Marvel‘s Agents of S.H.I.E.L.D. – Staffel 5

In der komplexen Marvel-Submythologie, die Agents of S.H.I.E.L.D. inzwischen entwickelt hat, macht die fünfte Staffel noch einmal einen Sprung nach vorne, gleich in mehreren Dimensionen. Während Phil Coulson und sein Team darauf warten, von einer Eingreiftruppe der Behörden festgenommen zu werden, sehen sich alle bis auf einen auf einmal ins Weltall versetzt. (Und natürlich gibt es auch einen entsprechenden Kommentar: „Ja, das ergibt Sinn. Das ist die eine Sache, die wir noch nicht gemacht haben.“) Wie sich heraustellt, werden dort Menschen von wenig freundlichen Kree-Aliens wie Sklaven gehalten, während riesige, Kakerlakenartige Monster bestimmte Teile der Raumstation besetzt halten. Das ist alles ebensowenig erfreulich wie die sonstigen Nachrichten, was ihre aktuelle Position im Raum-Zeit-Kontinuum betrifft, aber dann auf der Erde wird es auch nicht unbedingt besser – und zahlreiche alte Bekannte aus dem Agents-Universum schauen auch noch vorbei. Man ahnt schon: Ohne Vorwissen in die fünfte Staffel einzusteigen, ist ein eher fruchtloses und frustrierendes Unterfangen. Fans werden über ein paar Längen in den 22 Folgen gerne hinwegsehen, denn sie werden ansonsten mit kontinuierlich spannend-bizarren Entwicklungen bei der Stange gehalten.

Diese Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.

Nikita – Staffel 1

Es gibt vielleicht nur eine begrenzte Zahl von Möglichkeiten, eine immer gleiche Geschichte zu erzählen. Und so durfte man mit einer gewissen Skepsis der neuen Serie namens Nikita entgegenschauen, in der Maggie Q die Titelheldin spielen sollte. Denn die Motive sind immer noch die gleichen wie einst in Luc Bessons gleichnamigem Film, aus dessen Motiven nicht nur ein Filmremake von John Badham (Codename: Nina) und eine Fernsehserie (Nikita) entstanden waren. Die Vorlagen beschreiben, wie Nikita nach einem Mord festgenommen und von einer fragwürdigen Organisation vor der Todesstrafe gerettet wird – unter der Bedingung, dass sie sich als Auftragskillerin verdingt. Die neue Serie des amerikanischen Senders The CW löst das Wiederholungsproblem dadurch, dass sie zu einem deutlich späteren Zeitpunkt beginnt: Die Titelheldin ist bereits erfolgreich aus der „Division“ genannten Organisation geflohen und bereitet von außen deren Zerstörung vor. Dabei bedient sie sich vor allem der jungen Neurekrutin Alexandra „Alex“ Udinov (Lyndsy Fonseca) und später ihres Ex-Lovers Michael (Shane West).

Man darf von der Neuvariation keine großen Wunder erwarten – Nikita bemüht sich gelegentlich, mit seinen vielen Verkleidungen und Variationen Serien wie Alias oder Dollhouse nachzustreben, ohne dass dieser Versuch je wirklich gelingt. Aber es gibt reichlich unterhaltsame und klug gedrehte Spielchen von Spionage und Gegenspionage, die dann durchaus auch jenseits der Actionsequenzen Spannung herstellen. Nebenbei geht es natürlich um Schuld und Sühne, und die Beziehungen der Hauptfiguren werden durch solche Verstrickungen nachhaltig durcheinander geworfen – was bis zur vierten und letzten Staffel der Serie, die ab November 2013 in den USA ausgestrahlt wird, für Bewegung sorgen soll. Genrefans werden an Nikita wenig Außergewöhnliches finden, zumal die Serie nicht weit über die üblichen Konventionen hinausgeht – aber ein solider Beitrag zum Phänomen der schlagkräftigen Agentinnen ist sie dann doch. Und von Lyndsy Fonseca möchte man anschließend eigentlich mehr sehen.

(Zuerst erschienen im September 2013 in der deadline #41.)
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Heißer Verdacht – Staffeln 1-6

Die erste Folge beginnt mit einer falschen Fährte: der Detective, der da aus dem Auto steigt und die Ermittlungen übernimmt, wird nicht wirklich der Star der Serie sein, er stirbt in der ersten halben Stunde an einem Herzinfarkt. Jane Tennison sieht man zuerst auf der Damentoilette, und der Fokus verschiebt sich immer mehr auf sie – die erste weibliche DCI in der Mordkommission von Scotland Yard, und sie muss richtig betteln, um endlich einen Fall leiten zu dürfen.

Von den ersten Minuten an spielt also in Heißer Verdacht (Prime Suspect) die Position der Protagonistin als Frau am Arbeitsplatz eine zentrale Rolle (der Sexismus gegen sie ist nicht gerade ein Subplot), und das wird sich über alle sieben Staffeln der Serie, von denen jetzt immerhin die ersten sechs in einer schönen Box in Deutschland erschienen sind, fortsetzen – mit veränderten Vorzeichen. Die britische Serie ist keine klassische Krimiserie, bei der es nur um die Aufklärung eines Verbrechens geht. Heißer Verdacht ist stets auch ein Gesellschaftsporträt, in dem britische Großstädte nicht eben als angenehme Orte erscheinen, mehr noch aber ein genauer Blick auf das, was nebenher und hinter den Kulissen bei der Polizeiarbeit geschieht. Vor allem aber fokussiert die Serie ihren Blick in späteren Folgen immer mehr auf ihre Protagonistin, aus der Helen Mirren eine atemberaubend komplexe Person macht: widersprüchlich, arrogant, aufbrausend, eine rechte Nervensäge, aber eben auch lernfähig, professionell und fair: Eine Frau, die vor allem ihren Job gut machen will und sich gegen Männer und andere Hindernisse durchsetzen muss, um genau dies tun zu können.

Heißer Verdacht hat ein ungewöhnliches Format: die Staffeln in dieser Box wurden zwischen 1991 und 2003 ausgestrahlt (mit einer langen Pause nach der fünften) und bestanden meist aus zwei Folgen von jeweils etwa 100 Minuten Dauer – extrem verdichtetes, komplexes Kriminalkino ist das, wie es eben nur fürs Fernsehen geht, und eine der besten Krimiserien, die in Europa je produziert wurden.

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.
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KindKind (2015)

Der Irrsinn setzt schon gleich zu Anfang an, und dann wird es nur dichter. Bei einem Dorf an der französischen Nordküste, in einer alten Bunkeranlage, ist eine tote Kuh aufgefunden worden, und in ihren Gedärmen finden sich menschliche Leichenteile. Commandant Van der Weyden (Bernard Pruvost) und sein Gehilfe Carpentier (Philippe Jore) nehmen die Ermittlungen auf, aber das Gespann wirkt nicht eben so, wie man sich mit einschlägiger Krimibildung erfolgreiche Polizisten vorstellt.

Dabei sind die beiden – Carpentier zitiert Zola und hat sonst wenig Ahnung, Van der Weyden zuckt unablässig mit seiner Gesichtsmuskulatur – vielleicht noch die am wenigsten seltsamen Figuren der Miniserie KindKind, die Bruno Dumont (Twenty-nine Palms, Camille Claudel 1915) für arte produziert hat. Die Verdächtigen sind schweigsam, zwischendurch steigt ein vielleicht zwölfjähriger Schwarzer aus lauter Verzweiflung in einen kleinen Turm, ruft „Gott ist groß“ und ballert in der Gegend rum.

Zwischendrin die Titelfigur Kindkind, ein Frechdachs vor dem Herrn, der in völlig unschuldigem Geiste rotzfreche Streiche verübt, mit Knallfröschen um sich wirft und Priester während einer Totenmesse zum Lachen bringt. Eine gewisse Ähnlichkeit der Serie zu Twin Peaks mag es geben, aber KindKind ist eigentlich ein Solitär ganz eigen französischer Machart: Zugleich fest in der Welt verankert und zugleich als Grotske aus ihr herausragend wie die Rippen aus einem geteilten Rind.

Zwischendrin die weite, kühle Schönheit der Küste, die Trostlosigkeit der Höfe mit ihren Zweckbauten und Misthaufen, die Sehnsucht nach der Welt da draußen, die dann ganz schnöde ihr tierisches Ende findet. Die Hölle ist überall und hier: Dumonts KindKind ist zwar nicht unbedingt blutig, aber gnadenlos, genau geschrieben und letztlich völlig gaga. Aus europäischen Fernsehanstalten bekommt man derlei viel zu selten zu sehen, dabei wäre eine Art True Detective aus Südspanien doch auch mal spannend.

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.
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S.W.A.T. – Die knallharten Fünf – Staffel 1

Für Fernsehserien der eigenen Kindheit entwickelt man ja gerne eine Form der Nostalgie, die rationaler Begründbarkeit nicht mehr zugänglich ist. Manchmal lässt eine spätere Begegnung das nostalgisch verklärte Urteil dann intakt, manchmal bohrt es doch einige Löcher hinein. S.W.A.T. – Die knallharten Fünf hat die Wiederbegegnung nicht unversehrt überstanden. Vor gut dreißig Jahren war das alles spannend und aufregend, solche Spezialeinheiten gab es ja noch nicht lange. Die Serie wurde sogar nach zwei Staffeln wegen zu grober Gewalt abgesetzt; in der Rückschau wirken die Geschichten allerdings nachgerade versonnen erzählt. Gemütlich werden in jeder Folge Kriminalfälle aufgebaut, Bösewichte (und sie sind stets skrupellos böse!) präsentiert, bevor am Schluss im Showdown mal mehr, mal weniger viel geschossen wird. Waffen spielen zwar immer eine große Rolle, aber die Gespräche zwischen den Protagonisten, guten wie bösen, ziehen sich ebenfalls gewaltig. Und manchmal werden völlig unkomische Scherze breitgetreten, bis nur noch die Tränendrüse lacht. Dafür bekommt man einen Einblick in eine von aller Frauenbewegung unbeleckte Männerwelt, wie sie Mitte der 1970er Jahre schon ihre letzten Atemzüge tat – historisch ist das nicht uninteressant.

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The Sinner – Staffel 1

An einem schönen Tag im Sommer steht Cora Tanetti (Jessica Biel) am Strand einfach auf. Die jungen Leute nebenan hören laut Musik, sie hält noch immer das Messer in der Hand, mit dem sie eben für ihren kleinen Sohn Obst geschnitten hat, und sticht einen Mann nieder, mit sieben Stichen, schreiend, wie von Sinnen. Ist Cora einfach verrückt geworden? Für einen kurzen Moment aus Wut durchgedreht? Das scheint naheliegend, und so wie man sie vorher beobachten konnte, war schon vor der Tat klar: Irgendwas stimmt nicht. THE SINNER nimmt sich diese „Sünderin“ vor und erzählt, in Zeitsprüngen und Perspektivwechseln, von ihren langsam wiederkehrenden Erinnerungen, den Ermittlungen – allen voran der Polizist Harry Ambrose (Bill Pullman) glaubt, dass etwas an der Geschichte nicht stimmt – und der Ratlosigkeit aller Menschen um sie herum. Es geht um Sex, um religiösen Wahn, Traumata, Drogen – oder vielleicht auch nicht. Meisterlich legen die Story (nach einem Buch von Petra Hammesfahr) und die Inszenierung falsche Fährten, vor allem Biel bringt in ihre Darstellung Nuancen und Ambivalenzen en gros hinein, während Pullman tapfer gegen das Klischee des seelisch abgewrackten Cops anspielt. Als Zuschauer wird man jedenfalls mit einem Sog belohnt, der seinesgleichen sucht.

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Agents of SHIELD – Staffel 4

Serien haben den Fluch und den Segen, in jeder Staffel, mit jeder Fortsetzung ihr Universum erweitern zu können – und zu müssen. Es genügt nicht, immer nur das Gleiche neu zu erzählen – und so haben auch die Agents of S.H.I.E.L.D. mit jeder Staffel der Marvel-Serie neue Herausforderungen zu bewältigen. Die Serie war jene, die anfangs dem „Marvel Cinematic Universe“ (MCU) sehr nahe stand; in Staffel 4 bewegen sich die Agents aber auf
Terrain, das in den Filmen überhaupt nicht stattfindet – Geister, Simulationen, religiöse Untertöne gar. Und auch wenn immer wieder Anknüpfungspunkte ans MCU hergestellt werden – Agents of S.H.I.E.L.D. macht jetzt mehr und mehr sein eigenes Ding, und das ist so irritierend wie gelegentlich sehr aufregend. Die meisten Änderungen kommen in dieser Staffel durch zwei neue Charaktere zustande: Der aus Marvel-Comics bekannte Ghost Rider spielt eine wichtige Rolle – Gabriel Luna, derzeit als neuer Terminator auf den Leinwänden, gibt ihm resigniert-ironische Untertöne. Und Mallory Jansens A.I.D.A. genannter Android sorgt dann für Verschiebungen einer noch ganz anderen Größenordnung. Auf die bekannten Figuren müssen Fans natürlich nicht verzichten – nur müssen sie zum Teil in ganz andere Rollen schlüpfen. Das macht die Staffel durchaus unvorhersehbar spannend.

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Penny Dreadful – Staffel 3 (2016)

Es lässt sich wahrscheinlich genau zurückverfolgen, wann jemand auf die Idee gekommen ist, die Monster aus verschiedenen Horrorgeschichten zusammenzubringen – eine gute Idee war das beileibe nicht immer, wie sich an solch, sagen wir freundlich: ambivalenten Unternehmungen wie Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen oder Van Helsing ablesen lässt. Und aktuell unternimmt Universal einiges, um den Ruf seiner klassischen Monstergeschichten im „Dark Universe“ zu melken – Die Mumie ist da nicht unbedingt der hoffnungsfroheste Neubeginn.

Aber sei’s drum. Die Serie Penny Dreadful, die jetzt mit der dritten Staffel zu Ende geht (hier meine Besprechung von Staffel 2), ist da eine ganz andere Nummer. Hier durchdringt das Konzept des „gothic horror“ jede einzelne Szene, jede Dialogzeile und, natürlich, jedes Bild. Die Farbtöne leuchten zwischen dunklem Sand und finsterem Blau, und Monster aller Provinienz bevölkern das London (und zeitweise den Wilden Westen) dieser Welt. Dr. Frankenstein und seine Geschöpfe, Dorian Gray, ein Werwolf und Revolvermann: Sie sind hier alle verbunden – in Selbstzweifeln und Hoffnungslosigkeit, und schließlich im Kampf gegen den großen Feind, der die Stadt mit Nebel heimsucht, der Ratten und Ungeziefer auf die Straßen treibt.

Dracula also. Und natürlich dreht sich alles, alles um Vanessa Ives (Eva Green), die schon in den ersten zwei Staffeln der feste Anker von Penny Dreadful war. Zum Ende hin wird es nun alles noch etwas düsterer und nachdenklicher, leiden die Figuren noch etwas mehr an ihren Geschichten, Fehlern und Sünden. Die Serie findet darin ihr zwingendes, auch wohl notwendiges Ende – viele Fäden werden zu Ende erzählt, einige flattern anschließend im Wind. Aber das ist gut so: Penny Dreadful ist und bleibt der eindringliche und tiefgehende Versuch, die moralischen Ambivalenzen der Monster, ihrer Herkunft und Schicksale auszuloten, miteinander zu verknüpfen und daraus mehr zu machen als ein Actionspektakel.

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.
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Star Trek: Discovery – Staffel 1 (2017/2018)

Michael Burnham (großartig: Sonequa Martin-Green) ist eine Ausnahmeperson: Als menschliches Waisenkind wurde sie auf Vulkan großgezogen und ist nun Erste Offizierin auf der USS Shenzhou. Auf einer Forschungsmission kommt es zu einem Zwischenfall, der einen Krieg zwischen der Föderation und den Klingonen auslöst; die Shenzhou wird zerstört, ein Großteil der Crew kommt ums Leben. Geächtet und wegen Meuterei verurteilt, wird Burnham während eines Gefangenentransportes vom Kapitän der USS Discovery rekrutiert, Teil seiner Crew zu werden und sie bei geheimen Experimenten zu unterstützen… Jede Erweiterung des Star Trek-Universums wird von den Fans kontrovers diskutiert, und Discovery, dessen Handlung neun Jahre vor dem Beginn der Originalserie angesiedelt ist, war da keine Ausnahme. Wenn man die etwas trägen, eher gewöhnlichen Anfänge hinter sich lässt, wird man dafür nicht nur mit neuen, komplexen Figuren belohnt, sondern auch mit Themen, die dieses SF-Universum bereichern – und die inklusiven, gesellschaftlich fortschrittlichen Traditionen erweitern. Beschenkt wird man außerdem mit interessanten neuen Figuren, allen voran Mary Wisemans nervös-scheue Kadettin Sylvia Tilly, Jason Isaacs‘ Gabriel Lorca und Doug Jones‘ Mr. Saru als Vertreter der ängstlichen Spezies der Kelpien.

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Designated Survivor – Staffel 2 (2017/2018)

Der „Designated Survivor“, der „Eingeplante Überlebende“ ist jenes Mitglied der amerikanischen Regierung, das zum Beispiel bei der Ansprache des Präsidenten zur „State of the Union“ nicht zugegen ist, sondern an einem sicheren Ort warten muss, damit im Falle einer Katastrophe nicht die gesamte US-Regierung samt der Parlamentarier auf einmal ausgelöscht wird. Die nach dieser Person benannten Serie drehte sich natürlich genau um die Folgen einer solchen Katastrophe, genauer: die Folgen eines Terroranschlags, durch den der unerfahrene Minister Tom Kirkman (Kiefer Sutherland) auf einmal Regierungschef wird.

Die erste Staffel von Designated Survivor konnte sich sehr erfolgreich an dieser Prämisse entlang hangeln – und auch wenn es nebenher kleine Intrigen und Probleme rechts und links gab, war das meiste noch unmittelbar auf die durch den Anschlag entstandene Krise bezogen und wurde die Handlung vor allem dadurch vorangetrieben, dass der Urheber des Anschlags noch unklar oder wenigstens auf freiem Fuß war.

Womit nach diesem Start nicht zu rechnen war ist die glorifizierte Seifenoper, die daraus in der zweiten Staffel wird. Die FBI-Ermittlung, vorangetrieben von Agentin Hannah Wells (Maggie Q), spielt zwar immer noch eine Rolle, verfranst sich aber in zahlreichen, zum Teil hanebüchenen Nebensträngen; daneben gibt es Geblubber in Familie Kirkman, Intrigen im Weißen Haus und derlei mehr – in jeder Folge wird außerdem irgendein Alltagsproblem der Regierung thematisiert und deshalb ernsthaft ein Fall ausgebreitet, in dem eine Ehefrau die Bienen ihres Mannes vergiftet.

Erst nach der ersten Staffelhälfte nimmt die Handlung etwas Fahrt auf, auch indem zentrale Figuren etwas unsanft zur Seite geräumt werden; man muss schon Durchhaltevermögen mitbringen, um so weit zu kommen. Leider wird es nicht besser dadurch, dass Kirkmans Rolle als besonnener Präsident – in der ersten Staffel als Fels der Ruhe im Wahnsinn der Krise erscheinend – immer deutlicher nur salbungsvoll daherredet.

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