Oscarwoche 2011

Weil man auch mal seriellen Quatsch machen muß, gibt es hier diese Woche einen kleinen Rückblick auf allerhand nominierte Filme, soweit ich sie gesehen habe oder in dieser Woche noch runterreißen kann – mit ganz kurzen Besprechungen nochmal und, naja, schaun mer mal, wonach mir der Sinn steht. Das Ganze wird in einem Oscar-Liveblogging am kommenden Sonntag (nachts dann irgendwann, und wohl mit den tollsten Mitschreibenden, die man sich wünschen kann) seinen Höhepunkt finden, und dann fallen wir alle erstmal ins Bett und schlafen ein, zwei Wochen. Eine schöne Übersicht über die Oscar-Nominierungen hat Peter.

Und am Freitag gibt es außerdem die Césars (Twitter)! Und heute abend die Gérard (Twitter)!

Kurzfilm: The Giant

Der offenbar einzige Film von Denis Nokony, ein ganz kurzer Streifen aus dem Jahr 1987 über Edouard Beaupré, den „Willow Bunch Giant“.

This animated short tells the story of Edouard Beaupré, a.k.a. the Willow Bunch Giant. At 2.5 m (8’ 3”), he was the tallest Canadian in history. Born in 1881 in a small Métis community south of Moose Jaw, Saskatchewan, his life was tragically cut short in 1904 while he was “on display” at the St. Louis World’s Fair.

(Quelle)

Poster: ‚Cat Run‘

Auch wenn die Inhaltszusammenfassung, die indieWIRE anbietet, nicht unbedingt danach klingt, als sei Cat Run ein Kandidat für das Oberthema dieses Blogs – das Poster spricht eine andere Sprache.

Stockwell’s film centers around a failed chef and his slacker best friend. Aimless, they decide to help a high class export who is holding important evidence to a scandalous cover up. The two friends soon find themselves as makeshift detectives, protecting the woman from the mob, a corrupt U.S. Senator and a dangerous assassin.

Der Film startet am 1. April in den USA; weitere Termine gibt es bislang leider noch ebensowenig wie Kritiken, Trailer oder Szenenfotos.

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(via)

Poster für ‚Requiem pour une tueuse‘

Hier ist das offizielle, Paris gerade zupflasternde Plakat für Requiem pour une tueuse mit Mélanie Laurent in der Titelrolle.

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Und ich lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich in dem Bild eine gewisse Ähnlichkeit zum Plakat von Point of No Return sehe, dem von 1993 datierenden John-Badham-Remake von Luc Bessons Nikita (1990)?

Oder vielleicht gibt es auch einfach nur eine begrenzte Anzahl von Posen und Bekleidungsvarianten, in denen man Frauen mit Waffen gerne abbilden möchte. Aber daß die schon alle abgegrast sind…

Paul (2011)

Ich habe Paul Anfang der Woche in einer Avant-Première hier in Paris sehen, zu der ich dank films-horreur.com Zugang bekam. Dafür herzlichen Dank; die Paul-Besprechung der Site findet sich hier.

Paul ist seit 1947 unter uns, als er des nachts mitten in Wyoming auf einer einsamen Farm landete und dabei einen Unfall verursachte, der ihm zugleich seinen irdischen Namen einbrachte. Denn Paul kommt von einem anderen Stern (welcher genau, das ist gar nicht so wichtig) und hat seitdem irgendwo in den Räumen der Area 51 wohl ein ganz bequemes Leben geführt, der amerikanischen Regierung alle möglichen Tips und Steven Spielberg reichlich Inspiration gegeben – aber jetzt scheint es ihm doch an der Zeit zu sein, nach Hause zurückzukehren, und nach einem kurzen Telefonat macht sich der kleine Kerl aus dem Staub – und rast direkt in den nächsten Unfall hinein. Autofahren ist nicht so seins.

Stattdessen wird der Außerirdische von zwei Briten aufgegabelt, die gerade von der ComicCon und sich nun den lange gehegten Traum erfüllen, die bedeutendsten Plätze Amerikas abzufahren: The Black Mailbox, Area 51, … Obgleich beide bis zur Ohnmacht überrascht sind, ein echtes Alien vor sich zu haben, nehmen sie Paul mit an Bord ihres Wohnmobils und wollen ihm gerne helfen, an sein Ziel zu kommen. Ihnen auf den Fersen: Ein „Man in Black“ (mit zwei Gehilfen) sowie einige uramerikanische Gestalten.

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Paul von Greg Mottola (der zuletzt Superbad und Adventureland gemacht hat) ist von den ersten Momenten an ein Nerdfilm, und damit spielt er nicht verschämt herum, das stellt er schon offen in seinen beiden Protagonisten aus: Graeme Willy und Clive Gollings verkörpern ihre eigene Zielgruppe nahezu perfekt mit ihren unvollkommenen Körpern, den jeden Trend ignorierenden Frisuren und geeky T-Shirts. ComicCon, wo man sie zuerst sieht, ist natürlich das Mekka aller Film- und Aliennerds, und sie pilgern unter anderem dorthin, um ihr Idol, einen schmierigen Science-Fiction-Autoren (Jeffrey Tambor) zu treffen. (Gollings ist selbst Autor, und Willy illustriert seine Bücher. Bzw. das eine bisher schon veröffentlichte.)

Mit Simon Pegg und Nick Frost, die sich spätestens mit Shaun of the Dead einen festen Platz im Herzen der Filmnerds erobert haben, sind diese beiden Briten also perfekt besetzt; und natürlich haben sie, die auch im realen Leben beste Freunde sind, gemeinsam das Drehbuch geschrieben. Entsprechend werfen sie sich die Dialogbälle zu, später dann auch mit Paul (gesprochen von Seth Rogen) und Ruth (Kristen Wiig), die sie unterwegs aufgabeln und die Paul alsbald von ihrer religiösen Engstirnigkeit und ihrem Augenleiden erlöst.

So wird aus Paul als Road-Science-Fiction-Komödie dann zuallererst ein Buddymovie zu zweit/dritt/viert, in dem selbst die Romanze der bisher weitgehend ungeküssten Graeme und Ruth die Harmonie der Gruppe nicht wirklich stören kann; und zugleich ist es eine Alien-Geschichte in der Alien-Geschichte: Graeme und Clive sind nämlich in den USA spürbar fremd, die da wie eine Ansammlung der übelsten Vorurteile über Amerikaner_innen vorüberzieht: gewaltbereite Waffennarren, religiöse Fanatiker, homophobe Kleinstädter_innen.

Dabei ist der Film ja ein wohl austarierter britisch-amerikanischer Gemischtwarenladen mit vorwiegend amerikanischem Personal (was sicher der Vermarktung nicht schaden wird) – aber auch das amerikanische Zielpublikum wird sich wahrscheinlich in dieser Wahrnehmung als Fremde (im eigenen Land) wiederfinden.

Vor allem aber ist Paul ein extrem anspielungsreiches Stück Unterhaltung, in dem nicht-filmische Nerdismen ebenso eingebaut werden wie bergeweise Bezüge zu (vor allem) anderen Science-Fiction-Filmen, von den „Men in Black“, für die hier vor allem Spezialagent Zoil (Jason Bateman) steht, über, natürlich, E.T.: The Extra-Terrestrial und Close Encounters of the Third Kind bis hin zu einem schönen Aliens-Scherz samt Cameoauftritt von Sigourney Weaver. Dass die nicht-menschliche Hauptperson ein mindestens so großer Nerd ist wie seine britischen Gegenparts (und im filmischen Univserum verantwortliche Inspirationsquelle für zahlreiche der erfolgreicheren Science-Fiction-Geschichten des 20. Jahrhunderts) erleichtert nur die Einbindung dieser Scherze.

Und natürlich geht es hier nicht ganz jugendfrei zu: Die Größe von Pauls Geschlechtsorganen wird diskutiert („Spaceballs!“), Hunde und Agenten plattgemacht, und Paul ist ein großer Freund von nicht eben legalen bewußtseinserweiternden Substanzen. Aber dadurch macht es eigentlich alles nur noch viel mehr Spaß.

Addendum: Beim Guardian gibt es noch ein schönes Interview mit Sigourney Weaver und Jason Bateman zu sehen, samt vieler Ausschnitte aus dem Film.

Fotos: Universal

Habemus Wonder Woman: Adrianne Palicki

Wie heute bekannt wurde, hat NBC nun die Hauptrolle der neuen Wonder Woman-Fernsehserie mit der Schauspielerin Adrianne Palicki besetzt. Palicki ist in den USA bislang vor allem durch ihre Rolle in der Fernsehserie Friday Night Lights bekannt geworden; international war sie in der weiblichen Hauptrolle des eher mittelmäßigen Legion zu sehen.

Drehbuch und Konzept der neuen Serie stammen von David E. Kelley, der zum Beispiel auch Ally McBeal mitverantwortete; insofern darf man *hüstel* auf seine Perspektive und Umsetzung gespannt sein; tvovermind schreibt zu den Plänen des Senders:

Wonder Woman will apparently be a straight-faced, non-camp take on the famous superheroine, and will follow NBC’s previous attempts at a successful superhero series

Das wird auf jeden Fall anders aussehen als der mal angedachte Spielfilm aus der Feder von Joss Whedon; aber geben wir dem Projekt halt mal eine Chance. Und so lange kann man sich ja nochmal die Website des geplanten Wonder Woman-Dokumentarfilms (hier mehr dazu) ansehen oder das Projekt bei Kickstarter finanziell unterstützen – da fehlen noch fast 7500 US$, die in den kommenden vier Wochen zusammenkommen müssen!

Neuer Clip aus ‚Hanna‘

Gerade heute hatte ich erst auf ein neues Poster für Hanna hingewiesen, da finde ich bei Cinemablend auch noch einen neuen Clip aus dem Film – den zweiten nach dem Clip beim Guardian. Die Handlung dieses Ausschnitts spielt sich offenbar kurz nach dem dort zu sehenden Stück Film ab.

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(via)

Kurz verlinkt, 16. Februar 2011

Lesens- und Sehenswertes aus den vergangenen Tagen (29. Januar 2011 bis 16. Februar 2011):

  • Loving the Bad – An Interview with Frankie Latina and Sasha Grey on Modus Operandi
    "Any director who shoots a grindhouse film without exquisite, triumphant, dangerous, and naked women is doing a disservice to the genre and should move into a different field."
    by Matthew Sorrento
  • The Best Sex in Contemporary Hollywood – Utopia, Ecstasy, and the (Classical) Musical Number in The 40-Year-Old Virgin
    by Kelli Marshall
  • Something That Festers – The Silence of the Lambs, The Texas Chainsaw Massacre, and the Visual Pleasures of Horror
    "We're drawn to and fascinated by horror because the genre reminds us that we have both outsides and insides, skin and guts, eyes and gray matter, ideas and appetites."
    by Jesse Stommel
  • The Cinematic Islands of Dr. Moreau – Beasts, Monsters, and Mad Scientists
    Why the doctor endures
    by Richard A. Voeltz
  • Interview mit Denis Villeneuve – Regisseur von 'Incendies'
  • Girls on Film: Redefining Date Movies – The dating world is a hideous business. We're taught that to woo, to romance, to love; the man must cover his beloved in all manner of monetary adoration and personal torment. He must buy overpriced roses, grandoise gifts and wallet-burning meals every Valentine's Day. He must take his beloved, or hope-to-be-beloved, to romantic comedies and five-tissue romances. On the flip side, the woman is expected to groom, to woo (though all bets are off when the fish is caught) and to offer up sexual spoils to show her appreciation (though not required). If she's super-swell, she might give the guy a day off now and then to partake in his burly deeds and see his manly friends, but ultimately, she just has to keep him marginally entertained … and rule him with an iron fist of feminity.
    And it all starts with the "date movie."
  • 15 movie sex and bedroom scenes that might just put you off sex and bedrooms – The movies have some valuable lessons to teach us about bedroom shenanigans. For here are 15 films that might just put you off sex altogether…
  • Heteronormativitätskritische Filmbildung – Plädoyer für queere Perspektiven in der Medienpädagogik – Medienpädagogische Filmbildung hat es bislang gänzlich versäumt queer-theoretische Ansätze in der Filmbildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen aufzugreifen. Darum schlage ich ein Konzept heteronormativitätskritischer Filmbildung vor, mit dem medienpädagogische Ansätze innerhalb der Filmbildungsarbeit für queer geöffnet werden, das sich insbesondere für subjektbezogene Konzepte von Filmbildung dringend empfiehlt. Heteronormativitätskritische Filmbildung stellt eine veränderte Möglichkeit der Herangehensweise an das Medium Film dar: Filmische Repräsentation wird als Ort der Reproduktion heteronormativer Strukturen fokussiert und gleichzeitig der Frage nachgegangen, inwiefern Interventionen in die symbolische Ordnung durch filmisch vermittelte Formen des Widerstandes aussehen können. (Feministisches Institut Hamburg / von Julia Bader)
  • Wieland Speck über Kinofestivals – Nachdem Wieland Speck in den siebziger Jahren für das Berliner TALI Kino verantwortlich war und als Darsteller unter anderem für Marlene Dietrich, Ulrike Ottinger und Robert van Ackereren vor der Kamera stand, wurde er im Jahr 1982 Assistent von Manfred Salzgeber bei der Berlinale. Gemeinsam mit ihm gründete er den schwulen Filmpreis TEDDY AWARD, der seit 1987 auf der Berlinale verliehen wird. Seit 1992 ist Wieland Speck Programmleiter der Sektion PANORAMA. Mit uns hat Speck darüber gesprochen, warum das Kino in Festivals zu Hause ist.

Neues Poster für ‚Hanna‘

Ich beteilige mich hier ja normalerweise nicht am Wettlauf darum, zu jedem neuen Film die letzten drei Szenenfotos und das tolle Plakat und diesen neuen Trailer jetzt aber auch sofort zu posten. An Neuigkeiten über Joe Wrights neuen Film Hanna (hier der Trailer, der Guardian hat einen (heftigen) Clip) über eine 16jährige mit Kampfausbildung (Saoirse Ronan) bin ich aber natürlich schon meines Blognamens wegen sehr interessiert.

Collider weist nun auf ein neues Poster zum Film bei impawards.com hin, das ich Euch nicht vorenthalten möchte. Schon das erste Motiv sah ja nicht schlecht aus.

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Die offizielle Synopsis:

Hanna (Ronan) is a teenage girl. Uniquely, she has the strength, the stamina, and the smarts of a soldier; these come from being raised by her father (Bana), an ex-CIA man, in the wilds of Finland. Living a life unlike any other teenager, her upbringing and training have been one and the same, all geared to making her the perfect assassin. The turning point in her adolescence is a sharp one; sent into the world by her father on a mission, Hanna journeys stealthily across Europe while eluding agents dispatched after her by a ruthless intelligence operative with secrets of her own (Ms. Blanchett). As she nears her ultimate target, Hanna faces startling revelations about her existence and unexpected questions about her humanity.