Violet & Daisy

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Nachdem ich den Film selbst auf dem Fantasy Filmfest im vergangenen Jahr leider verpasst habe, ist vorgestern nun endlich, endlich der erste Trailer zu Violet & Daisy erschienen. Ich freue mich sehr.

ITFS 2013: Young Animation

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Wir können ja nicht alle in Stuttgart sein. Morgen beginnt das Internationale Trickfilm Festival in Stuttgart, und auch wenn ich nur sehr wenig von dem sehen und darüber schreiben können werde, was ich gerne möchte und würde, wenn ich könnte, aber ich schweife ab; jedenfalls wird es drüben im Kinderfilmblog ein wenig aus dem Festival zu sehen und zu lesen geben.

Hier nur in höchster Konzentration, als Vorgriff darauf, wie toll es in Stuttgart zugehen wird, und für all jene, die entweder noch unentschieden sind, ob sich das lohnt, oder schlicht nicht in Stuttgart sein können (Ihr Armen! Es gibt Open-Air-Veranstaltungen für gar kein Geld, und das Wetter wird voraussichtlich großartig sein!), habe ich hier alle Filme aus der Sektion Young Animation („zeigt die besten Filme von Nachwuchsfilmern sowie von Studenten internationaler Film- und Kunsthochschulen“) zusammengestellt, die ich online legal finden konnte. Das ist ein großer, toller Stapel an hoffnungsvollem Animationstalent, den man sich jetzt hier durchs Auge pfeifen kann. Nichts zu danken, gern geschehen.

(Die Reihenfolge verdankt sich größtenteils der Auflistung im Katalog. Have fun.)

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Aux gambettes gourmandes (Food Lover’s Gams) von Clémence Bouchereau (Frankreich 2012)

https://vimeo.com/46078466

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Crazy For It von Kubo Yutaro (Japan 2011)

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Dernier souffle (Last Breath) von Morgane Fraschina (Frankreich 2012)

https://vimeo.com/50703490

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Rhapsodie pour un pot-au feu (Stewpot Rhapsody) von Charlotte Gambon de la Valette, Stéphanie Mercier, Soizic Mouton und Marion Roussel (Frankreich 2012)

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Will von Eusong Lee (USA 2012)

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My Strange Grandfather von Dina Velikovskaya (Russland 2011)

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Slug Invasion von Morten Helgeland (Dänemark 2012)

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What Happens When Children Don’t Eat Soup von Pawel Prewencki (Polen 2011)

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Les Mots de la Carpe von Lucrèce Andreae (Frankreich 2012)

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Oben von Thierno Bah, Noé Giuliani, Pierre Ledain und David Martins da Silva (Frankreich 2012)

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Snail Trail von Philippe Artus (Deutschland 2012)

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One Day von Joel Corcia, Bung Nguyen, Thomas Reteuna, Laurent Rossi und Bernard Som (Frankreich 2012)

http://www.youtube.com/watch?v=MDsk14rSLa8

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Ballpit von Kyle Mowat (Kanada 2012)

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Nana bobò von Andrea Cristofaro, Valentina Delmiglio, Francesco Nicolò Mereu und Lucas Wild do Vale (Italien 2012)

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Happy Life von Yun Li und Xin Sun (Deutschland 2012)

http://www.youtube.com/watch?v=LwMSQuVSBN0

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Story Time Confessions von Hannah Ayoubi (USA 2012)

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Eine Murul (Breakfast on the Grass) von Erik Alunurm, Mari Pakkas, Mari Liis Rebane und Mihkel Reha (Estland 2011)

The Perfect Host

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The Perfect Host ist jetzt als Dinner for One – Eine Mörderische Party bei I-On New Media erschienen. Ich habe den schön fiesen kleinen Psychothriller seinerzeit in Sitges gesehen und schrob darob:

Rotweintrinker, aufgepaßt! Die Dinnerparty, zu der Warwick Wilson (David Hyde Pierce aus Frasier) lädt, gerät etwas anders als ursprünglich geplant. Denn unerwartet platzt der Bankräuber John (Clayne Crawford) in die Vorbereitungen, der sich als Freund einer Freundin vorstellt – und als Warwick erkennt, um wen es sich handelt, ist es fast schon zu spät. Wäre nicht alles anders als man denkt. Denn dann legt The Perfect Host erst so richtig los und stürzt seine Protagonisten in eine ziemlich aberwitzige und potentiell mörderische Nacht.

http://www.youtube.com/watch?v=4S1dovoZ6bM

FFF 2012: Starship Troopers: Invasion (2012)

Alle meine Beiträge zum Fantasy Filmfest (FFF) 2012 finden sich unter dem Schlagwort FFF2012

Starship Troopers: Invasion

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Warum eigentlich immer Paris? Ach was, immerhin versuchen die Außerirdischen ausnahmsweise nicht als erstes, die USA zu erobern. Starship Troopers: Invasion ist vollständig am Computer animiert (wie etwa auch Resident Evil: Degeneration), und umgeht die größten Schwierigkeiten dieser Technik, indem es vor allem Figuren (der „mobile infantry“) in Ganzkörperrüstungen zeigt – so muss der Film nur in wenigen Szenen Gesichtszüge direkt aus dem Uncanny Valley zeigen muss – die dann wenig aufregender, detaillierter und menschlicher ausfallen als in den frühen Final-Fantasy-Streifen.

Starship Troopers: Invasion setzt auf reine, auch vage motivierte Action, militaristische Kamaraderie, viel Geballer und Geschrei der „Bugs“ (die zu animieren natürlich auch verhältnismäßig unaufwendig ist. Das ist ein Low-Budget-Peng-Peng-Abenteuer, bei dem in der ersten Dreiviertelstunde immer noch immer wieder nackte (CGI-3D-)Brüste zu sehen sind, wohl um die Hauptzielgruppe der männlich (Spät-)Pubertierenden an der Stange zu halten, bis das hirnlose Geballer so richtig los geht. Von Verhoevens Original Starship Troopers mit seiner bösen Medien- und Militarismuskritik ist in der endlosen Reihe an Sequels natürlich nichts mehr übrig. Alas.

http://www.youtube.com/watch?v=TSYLD37yc-8

FFF 2012: Doomsday Book (2012)

Alle meine Beiträge zum Fantasy Filmfest (FFF) 2012 finden sich unter dem Schlagwort FFF2012

Doomsday Book

Drei Geschichten vom Ende der Welt sind das: Platt, metaphysisch, grotesk. Episoden voller Schwankungen zwischen Religion und Weltlichkeit, von Gammelfleisch bis Erleuchtung, und selbst Online-Shopping kann das Ende der Welt beschleunigen.

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In „Brave New World“ bleibt ein von seiner Familie als Außenseiter behandelter Militärforscher allein in Korea zurück, während die anderen eine Reise unternehmen – er kümmert sich vor allem um die Entsorgung des häuslichen Mülls und geht dann mit einer Bekanntschaft essen, in die er sich prompt verliebt. Leider ist das Essen, das sie zu sich nehmen – unter anderem recht frische Rindsleber – zwar lecker, aber verseucht. Und so sind sie nur die ersten unter vielen, die sich in hungrige Zombies verwandeln.

In „Creation of Heaven“ fragen sich die Mönche eines buddhistischen Klosters, ob einer ihrer Roboter Erleuchtung erlangt haben könnte, ob er Buddha sei; und in „Happy Birthday“ löst der verzweifelte Online-Einkauf eines kleinen Mädchens den Untergang der Zivilisation aus.

Die koreanischen Regisseuren Jee-woon Kim und Pil-Sung Yim haben sich (zum Teil recht lustige) Gedanken dazu gemacht, wie die menschliche Gesellschaft ihren eigenen Untergang vorbereitet und betreibt. Im Falle der dritten Episode ist das eine eher leichtfüßige Angelegenheit, ein humoriges Spiel mit den Weiten des Internets und den darin lauernden, ahem, Gefahren. Die ersten beiden Geschichten hingegen sind ernster (nicht ernst) und stellen die Apokalypse immer sowohl in einen technologisch-gesellschaftlichen als auch einen religiösen Kontext.

Die Episoden sind stilistisch und ästhetisch, ihren Themen und Tonlagen entsprechend, sehr unterschiedlich. „Creation of Heaven“ ist zweifellos die ruhigste der drei, eine fast schon meditative Betrachtung über Erleuchtung in der buddhistischen Philosophie und der spezifischen Konstitution des Geistes avancierter menschenähnlicher Roboter – und über die Frage, ob wir unser Leben womöglich lieber mit Robotern als anderen Menschen teilen wollen würden. „Brave New World“ hingegen ist ein nervöses Stück Erzählung über industriell produzierte Nahrung – und zugleich eine Liebesgeschichte voll biblischer Anspielungen.

Grundsätzlicher kann die Apokalypse kaum sein: die Weltenzerstörung folgt zum Schluß. Und auch wenn das alles den Geist der Zuschauer_innen nicht völlig durchpustet: interessantes Hirnfutter ist das allemal.

(Foto: Splendid)

Juan de los muertos (2011)

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Ich habe schon vor längerer Zeit ein kleines Loblied auf Juan de los muertos aka Juan Of The Dead geschrieben, den kubanischen Zombiefilm, den die gnädigen Kinogötter in ihrer unerfindlichen Art vergangenen April sogar auf das deutsche Kinopublikum losgelassen wurde. Jetzt ist der Film auf DVD und Blu erschienen, und das ist eine dringende Gelegenheit, nochmal auf diese Komödie mit politischen Obertönen und viel Herz untendrunter hinzuweisen. Preisend und bejauchzend.

Twixt (2011)

Twixt

Der Schriftsteller Hall Baltimore (Val Kilmer), vor allem durch seine Mystery-Romane über Hexen bekannt geworden aber erheblich auf dem absteigenden Ast, macht für eine Signierstunde Halt in einer winzigen Kleinstadt, hinter deren fader Außenseite sich aber so einige seltsame Dinge verbergen – etwa der Uhrenturm mitten in der Stadt, dessen sieben Zifferblätter stets unterschiedliche Zeiten anzeigen („Keeping track of time around here is pointless“, erklärt jemand Hall einmal, und das hat natürlich noch mehr als eine Bedeutung). Und dann ist da das seltsame Hotel, in dem Edgar Allan Poe einmal übernachtet haben soll und in dem ein schrecklicher Mord stattgefunden hat… der lokale Sheriff Bobby LaGrange (Bruce Dern), nebenberuflich Vogel- und Fledermaushäuser bauend, will Hall in alles einweihen, wenn sie nur zusammen ein Buch schreiben.

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Twixt ist ein seltsames Mönsterchen von Film, das ich im vergangenen Jahr in Sitges das erste Mal hatte sehen können – und kam ziemlich entsetzt aus der Vorstellung ob dessen, was Großmeister Francis Ford Coppola zusammengeschrottet hatte. Es mag sein, dass die Fassung, die ich nun zum deutschen DVD-Release ansehen konnte, ein wenig anders ist als der Film vom letzten Jahr – die unsinnigste 3D-Sequenz der letzten Jahre ist immer noch dabei. (Überhaupt: Im Jahr 2011 noch eine einzelne Sequenz, nur weil da ein bißchen räumliche Tiefe zu sehen ist, in 3D zu drehen, den Rest des Films aber nicht, wirkt schon idealerweise experimentell, ansonsten: albern.)

Es ist alles ein wenig und gewollt skurril hier: die Nebentätigkeit des Sheriffs, in dessen Büro die Leichenhalle gleich mit integriert ist, in einem großen Metallcontainer, der ein Drittel des Raumes einnimmt. Aktuell liegt dort gerade der Leichnam einer jungen Frau, die mit einem Holzpflock durchs Herz umgebracht wurde. Auf einem nächtlichen Spaziergang (oder ist es eher in einem Traum?) begegnet Hall der sehr blassen Virginia (Elle Fanning) und schließlich Herrn Poe selbst (Ben Chaplin) – woraufhin der Film dann noch einige Sprünge an Seltsamkeit zurücklegt.

Coppola macht hier einen wilden Mix aus Gedanken übers Schreiben (Hall setzt sich mit seinem großen Idol Poe zwischendurch auch an einen Tisch und beredet schriftstellerische Schwierigkeiten), kleinstädtischen Vorurteilen gegen Goths und ganz traditionell anmutenden Geister- und Vampirgeschichten. Das Ganze wird ästhetisch mit vielen genretypischen Bildideen umgesetzt (Nebel, Mondschein usf.); die Nächte (oder Träume) sind digital entfärbt, nur einzelne Gegenstände (Zitronen, Kerzen, Blut) leuchten dann ihre Farben noch hinaus.

Leider weiß man hier nie, wohin Coppola mit seinen Motiven eigentlich will – inhaltlich will sich das alles nicht so recht zusammenfügen, und ästhetisch wirkt der Film, mit all seinen Digitaleffekten, Splitscreens und der einzelnen 3D-Szene, eher wie die Fingerübung eines jungen Regisseurs als das Projekt eines alten Hasen. Dieses sieht man allenfalls Aufblitzen in einigen wunderschönen Bildern, immer wieder dazwischen: einmal das blasse Gesicht von Elle Fanning zwischen roten und blauen Farbbändern. Atemberaubend. Am Ende steigt sie als blutiger Engel gen Himmel auf.

(Foto: Studiocanal)

FFF 2012: 96 Minutes (2011)

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96 Minutes - Szenenbild

Langsam gerinnen sie schon zu einem eigenen Genre, die Filme, die das Schicksal einer Handvoll (meist junger) Leute im Brennglas eines Tages (oder weniger Stunden, oder einer halben Woche) verfolgen – die Lebenslinien berühren sich, trennen sich womöglich wieder, aber natürlich verlassen alle diese Erfahrungen als veränderte Menschen. Es sind Sozialdramen meist, in denen die Protagonisten aus ihrer Existenz geschüttelt werden und die zugleich, so wohl meist die Hoffnung von Drehbuchautoren und Regisseuren, zugleich als pars pro toto den Zustand der Gesellschaft darstellen oder zumindest beleuchten.

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Aimée Lagos‘ Film 96 Minutes ist da keine Ausnahme, und der Film unterstreicht seinen Anspruch auf Realitätsnähe noch, indem er das beherrschende dokumentarische Darstellungsmittel der Gegenwart verwendet: die Handkamera, dicht an den Gesichtern der Handelnden dran – immer nur einen Ausschnitt des Ganzen zeigend, so dass das Bild, wie die Handlung, zum Puzzlespiel gerät, in dem die Oberfläche, die aktuelle Perspektive immer nur einen Teil der Welt darstellen kann.

96 Minutes - Szenenbild

Dem entspricht die Erzählweise genau: Ausgehend von einer hektischen nächtlichen Autofahrt – hinten zwei Frauen, davon eine mit Schusswunde am Kopf, vorne zwei junge Männer, einer hält die Pistole noch in der Hand – macht sich 96 Minutes daran, die Vorgeschichte dieser gefährlichen Konstellation auszubreiten, Person für Person, bevor dann schließlich die Stränge ineinandergreifen und der Film nach etwa einer Stunde den Konflikt einer ungewissen Auflösung entgegentreibt.

Die Konfrontation ist hier zunächst recht deutlich eine der Gesellschaftsklassen: die zwei Frauen sind Collegestudentinnen, einigermaßen wohlhabend und gebildet, die jungen Männer Schüler in einem der armen Viertel der Stadt – Kevin (Jonathan Michael Trautmann) ist Sohn einer Prostituierten und sucht nach Bestätigung bei den kriminellen Halbstarken seiner Nachbarschaft, Dre (Evan Ross) hat just seinen Highschool-Abschluß geschafft und hofft eigentlich, selbst auf College gehen zu können.

96 Minutes - Szenenbild

Es ist in dieser Figur, dass sich die Grundfrage des Films bündelt – er will zugleich seinem Viertel entkommen und doch die Verbindung zu seinen Freunden dort – die gleichen Kriminellen, an die sich Kevin richtet – halten. Seine Freundin warnt ihn noch, er könne nicht ewig auf dieser Mittellinie balancieren. „Irgendwann wirst du auf die eine oder andere Seite fallen.“ Allerdings reduziert Lagos ihren Film nicht auf diesen Balanceakt bzw. sein Scheitern; Dres Motive und Handlungen sind doch etwas komplexer, und sowohl Ross als auch Brittany Snow, die eine der beiden jungen Frauen spielt und sich mit dieser Rolle einigermaßen erfolgreich am Charakterfach erprobt, geben ihren Figuren genug Tiefe, um 96 Minutes aus der Masse herauszuheben.

(Fotos: Fantasy Filmfest)

Fantasy Filmfest 2012: Empfehlungen (7)

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Das Fantasy Filmfest hier in Berlin ist jetzt zu Ende gegangen, aber dies ist noch nicht ganz mein letzter Beitrag zum Festival, weil zwei oder drei Filme noch ungesehen auf Pressescreenern und ausländischen DVDs bei mir bereit liegen – da kommt also noch ein achter und letzter Teil. Vorerst gibt es zwei neue Langkritiken, zu Girls Against Boys und zu Comedown.

Außerdem noch gesichtet:

Kurze Anmerkungen und Trailer:

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