen könnte, aber die Zombie-Söldner des Unternehmens Fillmore-Graves werden gezielt unter der Prämisse trainiert, dass irgendwann der Tag kommen müsse, an dem Zombies von der Öffentlichkeit entdeckt – und als Bedrohung wahrgenommen werden.

Derweil löst die Ärztin Liv (Rose McIver) mit ihrem Kollegen Ravi (Rahul Kohli) und dem Polizisten Clive Babineaux (Malcolm Goodwin) weiterhin Kriminalfälle – und muss von mehreren Seiten die Frage angehen, wie sich die Apokalypse möglicherweise doch noch verhindern lässt. Das kommt zwar in der Staffelmitte mit einigen Längen daher, nimmt dann aber zum Ende und zum ziemlich heftigen Finale Furioso dann doch wieder sehr, sehr deutlich an Fahrt auf. Die Fortsetzung läuft schon, in den USA und hierzulande hie und da im Stream.

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.

Der Untergang des Römischen Reiches (1963)

Alles an diesem Film ist aufwändig, alles mächtig: Die Kostüme, die Kulissen, die Gesten und natürlich der geschichtliche Zugriff. Der Untergang des Römischen Reiches trägt das Monumentale gewissermaßen schon in seinem Titel, auch wenn er zu den Filmen gehört, mit denen das Subgenre des Sandalenfilms in den 1960er Jahren seinen Höhepunkt erreichte und eigentlich schon überschritt. Kaiser Mark Aurel will nicht seinen Sohn Commodus zu seinem Nachfolger machen, sondern dessen besten Freund Livius. Bevor es dazu kommt, wird er jedoch ermordet, und der größenwahnsinnige Commodus übernimmt die Macht und führt so, Stück für Stück, den Untergang des Imperiums herbei. Livius dient ihm weiter, auch wenn er seine große Liebe, Commodus‘ Schwester Lucilla, nicht heiraten konnte… Um historische Akkuratesse geht es dabei, wen wundert’s, schon wesentlich weniger, weder bei Kostüm und Kulisse noch bei überhaupt den Figuren (außer den ganz zentralen) und Ereignissen. Aber natürlich ist der Film eine Pracht, strahlend durch Goldbeschläge und u.a. die Juwelen Sophia Loren, Alec Guiness, Stephen Boyd, James Mason und Omar Sharif – auch wenn die über dreistündige Geschichte für heutige Augen oft langatmig und fast behäbig erscheinen mag. Eleganter als Gladiator ist das aber immer noch.

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.

Life (2017)

Fremde Lebensformen aus dem All, das weiß man nicht erst seit Alien, sollte man nicht zwingend als niedlich-friedlich betrachten. Und spätestens seit Jeff Goldblum in Jurassic Park konstatierte: „Life finds a way“, sollte man gleich doppelt, ach was, dreifach vorsichtig sein. Dem wissenschaftlich ausgebildeten Astronauten-Team in Life darf man zugestehen: Damit hatten sie durchaus gerechnet. Der Mikroorganismus, den sie aus einer Bodenprobe vom Mars isolieren können, wird deshalb ordentlich in einem isolierten Labor studiert, direkt in der ISS, weit von der Erde entfernt. Nur entwickelt „Calvin“, wie das Lebewesen getauft wird, sich ganz anders als bekannte Lebensformen – schneller, rabiater und, wir haben es schließlich mit einem Horrorfilm zu tun, tödlicher. Er schlenzt sehr schnell durch die vorgesehenen Schleusen hindurch und in andere Teile der Raumstation, sogar raus ins All und zwischendurch halt auch in Astronautenkörper hinein und wieder hinaus. Das tut ihm gut, den betroffenen Astronauten weniger.

Das Problem an Life sind nicht die erfreulich internationalen Darsteller – allerdings bleiben ihre Figuren insgesamt leblos, ihre Beziehungen kursorisch und behauptet. Das Problem sind auch nicht die etwas gedehnten 104 Minuten Laufzeit, sondern der Umstand, dass er halt bei aller technischen Eleganz und mit einem Hauch von Realitätsbezug dann doch vor allem schon gut Bekanntes mischt. Ein wenig, man ahnt es schnell, ALIEN, ein wenig Body Horror, etwas Drama außerhalb der Raumstation, gewürzt mit Explosionen, Luftschleusen und dergleichen. Bemerkenswert ist natürlich schon, wie überzeugend die Bewegungen in der Schwerelosigkeit wirken – das in Tröpfchen herumwabernde Blut hingegen hat jedoch eine ganz starke CGI- Aura. Das hätte alles was werden können, aber dafür braucht es doch etwas mehr Originalität und Figuren, mit denen man mitfiebert. Das Schicksal der Menschheit reicht da anscheinend nicht.

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Dr. Zyklop (1940)

Man kennt und nennt den Namen von Ernest B. Schoedsack viel zu wenig. Dabei hat der Regisseur mit King Kong und die weiße Frau Filmgeschichte geschrieben und auch danach aber noch sechszehn Jahre lang fleißig Filme gedreht. Im April 1940 startete sein vorletzter Film, Dr. Zyklop, in den amerikanischen Kinos – eine wilde Science-Fiction-Abenteuergeschichte aus dem dunkelsten Peru. Dort stößt ein kleines Team von Wissenschaftlern auf den exzentrischen Dr. Thorkel, der ihre Hilfe benötigt – aber nur für ein kleines Detail seiner eigenen Forschungen. Dass er sie alsbald rüde wieder fortschicken will, weckt das Misstrauen seiner Kollegen – und bald finden sie heraus, dass Thorkel Lebewesen mit radioaktiver Strahlung auf Miniaturgröße verkleinert. Das Drama entwickelt sich von dort aus in relativ vorhersehbarer, genre-typischer Art und Weise; allerdings nicht ohne einen beglückenden, spürbar selbstironischen Unterton. Damit, vor allem aber mit der Qualität seiner Spezialeffekte, die sich problemlos mit den Tricksequenzen aus dem 17 Jahre jüngeren Die unglaubliche Geschichte des Mr. C messen können, ragt Dr. Zyklop aus der Masse ähnlicher Produktionen heraus – und ist seiner Zeit deutlich voraus.

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Dr. Cyclops Official Trailer #1 – Charles Halton Movie (1940) HD

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Der Spion und sein Bruder (Brothers Grimsby, 2016)

Zwei Brüder, als Kinder getrennt. Der eine, Norman, landet am Rande der Gesellschaft, prollig, direkt, gut aufgehoben in seiner ungebremsten Lust am Fussball, an seiner Frau, am Alkohol, ungefähr in dieser Reihenfolge. Der andere, Sebastian, wird gepäppelt und unterrichtet und ist nun der beste Spion und Killer im Auftrag ihrer Majestät – alles für Königin und Vaterland. Eher zufällig treffen die Gebrüder Grimsby als Erwachsene aufeinander, und weil Norman den Verlust von Sebastian nie verwunden hat, hängt er sich ihm an die Fersen und lässt nicht mehr los. Also bricht Chaos aus. Sasha Baron Cohen als Norman und Mark Strong als hochpräziser Hit-Man sind schon eine hübsche Kombination, und Louis Leterrier ist natürlich der richtige Mann, um dem Film ein paar knackige Actionszenen zu geben. Ob man aber das Gesamtkunstwerk goutieren mag, ist wohl absolute Geschmackssache. Denn Cohen und Strong reiten hier durch ein Feuerwerk fieser Kalauer und vor allem derbsten Gross-Out-Humors, bei dem keine Körperausscheidung unberührt und unbenannt bleibt, keine Körperöffnung unpenetriert. Es wird nonchalant getötet und mit Lust über Lüste gesprochen. Vor allem Norman hat da keinerlei Inhibitionen – dafür muss man sich begeistern, sonst wirkt es spätestens im letzten Drittel doch recht schal.

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The Brothers Grimsby – Official Trailer (HD)

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Die Bestimmung – Allegiant (The Divergent Series: Allegiant, 2016)

Was gäbe es für Möglichkeiten, wenn sich auf einmal eine neue Welt auftut! Aber die neue Herrin über Chicago, die nach dem Kampf der Fraktionen untereinander in den ersten beiden Filmen der Bestimmung-Dystopie nun wieder Ordnung und Ruhe herzustellen versucht, lässt erst einmal das Tor schließen, das sich im Zaun um die Stadt herum aufgetan hatte. Einen ruhelosen Geist kann das freilich nicht stoppen. Und so macht sich alsbald „Tris“ Prior (Woodley) mit ihrem Bruder und ihren treuen Freunden auf den Weg um herauszufinden, was da draußen liegt.

Man kann schon mal sagen: Erst einmal eine Enttäuschung, und dann noch eine größere Enttäuschung. Zuerst ist da eine nicht nur öde, sondern auch noch giftige Wüste. Und irgendwo dahinter wartet Jeff Daniels als Leiter eines Forschungs-Außenpostens, von dem wir aus irgendwelchen Gründen glauben sollen, dass er wichtig genug für extrem schicke architektonische Sperenzchen sei.

Die Geschichte nimmt dann recht gemächlich ihren sehr vorhersehbaren Lauf: Hinter der Fassade dieser Einrichtung ist auch nicht alles so gut und richtig, wie alle tun; aber obwohl die Handlung des dritten Buchs von Autorin Veronica Roth auf zwei Filme gestreckt wurde, schafft Robert Schwentke es nicht, die zwei Stunden mit mehr als Oberflächlichkeiten zu füllen. Kein Wunder also, dass Film vier zwar wohl produziert, aber nicht mehr ins Kino gebracht, sondern gleich für kleinere Bildschirme geplant wird.

Vielleicht findet er so sein Publikum sogar effektiver.

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The Divergent Series: Allegiant Official Teaser Trailer – “Beyond The Wall”

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High-Rise (2016)

Mitte der 1970er Jahre, da glaubt man noch an den Fortschritt, an technokratische Utopien. An Beton. Also: ein Hochhaus. Robert Laing (Tom Hiddleston) ist Arzt und sucht die Einsamkeit in Komfort, perfekt erscheint da also dieser neue Komplex, der erste von mehreren, die ein Architekt (Jeremy Irons) in die Landschaft stellen will – ein Haus, das man eigentlich nicht mehr verlassen muss, mit Fitnessräumen, Supermarkt, Schwimmbad. Irgendwann geht Laing weniger zur Arbeit, und da ist er nicht allein, während das Zusammenleben immer mehr aus den Fugen gerät; zunächst versagen nur kleine Dienste, der Strom bricht ab, die Aufzüge fahren nicht mehr. Und dann geraten die zahlreichen Feiern zu gewalttätigen Orgien, die feine Gemeinschaft besinnt sich auf ihre basaleren Instinkte…

High-Rise, nach einem Roman von J.G. Ballard, ist eine seltsame, nichtnarrative Dystopie, deren einzelne Zerstörungsstufen sich hier mehr assoziativ einstellen als wirklich erklärt würden; dass im Hintergrund immer wieder Margaret Thatcher ihre politischen Positionen dient eher dazu, dem Film einen politischen Anstrich zu geben, der sich dann nicht wirklich ein- oder wenigstens in der Erzählung auflöst. High-Rise taugt weniger als gesellschaftlicher Erklärungsversuch, sondern ist vor allem bildgewaltiger Horror mit Koteletten und viel reminiszentem Interieur. Nicht umsonst sind Setting und Zeit mit Cronenbergs Parasiten-Mörder nahezu identisch – nur dass dort der scheinbar externe Schrecken sich menschlicher Körper bemächtigte, während es in Ben Wheatleys Film aller Untergang vom Menschen selbst kommt. Dafür gibt es dann mehr oder minder sichtbare Anspielungen z. B. an Uhrwork Orange – Wheatley weiß, in welchem Feld er sich bewegt, und vertraut darauf, dass seine Zuschauer auch ohne große Erläuterungen dem Fluss der Ereignisse zu folgen wissen. Und sich dafür verlieren dürfen im blendend aussehenden Chaos von Lust, Leibern und Gewalt.

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High-Rise Official Trailer #1 (2016) – Tom Hiddleston, Sienna Miller Movie HD

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Der Fluch der Hexe – Queen of Spades (2015)

Düsternis, Besessenheit, Verderben – so kann man schon auf ganz einfachen Wegen Grusel erzeugen. Svyatoslav Podgayevskiy wirft für seinen zweiten Horrorfilm nach Block 18 (2014) viele Themen zusammen, die im zeitgenössischen Kino der Schrecken gut ankommen – und setzt seine beschränkten Mittel mit gutem Erfolg ein. Es beginnt eher mit einem Spiel: Anna (Alina Babak) und ein paar Freunde spielen ein Ritual nach, von dem sie gelesen haben – sie zeichnen Symbole auf einen Spiegel und rufen die Pik-Dame an (die „Queen of Spades“), sie solle sich zeigen. Und prompt – zunächst sieht man es nur einen Moment lang in einem Video, das einer der Freunde dreht – tritt die unerfreuliche Kreatur in ihre Welt. Fortan wird jede glänzende, reflektierende Oberfläche zu einer möglichen Tür – dieser Film macht Angst vor Spiegeln, glitzernden Türknaufen und mehr.

Die Hexe des Titels strebt nach einer Person, die sie bewohnen kann; und sehr schnell finden sich vor allem die Eltern (Igor Khripunov und Evgeniya Loza) im Kampf gegen Zeit und fremde Mächte wieder. Von der Geistergeschichte changiert Der Fluch der Hexe so rasch zu einem Exorzismusdrama, das sich vorrangig in engen Räumen, schmutzig-gekachelten Kellern und einsamen Hütten im Wald abspielt. Fast bekommt man dabei das Gefühl, Podgayevskiy wolle hier die Anforderungen ans Horrorkino übererfüllen und unbedingt alle Szenarien noch mit unterbringen – das wirkt schon etwas gestopft. Zugleich macht er das grundsätzlich mit großer Kunstfertigkeit: Er versteht sein Handwerk, die Schreckensmomente sind ebenso gut im Timing wie die Kameraeinstellungen sitzen. Was dem Film etwas fehlt, sind die wirklich lebendigen Figuren, um die man sich mehr Sorgen macht als nur des Sterbens und Knirschens wegen. In der russischen Literatur gibt es die Pik-Dame übrigens tatsächlich, wenn auch in ganz anderer Form – in der klassisch-phantastischen Kurzgeschichte des großen Alexander Puschkin geht es tatsächlich um ein Kartenspiel.

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DER FLUCH DER HEXE Trailer German Deutsch (2015)

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