Kurzfilm von Bo Mathorne, mehr Infos hier.
(via)
and other film stuff that I care (to write or talk) about
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The King’s Speech ist für mich nach wie vor nicht zuletzt deshalb ein starker Film, weil er aus einer extrem fade klingenden Idee (Stotterer lernt, flüssiger zu sprechen) eine durchaus packende Geschichte zu stricken weiß. Mich hat auch nicht so sehr gestört, daß der Film natürlich unter der Oberfläche ein royalisiertes Buddy Movie ist. Daß der Film es mit der historischen Wahrheit in vielen Punkten nicht so genau nimmt (Slate, blogscanada; via), ist meines Erachtens nach deshalb nicht so bedeutsam, weil diese Verdrehungen keine Punkte betreffen, über die der Film politische Aussagen treffen will; ärgerlich sind sie bei einem derart populären Film gleichwohl doch.
Denn beliebt ist er: Das Publikum kommt (wie zu Black Swan auch) in Strömen, der Film wurde mit BAFTAs überhäuft, und auch ein Großteil der Presse ist einigermaßen hingerissen. Die Kameraführung wird allerdings dann oft ebenso belächelt wie das eher schwachbrüstige Drehbuch, und letztlich sei, da gibt es mehrere Stimmen, der Film
nach dem Standardrezept vom triumphal bewältigten Handicap gebacken […], mit dem man Oscars gewinnt.
Nominiert für: Best Picture, Best Director (Tom Hooper), Best Actor (Colin Firth), Best Supporting Actor (Geoffrey Rush), Best Supporting Actress (Helena Bonham Carter), Best Original Screenplay, Best Cinematography, Best Editing, Best Art Direction, Best Costume Design, Best Original Score, Best Sound (12)
Chancen: In den Hauptkategorien sind die Chancen wohl recht gut, auch wenn vor allem The Social Network da nicht weniger aussichtsreich ist. Vor allem ist Firth ein echter Favorit für die kleine Goldstatue. Interessant wird sicher die Frage werden, ob Helena Bonham Carter (als zukünftige Queen Mum) den Oscar bekommt, und ob die Auszeichnung für den Best Sound ebenfalls an diesen Film geht, bei dem sich so viel um Geräusche dreht, die aus Colin Firths Mund (nicht) kommen.
Addendum: Inzwischen hat jemand festgestellt, daß eines der wichtigsten Sets von The King’s Speech zuvor (unter anderem) für einen Schwulenporno verwendet wurde. Ich finde das ja eher amüsant, die Academy womöglich weniger; auf die Oscarchancen für „Art Direction“ wird sich das nicht auswirken, weil die Abstimmung zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens bereits beendet war. Aber die Pressestimmen zu lesen, wenn The King’s Speech diesen Oscar gewinnen sollte – vor allem die Überschriften – das wäre doch lustig und womöglich etwas fremdschäm-peinlich.
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Tim Burtons Variation auf den Klassiker von Lewis Carroll ist bei der Kritik ja ziemlich einhellig durchgefallen; ich selbst fand ihn wirklich unterhaltsam (und habe ihn an dem Abend auch wirklich nur zu dem Zweck gesehen, unterhalten zu werden). Meine Erinnerung an den Film, der natürlich alles andere als eine werkgetreue Verfilmung von Lewis Carrolls Roman ist, ist dadurch womöglich nicht besonders präzise – aber es wundert nicht, daß der Film ausschließlich in Kategorien nominiert wurde, die unmittelbar den visuellen Eindruck betreffen.
Nominiert für: Best Art Direction, Best Costume Design, Best Visual Effects (3)
Chancen: Der Film hat vor allem bei den Spezialeffekten mit Inception einen starken Gegenkandidaten, so daß ich noch am ehesten an einen Preis für Art Direction und/oder (noch eher) Costume Design glaube, denn beides war durchaus vortrefflich.
Dieser Fan/Fake-Trailer zu einer fiktiven E.T.-Fortsetzung mit deutlich mehr Blut und Action als im Original ist ein hübsches Beispiel dafür, was mit digitaler Technik und Begeisterung für die Form möglich ist: Hier sind Szenen aus allerhand Filmen zusammengefügt und zum Teil digital nachbearbeitet worden (ist vielleicht sogar einiges extra für den Trailer gedreht worden?), so daß daraus ein sehr sehenswertes, herbes und schließlich blutiges Stück Kurzfilm geworden ist.
Zusammengebastelt und verantwortet hat das Ganze Robert Blankenheim, der auch schon bei anderer Leute Kurzfilmen die Spezialeffekte gemacht hat (Homepage, Youtube).
(via)
Blankenheim hatte vor fast fünf Jahren schon einmal mit einem Fake-Trailer für Titanic 2 ein bißchen Aufsehen erregt, dessen Making-Of man hier ansehen kann – es gibt spannende Hinweise auf die Arbeitsweise des Regisseurs:
Die freundlichen Menschen von NEGATIV – Magazin für Film und Medienkultur haben anläßlich des ersten „Geburtstags“ ihres Magazins verschiedene Filmkritiker_innen und -publizist_innen zum Thema Filmkritik und Internet befragt – und ich bin beglückt, dafür neben so großartigen Menschen wie Ekkehard Knörer, Steven Shaviro, Lida Bach, Jonathan Rosenbaum und Georg Seeßlen ebenfalls angesprochen worden zu sein.
Aus ganz persönlicher Perspektive also von mir hier ein paar Sätze zur Bedeutung des Internet für die Filmkritik und meine Arbeit als Kritiker.

Ergänzt wird die Reihe übrigens durch Beiträge des Magazins selbst, so von Dennis Vetter zu „Der Autor ist tot. Lang lebe der Diskurs„, und auch Ciprian David macht sich Gedanken zur Filmkritik im Internet.
Und natürlich greift das auf ältere Diskussionen zurück – etwa die Debatte um Josef Schnelles Polemik gegen Filmkritik in Blogs im August 2008 oder die verschiedenen Beiträge zum Symposium „Im Netz der Möglichkeiten – Filmkritik in Zeiten des Internet“ im November des gleichen Jahres (hier der Beitrag von Sascha Keilholz mit Links, hier bei Thomas Groh ein Überblick über die Diskussionen).
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Ich fand diese Agentinnen-Actiongeschichte mit Angelina Jolie ja erheblich besser als die meisten meiner Kolleg_innen, was vermutlich nicht nur an meinem Soft Spot für Angelina Jolie liegt, sondern auch daran, daß Salt vielleicht der einzig solide, ernsthafte und gelegentlich auch harte Agentinnenfilm der vergangenen Jahre ist. Frauen werden immer noch zu selten in solche Rollen besetzt, und gerade im Vergleich zu den Agent_innenkomödien des vergangenen Jahres – namentlich Killers (meine Kritik) und Knight and Day – mit ihren vorsintflutlich anmutenden Geschlechtermodellen ist dies eine angenehme Abwechslung, die sich, bei aller Hanebüchigkeit in vielem, jedenfalls nicht hinter den meisten, männlich besetzten Agentenfilmen verstecken muß. (Und ja, natürlich sind die Bourne-Filme interessanter und die besseren Bonds auch besser.)
Nominiert für: Best Sound (1)
Chancen: Praktisch null.
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Ein großartiger Film ist das, visuell geradezu erschütternd intensiv, vor allem aber mit einer herausragenden Natalie Portman in der Hauptrolle, die sich nicht zuletzt intensiv und völlig überzeugend auf ihre Rolle als Ballettänzerin vorbereitet hatte (und jetzt ihren Choreographen heiratet und mit ihm ein Kind bekommt). Das Einzige, was mich wirklich von totaler Begeisterung für den Film abhielt, war der Umstand, daß ich die Grundkonstruktion des Drehbuchs (die ich hier jetzt nicht verraten möchte) allzu rasch durchschaubar fand und mich das oft genug aus dem Film herausriß. Das ist womöglich eine sehr subjektive Einschätzung; zugleich fand ich das Drehbuch aber gerade darin clever, wie es die Geschichte von Schwanensee, die darin getanzt werden soll, in den Film selbst wieder einwob.
Nominiert für: Best Picture, Best Director (Darren Aronofsky), Best Actress (Natalie Portman), Best Cinematography, Best Editing (5)
Vage Prognose: Zumindest Ms Portman dürfte der Oscar wohl sicher sein, trotz der würdigen Konkurrenz (Annette Benning hat angeblich aber auch noch Chancen) mit allem Recht; und außerdem haben wahnsinnige Frauen einfach bessere Chancen. Auch die anderen Trophäen wären verdient, aber da sind vor allem mit The King’s Speech und The Social Network zwei große Favoriten für einen Oscardurchmarsch ebenfalls präsent.
Die Figur der „Black Widow“ kam meines Erachtens nach in Iron Man 2 ja viel zu kurz. Der kanadische Regisseur Patrick Boivin (Youtube-Channel) hat dem jetzt abgeholfen und mit der Scarlett-Johansson-Actionfigur (nebst einigen anderen) einen kleinen, feinen, wummigen Einminüter aufgenommen.
Boivin ist der gleiche Regisseur, der auch schon AT-AT Day Afternoon und Iron Baby gemacht hat. Viele weitere seiner Projekte gibt es auch bei Openfilm zu sehen, zum Beispiel dieser seltsame Kurzfilm:
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Ich habe an anderer Stelle schon ausführlich beschrieben, daß und warum ich Toy Story 3 für einen ganz und gar großartigen Film halte – eine nahezu perfekt ausgewogene Mischung aus Drama, Abenteuer und Action, das alles mit ein bißchen Schnulze und reichlich Tränendrüse. Hach. Darüber hinaus ist auch dieser Pixar-Film technisch großartig, die Story mitreißend und all das.
Nominiert für: Best Picture, Best Animated Feature, Best Adapted Screenplay, Best Original Song, Best Sound Editing (5)
Vage Prognose: Für Best Picture scheint die Konkurrenz doch etwas zu groß zu sein, aber Best Animated Feature ist Toy Story 3 wohl so gut wie sicher; für nicht unwahrscheinlich halte ich es auch, daß es obendrauf noch einen der anderen Oscars gibt, immerhin ist der Film in ungefähr allen Kategorien nominiert, in denen man einen Animationsfilm erwarten könnte.
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Inception ist in der Tat ein interessanter Film (meine ausführliche Meinung findet sich hinter dem Link), aber letzten Endes eher ein Beispiel für einen technisch und ästhetisch überzeugenden, aber inhaltlich bei längerem Nachdenken nicht wirklich begeisternden Film. Es geht mir dabei nicht einmal um die Löcher in der Logik oder derlei Nickeligkeiten (die hat fast jeder Science-Fiction-Film in irgendeiner Weise), sondern mehr noch darum, daß Christopher Nolan seine Traumthematik doch schwer mit dem Holzhammer umsetzt und fast ausschließlich auf Action setzt, wo etwas mehr Ruhe und vielleicht ästhetisches Staunenmachen (Paris zu falten ist schon eine sehr coole Idee, aber daraus macht er nichts) auch nicht schlecht gewesen wäre. Und seine sonstigen Filme zeigen ja, daß er das kann.
Nominiert für: Best Picture, Best Original Screenplay, Best Cinematography, Best Art Direction, Best Original Score, Best Sound, Best Sound Editing, Best Visual Effects (8)
Vage Prognose: Bester Film? Im Traum vielleicht. Bestes Originaldrehbuch? Hardly. Ich vermute, daß der Film allenfalls einen der Musik- oder Tonoscars bekommen wird, vielleicht auch noch den für Spezialeffekte.