Filmstarts dieser Woche (20. Dezember 2012)

Heute gibt es nur ganz kurz zwei kurze Meinungen zu unterschiedlich langen Filmen.

Erstmal Pitch Perfect: Das ist ein ziemlich schlicht gestrickter, streng noch Wohlfühlkriterien konstruierter Sing- und Tanzfilm um die Rivalität zweier A-Cappella-Gruppen, Jungs gegen die Mädchen, und allein schon deshalb ein bißchen kindisch. Beatrice hat sehr gute und treffende Gründe dafür beschrieben, warum der Film doof und antiemanzipatorisch ist, und ich muss halt eingestehen, dass ich ihn als guilty pleasure zum Jahreswechsel trotzdem ziemlich toll fand – weil die Szenen die richtige Menge Schmalz produzieren, und weil ich die Gesangsnummer am Schluss nicht mehr aus dem Kopf kriege.

Beasts of the Southern Wild war hier ja zuletzt wegen einer Verlosung auch Thema – ich fand ihn aber bei weitem nicht so schlimm wie die meisten meiner geschätzten Kritikerkollegen (Sebastian hat mir heute erst gestanden, dass er ihm auch ganz gut gefiel), sondern wiederhole mich gern:

Wilde und anrührende, phantastische Saga mit gelegentlich ins pathetische abdriftender Überhöhung des Überlebenskampfes einer kleinen Gemeinschaft am Golf von Mexiko. Dafür, dass Beasts ein Low-Budget-Projekt (auf 16mm gedreht) und ein Erstlingsfilm ist, der nur mit Laiendarstellern realisiert wurde, ein atemberaubendes Ergebnis, mit zum Teil wunderschönen Bildern und einer überragenden jungen Hauptdarstellerin.

Es läuft natürlich noch viel mehr, das ich noch nicht gesehen habe; End of Watch soll dem Vernehmen nach lohnen, und Tabu sowieso. Viel Spaß im Kino!

Beasts of the Southern WIld - Poster

Filmstarts dieser Woche (2.-4. Oktober 2012)

Diese Woche starte(te)n so einige gute Filme, und es sind einige hübsche darunter, auch wenn ich es leider nicht geschafft habe, mich auch nur zu einem davon etwas länger zu äußern. (Und Madagascar 3, den ich nicht gesehen habe, wird, dem Vernehmen nach, diejenigen nicht enttäuschen, die die ersten beiden Filme auch mochten.)

Looper ist einer der schlausten und vor allem angenehmsten Science-Fiction-Filme der letzten Zeit. Wohltemperiert zwischen Action und Drama, mit jeder Menge Chemie zwischen Bruce Willis und seinem jüngeren Selbst in Form von Joseph Gordon-Levitt (mit neuer Nase) – eine Zeitreisegeschichte, die die logischen Schwierigkeiten solcher Geschichten einfach links liegen lässt, um sich eine ganz eigene Logik zu stricken. Sehr, sehr sehenswert.

Das genaue Gegenteil davon ist Abraham Lincoln: Vampire Hunter, ein Mashup gewissermaßen zwischen der Geschichte des realen Abraham Lincoln und einem fiktiven Vampirjäger – das Ganze in 3D mit wilden Actionsequenzen, wie man sie von Regisseur Timur Bekmambetov spätestens seit Wanted wohl erwartet. Aber letztlich ist das nur eine sinnlose, wirklich fundamental uninteressante Story, die durch die Zeiten hüpft, es an Motivation und Sinn fehlen lässt und keinen Moment lang wirklich Spannung oder wenigstens aufregendes 3D aufkommen lässt. Vermeidenswert.

Bleibt schließlich noch Cockneys vs Zombies, den ich im Rahmen des Fantasy Filmfests schon kurz besprochen hatte – ein durchaus sehenswerter Streifen für Freund_innen derben Zombiehumors, sehr britisch auch in den gesprochenen Akzenten. Nicht schlimm, nicht wunderbar, aber eh nur für ein spezielles Publikum gedacht.

(Foto: Concorde)

Filmstarts dieser Woche (13. September 2012)

Parada Filmszene

Diese Woche bin ich leider sehr spät dran mit den Kinostarts der Woche (von Donnerstag), aber es war einfach zu viel los. Immerhin zwei der Starts habe ich schon gesehen, und auch wenn ich auf keine langen Texte dazu verweisen kann, seien sie doch kurz angesprochen:

Parada habe ich kurz in der neuen Deadline besprochen – das ist eine bitterkomische Tragödie, eine sehr lustige, sehr ernsthafte Geschichte über das Dasein Homosexueller im zeitgenössischen Serbien. Mich hat sie, trotz aller Klischees und Überzeichnungen, amüsiert, berührt und getroffen – aber das sind so subjektive Kriterien, dass sie vermutlich niemand so recht als Kriterium für seine eigene Wahl treffen sollte.

La Cara Oculta/Das verborgene Gesicht habe ich hier bereits kurz im Kontext des FFF angesprochen: Haunted-House-Variation, die mit dem Genre spielt, aber an und für sich genommen leider nicht vollständig überzeugen kann, was vor allem an der eigentümlichen (und eigentlich, weil gewagten, sehr beglückenden) Erzählstruktur des Filmes liegt.

(Foto: Neue Visionen Filmverleih)

Filmstarts dieser Woche (6. September 2012)

Der kleine Rabe Socke

Von den schönen Filmen, die in dieser Woche starten, kann ich zu dreien mehr oder minder kurze Empfehlungen aussprechen:

Schon auf der Berlinale habe ich Herr Wichmann aus der dritten Reihe sehen können, und möchte den Dokumentarfilm nach wie vor gerne allen ans Herz legen, die ein Herz für seltsame Momente haben oder mal wissen möchten, wie Politik eigentlich so im Alltag der Niederungen passiert. Hier meine Kritik auf kino-zeit.de.

Der kleine Rabe Socke ist, wie ich auf Facebook schon geschrieben habe, ein durchaus sehr schöner deutscher Trickfilm für Kinder:

Deutsche Zeichentrickfilme als Spin-Offs etablierter Figuren (und damit: Marken) sind mir ja eigentlich ein Graus. Aber DER KLEINE RABE SOCKE ist erstaunlich gut und vor allem gut zu seinen kleinen Zuschauer_innen: Zärtlich, ambivalent, spannend, immer auf Augenhöhe, aber nie herablassend. Es gibt weder furchtbaren Schrecken noch einen bösen Antagonisten, aber deshalb ist das noch lange kein süßlicher Kitsch, vor allem nicht mit diesem Protagonisten, der sich um alle Konflikte herumlügt, so lange es geht. Großes Kino, ich würde sagen: ab vier Jahren.

Last but not least: The Cabin in the Woods (produziert vom großartigen Joss Whedon) ist der womöglich großartigste Meta-Horrorfilm der letzten Jahre. In der ersten Hälfte folgt er in dem einen Handlungsstrang den genretypischen Vorhersagbarkeiten, um auf der anderen Seite schon ganz, ganz eigentümlich zu werden; und wir dann derartig gaga-großartig, dass ich vor Lachen mich im Kinosessel kugelte und im Übrigen hocherfreut aus dem Saal kam.

(Foto: Universum Film)

Text zu Filmstart (18. August 2011): Captain America

Machen wir’s kurz: Captain America – The First Avenger ist zwar ein milde unterhaltsamer Superheldenfilm, aber zu sehr Standradware, um wirklich aufregend zu sein. Näheres dazu von mir auf reihesieben.de.

Texte zu Filmstarts (11. August 2011)

Zwei der heute gestarteten Filme habe ich bereits vorab gesehen, und sie sprechen völlig unterschiedliche Gemütsverfassungen an: Die Anonymen Romantiker (ein durchaus eher falsch übersetzter und nicht treffender Titel – Les Emotifs Anonymes ist das im französischen Original) ist eine bezaubernde, altmodisch langsame und fast schon zu kurze Komödie über Menschen mit mehr Schamgefühl als Du und Ich – weitaus mehr, als gut für sie ist. Ausführlicher steht das bei kino-zeit.de.

Und dann ist da Rise of the Planet of the Apes, auch mit einem komischen deutschen Verleih(bei)titel, Planet der Affen: Prevolution, ein Science-Fiction-Actiondrama, das heute in einer Notiz der Berliner Zeitung als „Wissenschaftsdrama“ bezeichnet wurde, was natürlich größtenteils Quatsch ist. Erzählt werden soll die Vorgeschichte der Planet der Affen-Filme aus den 1960er/1970er Jahren, und das macht der Film ganz okay.

Foto: Delphi Filmverleih

Texte zu Filmstarts (4. August 2011)

Nein, das Bild da oben zeigt nicht Super 8, den durchaus originellen, sehr retro-orientierten und gelungenen Coming-of-Age-Monsterfilm aus dem Haus Spielberg/Abrams. Und mit Elle Fanning ist auch eine junge Schauspielerin dabei, der die drei Grazien im Bild bei weitem nicht das Wasser reichen können. Mehr Lobpriesungen dazu von mir im horrorblog.org.

Die jungen Damen im Bild sind stattdessen dem hochgradig berechneten und berechnenden Teenieschmalzpfützchen namens Plötzlich Star aka Monte Carlo entsprungen. Eine wirklich völlig belanglose und entlang altbekannter Linien entwickelte Produktion, die sich evidentermaßen vor allem an den Interessen und Stars eines amerikanischen Jugendstratums orientiert, und deshalb in Deutschland hoffentlich eine verdiente Bauchlandung macht. Etwas weniger negativ habe ich das für filmstarts.de verpackt.

Nach den altbackenen, simplizistischen Geschlechtermodellen dieses Films ist es eine Freude, auf den Dokumentarfilm Im Bazar der Geschlechter hinweisen zu können, der zwar nicht eben die Geschlechterordnung durcheinanderwirbelt, aber doch vielleicht ein bißchen unsere Vorstellung davon, wie sich das Leben zwischen den Geschlechtern im Iran so abspielt. Vordergründig geht es um das Konzept der Zeitehe, wie nebenbei werden grundlegende Bedingungen der (islamischen) iranischen Gesellschaft unter die Lupe genommen. Sehr empfehlenswert, wie ich für kino-zeit.de beschrieben habe.

Foto: 20th Century Fox

Texte zu Filmstarts (28. Juli 2011)

Vermutlich werden ab morgen ob geringer Kopienzahl nicht eben unendlich viele Menschen die Möglichkeit bekommen, sich den Film Confessions (Geständnisse) anzusehen – aber diese sollten die Gelegenheit beim Schopfe ergreifen, dieses visuell seine Narration vorantreibende Thrillerdrama anzusehen, das sich fröhlich allen Kategorien und Zuschreibungen entzieht, während es die Welt in Stücke reißt. Buchstäblich. Hier meine Besprechung bei kino-zeit.de.

Nur für einen bedeutend kleineren Teil der Menschheit wird Green Lantern von Interesse sein, das Ryan-Reynolds-Superheldenvehikel. Zwar werden ihn sich dennoch viel mehr Leute ansehen, aber an der Qualität des Films liegt das nicht. Eher bietet der Streifen gut gelaunten Edeltrash, aber dazu gehen die Meinungen weit auseinander: für manche ist das einfach nur teurer Schrott. Meine Haltung dazu gibt’s hier im Blog.

Cars 2 läuft ebenfalls morgen an, und eigentlich hat Maurice bei critic.de alles dazu gesagt, was ich auch anzumerken hätte. Außer vielleicht noch: Ich habe mich fulminant gelangweilt.

Bleibt schließlich noch Nichts zu verzollen zu erwähnen, eine vergnügliche französische Komödie über die Mühen der europäischen Einigung ebendort, wo sie am leichtesten erscheint: in der menschlichen Begegnung der Grenzanrainer. Mit Dany Boon (der auch Regie führt) und dem mir immer mehr ans Herz wachsenden Benoît Poelvoorde als einander spinnefeinde Grenzbeamte auf unterschiedlichen Seiten des franko-belgischen Niemandslandes. Meine ausführliche Besprechung gibt es bei filmstarts.de.

Foto: Rapid Eye Movies

Text zu Filmstart (21. Juli 2011)

Schon vor längerer Zeit hatte ich James Wans neuen Film Insidious gesehen und war leider keineswegs so begeistert, wie ich vielleicht hätte hoffen können – der Mann hat immerhin Saw erfunden. Für blairwitch.de habe ich das ein ganzes Stück ausführlicher aufgeschrieben.

Ausführlich nirgendwo besprochen habe ich Bridesmaids mit dem blöd, blöder, am blödesten deutschen Verleihtitel Brautalarm, der zudem mit einer Plakatkampagne mißhandelt wird, die wohl Sex and the City aufrufen soll; verfehlter könnte die Positionierung des Films nicht sein. Daß die Pressevorführungen allesamt in deutscher Sprache stattfanden, zeigt vielleicht noch mehr, wie wenig man hierzulande dem Komödiantischen an sich zutraut bzw. abgewinnen kann. Sei’s drum: ein großartiger Film, derb und weit jenseits der Schmerzgrenze, und genau deshalb umwerfend komisch. Wo immer möglich sollte man sich aber wohl die Originalfassung zu Gemüte führen.

Foto: Central Film/Wild Bunch

Texte zu Filmstart (14. Juli 2011): Harry Potter 7.2

Vermutlich kommt es als keine große Überraschung daher, daß mich an den Harry Potter-Verfilmungen immer besonders interessiert hat, wie die sich die Frauenfiguren entwickeln. So bin ich ein kleines bißchen enttäuscht (aber nicht so schlimm wie befürchtet), daß im letzten Film den weiblichen Weasleys (Mutter und Tochter Ginny) nicht richtig viel Raum eingeräumt wird – wie überhaupt die wichtigen Nebenfiguren zwar alle noch ein bißchen Platz bekommen, aber befriedigend ist das nicht. Jedenfalls nicht für mich. (Aber das ist gut: Der „You bitch!“-Moment ist drin.)

Was ich sonst von Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2 gehalten habe und warum dieser Film ein durchaus unvollkommener, aber würdiger Abschluß der Serie ist, habe ich ausführlicher und mit etwas unterschiedlichen Schwerpunkten für critic.de und fürs Horrorblog aufgeschrieben.

Foto: Warner Bros.