Was sich 2010 schon zu sehen lohnte

Dieser Beitrag ist auf Anregung und mit Belohnung von gutschein-codes.de entstanden. Auf den Inhalt dieses Beitrags wurde kein Einfluß ausgeübt.

Unter den Filmen, die ich in diesem Jahr gesehen habe, läßt sich leicht eine Handvoll Empfehlungen herauspicken (plus einer weiteren, ergänzenden Handvoll nicht minder sehenswerter Filme), hier sind sie:

Runners Up in meiner persönlichen, völlig willkürlichen und auch für mich nicht vollkommen schlüssigen Top 5 sind der großartige How To Train Your Dragon – meines Erachtens der bessere Avatar -, Buried von Rodrigo Cortés, der Cannes-Gewinnerfilm Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives (Loong Boonmee raleuk chat) von Apichatpong „Joe“ Weerasethakul, Precious und schließlich noch ein etwas älterer Klassiker, den ich erst dieses Jahr kennengelernt habe: Dario Argentos großartiger Giallo Profondo Rosso.

Filmblogsuche und -aggregator

Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich nicht womöglich bei früherer Gelegenheit schon einmal auf die verschiedenen Aggregatoren und Suchmaschinen hingewiesen habe, mit denen sich eine Übersicht über filmbezogene Blogs und Online-Zeitschriften gewinnen läßt.

Besonders hat sich da Thomas Groh hervorgetan, der nicht nur die Movie-Blogs-Suppe ins Leben gerufen hat, sondern mit Googles Custom Search zudem eine movie blog search engine und eine movie magazine search engine erstellt hat und betreut.

Es gibt außerdem noch die Filmblogsuche vom Abspannsitzenbleiber, die einen ähnlichen Blogfundus durchsucht wie Thomas‘ Suche, aber einen größeren Schwerpunkt auf deutschsprachigen Blogs zu haben scheint.

Kennt Ihr noch weitere filmbezogene Suchdienste und Aggregatoren, die man sich ansehen sollte?

Meine vagen Oscar-Prognosen 2010

NB: Ja, dieser Beitrag ist auch für ein Gewinnspiel geschrieben worden. Aber mehr Werbung mache ich dafür und für deren Betreiber nicht. Teilnahme für andere Blogs ist offen, ich bekomme – full disclosure – allein für die Veröffentlichung dieser Liste hier angeblich einen 15 Euro-Warengutschein.

Ob ich mich spätnachts am 7. März noch vor den Livestream werfen werde, weiß ich jetzt noch nicht, bis zum Schluß durchgehalten habe ich das Theater eh noch nie, aber am nächsten Morgen sind wir ja eh alle schlauer: Irgendwelche Filme werden in einer Woche Oscars gewinnen, und natürlich wird Avatar Preise einheimsen, allein schon weil wegen: Geld.

Aber hier werde ich einmal kurz vorschlagen, welche Filme meiner Meinung nach gewinnen könnten oder sollten, ohne daß ich das näher begründen könnte; Thorsten hat das für die Kategorie „Best Picture“ sehr ausführlich und lesenswert gemacht, und Roger Eberts Prognose werde ich in den Kategorien, die ich hier mal rate, in den meisten Fällen zustimmen.

Also los:

  • Bester Film: The Hurt Locker
  • Bester Hauptdarsteller: Jeff Bridges in Crazy Heart
  • Beste Hauptdarstellerin: Sandra Bullock in The Blind Side
  • Bester Nebendarsteller: Christoph Waltz in Inglourious Basterds („Oder der Himmel stürzt ein.“)
  • Beste Nebendarstellerin: Mo’Nique in Precious: Based on the Novel ‚Push‘ by Sapphire
  • Bester animierter Spielfilm: Up
  • Beste Regie: The Hurt Locker – Kathryn Bigelow
  • Bestes adaptiertes Drehbuch: Precious: Based on the Novel ‚Push‘ by Sapphire – Geoffrey Fletcher
  • Bestes Originaldrehbuch: Inglourious Basterds – Quentin Tarantino
  • Beste Kamera: Inglourious Basterds – Robert Richardson
  • Bester Dokumentarfilm: The Cove
  • Bester fremdsprachiger Film: Das weiße Band
  • Bester Tonschnitt: Avatar
  • Beste visuelle Effekte: Avatar

Und ab Ergebnisverkündigung dürft Ihr Euch dann hier in den Kommentaren ggf. über mich lustig machen.

Gérardmer 2010 – Tag 3

gerardmer_logoEs neigt sich auf der einen Seite schon alles sehr dem Ende zu; dafür ist dann auf der anderen Seite auch immerhin schon ein bißchen was fertig. Meine Besprechung von Dans ton sommeil, die bei blairwitch.de nachgelesen werden kann.

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Hatte ich schon erwähnt, daß es fortwährend schneit? Am Samstag kam jetzt immerhin für etwa eine Stunde knallig die Sonne durch. Dann begann es wieder dick zu flocken. Das alles hat neben der schönen Landschaft und dem winterlichen Rumgefühle auch ungewollte Folgen: So hat sich einer der Parkplätze am Hauptspielort des Festivals als gelegentliche Autofalle entpuppt, denn er wird offenbar nicht geräumt und liegt etwas unterhalb der Straße. Auf die ist schon das eine oder andere Auto nicht mehr aus eigener Kraft hochgekommen.

Gerüchte machten auch die Runde, die Busse nach Draußen kämen ob des Schnees nicht durch. Das Büro der Touristeninformation dementiert, aber weil morgen Sonntag ist, fahren eh nur drei Busse zu insgesamt zwei Zielen. Hoffentlich, denn meiner geht nach Fahrplan um halb sechs am Abend.

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Und natürlich ist seit heute morgen die ganze Stadt voll mit Menschen und Autos. Es ist Wochenende, und da sind viele zum Wintersporteln gekommen, aber auch die Fans, die sich unter der Woche nicht freimachen konnten oder wollten. So sind insbesondere die Schlangen für Splice und den neuen Romero extrem lang geraten.

Und mit dem Wochenende kommen auch die Pärchen; so ist der Dresscode unter den nicht akkreditierten Festivalbesucher_innen nicht mehr ganz so strikt schwarz oder grau zu schwarz.

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Schon von Anfang an da sind die zwei oder drei offenbar traditionell zu Filmbeginn laute Schreie oder irre Lacher ausstoßenden Besucher. Als der eine heute morgen zu Hierro fehlte, machte sich das sofort als mentales Loch bemerkbar.

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Anno Saul

Zu Die Tür war er wieder da; und Regisseur Anno Saul verhaspelte sich ein wenig vor Aufregung in seinem Englisch. Später meinte ein Kritiker, in dem Film besonders deutschen Geist gefunden zu haben; dem kann ich mich freilich nicht so ohne weiteres anschließen. Aber schön war es schon, das Kottbusser Tor mal wieder zu sehen; jedenfalls so auf der Leinwand und nur mal kurz.

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Sprachlich etwas leichter hatte es dann Vincenzo Natali, der bei seinem dritten Besuch in Gérardmer schon ein recht passables Französisch präsentierte, für das er sich dennoch ständig entschuldigte. Besonders freute er sich wohl darüber, daß auch Delphine Chanéac dabei war, die in Splice ein genetisch erschaffenes Kunstwesen spielt, und die Natali über alle Maßen pries – und versprach, man werde sie im Film nicht wiedererkennen. (Das stimmt nicht so ganz. Aber irgendwas hat sie mit ihren Haaren gemacht. Und ihren Beinen.)

L'équipe du film 'Splice'

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Damit der Tag noch einen verqueren Abschluß bekommt, habe ich dann mein Handy im Presseraum liegen lassen, wo ich es zum Aufladen ans Stromnetz gehängt hatte. Aufgefallen ist mir das allerdings erst hier im Hotel wieder, und so bin ich die ganze Strecke wieder zurück gelaufen. Und weil dann Delphine Chanéac gerade, vom Klavier begleitet, ein paar Lieder sang, und ich eh die Nase voll hatte, bin ich noch einen Moment und zwei Bier lang in der Bar geblieben. Weshalb es für heute bei diesem kurzen Bericht bleibt. Gute Nacht.

The Best & the Wurst of 2009

(Bin spät dran; weitere Gedanken zum Filmjahr 2009 etwa von Peter, Thorsten, Sascha, Stefan, Thomas, Abspannsitzenbleiber und Lukas.)

Ich habe im vergangenen Jahr lange nicht so viele Filme gesehen, wie ich gerne hätte sehen wollen; vor allem habe ich viele (noch) nicht gesehen, die mir wichtig gewesen wären, namentlich etwa The Hurt Locker, Eastwoods Gran Torino, Moon, Milk, In the Electric Mist, The Fall, Thirst, The Wrestler, Adventureland oder Fish Tank. Etwa die Hälfte davon steht schon als DVD in meinem Regal oder ist bestellt, und da ich in den nächsten Wochen mehr Zeit haben werde, bin ich optimistisch, da einiges nachholen zu können.

Beginnen wir ganz unten, und ganz am Anfang. Mein erster Film des Jahres war zugleich einer der schlechtesten, den ich 2009 gesehen habe: The Spirit (meine Kritik). Ähnliche Erlebnisse boten Twilight, 300 und The Unborn, übertroffen allein und fulminant nur von The Mutant Chronicles, dem wirrsten und planlosesten (not in a good way) Film des Jahres, den zu verstehen mir nur dadurch möglich war, daß ich, es irrtümlich für die Romanvorlage haltend, vorher das Buch zum Film gelesen hatte, das in der Tat besser ist als der Film. Was wirklich kein Lob ist.

Weitere echte Belästigungen für Auge und Ohr waren Miss March, ein schwächlich-machististischer Teenagertraum (meine Kritik), und The Marine, der alles vereint, was Actionfilme uninteressant machen kann. Unglücklicherweise gibt es davon sogar noch eine Fortsetzung, allerdings ohne John Cena.

Zu den Besten des Jahres gehören für mich jedenfalls nicht die Großfilme wie 2012 (meine Kritik) oder Avatar. Die laufen allenfalls unter „interessant“, was ebenso auch für die kleine Kontroverse um Gamer gilt, den ich eher mau fand („Schrott auf hohem Niveau, näher kommt das Kino dem Cyberpunk nur selten.“), eine Einschätzung, die wohl die meisten Kritiker_innen teilen, dem aber Ekkehard Knörer und Steven Shapiro einiges abgewinnen können, und das mit guten Argumenten. Ich werde mich wohl bei Erscheinen der DVD noch einmal damit auseinandersetzen.

Viele „meiner“ Filme des vergangenen Jahres waren wirklich gut (die meisten sind hier bei moviepilot aufgelistet, mit vage hilfreichen und immerhin teilweise zutreffenden Bewertungen in Punkten von 10), und ich habe mich zum Beispiel gefreut, daß ich endlich Zeit für Donnie Darko und Southland Tales hatte, kurz bevor Richard Kellys neuer Film The Box hier zu sehen war.

Und dann waren da aber auch noch die Watchmen, die immerhin so gut funktionierten, daß man nicht schreiend aus dem Kino rennen mußte, auch wenn der Film gegen die Wucht und Enzyklopedität der Vorlage eigentlich nicht einmal näherungsweise anrennen konnte und letztlich doch zu sehr in die Falle lief, Superheld_innen primär gut zu finden. Und natürlich hat der Film den besten Vorspann des Jahres.

Was war das Beste am Filmjahr 2009? Erst einmal die Animationsfilme: Up, Coraline und Cloudy With a Chance of Meatballs sind auf ihre je sehr eigene Art witzig, flott, emotional und ernst. Kaum etwas kann die Möglichkeiten dieser Technik besser zeigen als dieser wunderbare, im zweiten Teil fast ohne Worte auskommende Clip aus Up:

Mein Film des Jahres war im Rückblick wohl dann doch Tarantinos Inglorious Basterds, über den Thorsten so kluge Dinge geschrieben hat, daß ich lieber schweigen möchte. Aber die brennende Leinwand: Toll! Die langen Dialogszenen im Bauernhaus und in der Kneipe: Umwerfend! Christoph Waltz: Jeder Auszeichnung würdig. Etcetera.

Die ersten Verfolger fahren dicht auf und in engem Pulk: Antichrist natürlich (meine Kritik), prätentiös und gelegentlich maniriert bis an die Grenze, aber ungemein effektiv und in jeder Hinsicht unter die Gürtellinie zielend. Langweilig ist dieser Film jedenfalls nicht, selbst wenn man Lars von Trier dafür aufrichtig und lange beschimpfen möchte. Dann Hanekes Das weiße Band, der unter seiner Oberfläche so einiges zu verstecken weiß. Zu Bronson (meine Kritik) und The Brothers Bloom (meine Kritik) habe ich mich schon ausführlich geäußert, und so fehlt nur noch ein Film zum Jahresabschluß, über den ich mir zugleich noch nicht ganz sicher bin.

Bei Where the Wild Things Are frage ich mich nach wie vor, ob dieser Film nicht Eltern auf eine sehr direkte Art gänzlich anders anspricht als Nicht-Eltern: Weil mir die ganzen Szenen mit den „Wild Things“ in ihren zugegeben tollen Kostümen recht bald langweilig wurden und zu sehr als küchenpsychologische Rumklempnerei erschienen (um es jetzt mal sehr platt ins Blaue hinein zu formulieren), während ich vor allem den Anfang und den Schluß, die Auseinandersetzungen von Max mit seiner Schwester, deren Freunden sowie mit seiner Mutter, derartig herzzerreißend präzise fand, so sehr mit elterlichen Ängsten um ihre Kinder korrespondierend. Ist das nun längst nicht mehr unbewußte Furcht des Vaters um das Dasein seiner Kinder, oder bin ich da auf eine kleine Wahrheit gestoßen? Da würde mich Eure Meinung doch interessieren.

Heimspiel in Regensburg

(Das wollte ich schon lange schreiben, und weil’s damals noch lange hin war und kein vollständiges Programm vorlag, habe ich’s dann vor mir her geschoben, und jetzt ist’s schon sehr knapp… Ich brauche einen Blogposting-Erinnerungsservice!)

Heimspiel-Banner-133Regensburger_innen haben’s gut in diesen Tagen, denn von heute abend bis kommenden Mittwoch findet dort das Filmfest Heimspiel statt, von dessen Programm ich nicht nur deshalb so angetan bin, weil es der liebe Sascha Keilholz von critic.de wesentlich mitgestaltet hat.

Das Festival will vor allem „herausragende deutsche Produktionen“ zeigen, die in Regensburg nie oder nur sehr verspätet im Kino zu sehen sind; dazu gibt es in diesem ersten Heimspiel-Jahr eine komplette Werkschau der Filme Christian Petzolds zu sehen – und der Regisseur selbst wird zu einem „Salongespräch“ anwesend sein. Ein zweites Gespräch wird sich des Linksterrorismus im deutschen Film annehmen.

Das komplette Programm gibt es auf der Website des Festivals; die Mittelbayerische Zeitung hat sich mit den beiden Organisatoren unterhalten.

Heimspiel. Das Regensburger Festival des deutschen Kinos, 21.-28. Oktober 2009.

Wenn die Grünen die Wahl gewonnen hätten …

… damals, 1984, als die Welt noch in Ordnung war, also klar geteilt in Gut und Böse, und Gut waren die USA und Ronald Reagan, Böse waren Kuba und die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, dann wäre das natürlich fatal gewesen, Patrick Swayze und Jennifer Grey hätten sich für das Gute erheben müssen. Mit den bekannten Folgen.

Screenshot aus 'Die rote Flut'/'Red Dawn' (1984)

(Ja, das war nur drei Jahre vor Dirty Dancing, dessen beide Hauptdarsteller_innen also für einen zweiten Versuch dankbar sein dürfen. Ja, der Screenshot oben ist aus dem Vorspann der deutschen Fernsehfassung von Die rote Flut. Und ja, ich habe keine Ahnung, wie oder eigentlich: warum man von diesem Film aktuell ein Remake drehen sollte. Aber genau das geschieht gerade.)

Zum Fantasy Filmfest 2009: Empfehlungen

Alle Beiträge zum Fantasy Filmfest 2009 unter dem Tag FFF2009

Update 4. September 2009: Voraussichtlich letzte Anmerkungen zum Programm dieses Jahr zu Pontypool und The Killing Room; Pontypool ist, wer noch die Gelegenheit hat, eine Sichtung allemal wert.

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Let’s get the party started

Dieser Text steht hier noch, so lange es keinen besseren Einstand gibt. Als Hinweis darauf, daß sicher noch mehr kommt. You know, sobald die Zeit, also meine Zeit, es erlaubt.

Bis dahin gibt es schon einmal Links: zu den filmbezogenen Einträgen in meinem Hauptweblog, zu meinen Filmkritiken anderswo und zu meinen jeweils aktuellen Filmbewertungen, aufbereitet bei moviepilot.de.