Trash am Mittwoch: Hunting Grounds (2008)

Ursprünglich erschienen in Deadline #32, März 2012.

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Der Zombie an sich ist ja ein billiges Monstrum: schon mit ein wenig Latex, Farbe und Kunstblut lassen sich zur Not überzeugende Exemplare der Untoten erstellen, die wenigstens auf kleinen Bildschirm nicht sofort ihre Künstlichkeit ausstellen. Leider hat das umgekehrt auch dazu geführt, dass viele Filmemacher glauben, mit praktisch Null Budget schon einen ordentlichen Zombiefilm machen zu können. Und immer wieder einmal kommt das Ergebnis solcher Bemühungen dann auch auf den Markt, weil ein DVD-Vertrieb der Meinung ist, mit einem so günstig finanzierten Streifen lasse sich wohl doch noch ein wenig Geld verdienen.

Aus genau dieser Ecke kommt Hunting Grounds, bei dem Regisseur Eric Bilodeau (es ist sein erster Langfilm) auch gleich noch für Produktion, Kamera, Drehbuch, Produktionsdesign sowie Spezialeffekte verantwortlich zeichnet. In keinem dieser Bereiche hat er besonders herausragende Leistungen vollbracht. In den allerersten Szenen des Films denkt man noch, das CGI sei so schlecht, weil man Szenen aus einem billigen Virtual-Reality-Computerspiel sieht. Aber nach und nach wird deutlich, dass die schlechten Computereffekte ein Problem des Films sind und nicht Element der Filmhandlung. Leider befinden sich eben auch Drehbuch, Kameraführung und – da ist Bilodeau nicht beteiligt – schauspielerische Leistungen auf dem gleichen Niveau.

Dictado – Childish Games (2012)

Ursprünglich erschienen in Deadline #32, März 2012.

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Das spanische Kino erprobt sich seit einigen Jahren immer wieder recht erfolgreich im phantastisch angehauchten Thriller, an dem die Balance zwischen psychologischem Drama und Horrorfilm immer prekär ist, immer zu kippen droht. Hier ist es der Lehrer Daniel, dessen Lebens ins Wanken gerät, als er von Mario besucht wird, einem Bekannten aus Kindertagen. Kurz darauf nimmt sich Mario das Leben, und seine Tochter, die Daniel und seine Frau Laura in Pflege nehmen, erinnert Daniel mehr und mehr an das dunkle Geheimnis, das er mit Mario teilte.

Childish Games oder Dictado, wie der Film von Antonio Chavarrías im Original heißt, ist sicher nicht der originellste Vertreter seiner Art und hält sich gelegentlich zu sehr an Grundregeln des Drehbuchschreibens, in denen man eine gefährliche Klippe einführt, um sie dann auch gefälligst zu dramatischem Effekt nutzen zu können. Aber ein solider Thriller ist er eben doch, der zwischen Horror und Wahnsinn lange Zeit keinen Unterschied macht – und am Schluss allenfalls ein wenig zu brav daherkommt.

Trash am Mittwoch: Night of the Flesh Eaters (2008)

Ursprünglich erschienen in Deadline #32, März 2012.

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„All this devouring and flesh-eating“, beschwert sich mittendrin eine der Figuren: All dieses Verschlingen und Menschenfleishessen! Dabei wird in Night of the Flesh Eaters davon vor allem viel gesprochen, in den end-, ziel- und planlosen Dialogen, denen man immer wieder ausgesetzt wird. Das soll, wohlgemerkt, komisch sein, wie ein schlecht bezahlter Killer sich Gedanken darüber macht, dass gerade Waldbrand- und Nistsaison sei. Alsbald betritt ein menschenfressendes Zwergvolk die Szene, ein rothäutiger Dämon und diverse andere übernatürliche und stets unfreundliche Erscheinungen, deren Existenz stets ausführlich diskutiert werden muss, bevor es zu wenig aufregenden, grausig inszenierten und nur milde splattrigen Zweikämpfen kommt. Dazwischen serviert uns Regisseur J.R. McGarrity witzig gemeinte Kameraeinstellungen, die einfach nur langweilig sind. Mit anderen Worten: McGarritys zweiter Film nach einem Streifen über fleischfressende und (selbstverständlich weibliche) Strippervampire ist ein völlig unkomisches, technisch ineptes, fades Stück Schrott, das so gerne witziger Trash sein möchte. Latexmonstren einfachster Art hopsen in billigen Pappmachédekors herum, zwischendurch rennen drei bis fünf Personen durch einen Wald, und drumherum wird mythisch gefaselt.

DVD-Kritik: V – Die Besucher (Staffel 2)

Ursprünglich erschienen in Deadline #32, März 2012.

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Es geht erst einmal so weiter, wie es in der ersten Staffel endete: Die Außerirdischen um Kommandeurin Anna (Morena Baccarin) planen die Invasion der Erde, geben sich aber wohltätig und friedfertig. FBI-Agentin Erica Evans (Elizabeth Mitchell), eigentlich als Leiterin einer Sondereinheit zu Annas Schutz abgestellt, will weiterhin mit ihrer kleinen Gruppe von Widerständlern genau diese Invasion verhindern.

Die Neuverfilmung der Serie V – Die Besucher (hier meine Anmerkungen zur ersten Staffel), die nach der nun auf Blu-ray vorliegenden zweiten Staffel eingestellt wurde, gab sich schon von Anfang an nicht mit reiner Oberfläche zufrieden. Darunter schwelten Fragen nach Begrifflichkeiten – wer ist ein Terrorist, wer ein Freiheitskämpfer? –, die mitten ins Herz amerikanischer Selbstwahrnehmung trafen. Und war es schon vorher allein dadurch kompliziert, dass Ericas Sohn Tyler (Logan Huffman) sich in Annas Tochter Lisa (Laura Vandervoort) verliebte, so gehen in der zweiten Staffel die Verwicklungen noch etwas tiefer in Fragen von körperlicher Identität hinein.

Auch wird gut und böse hier fröhlich durcheinander gemischt, wird der Krieg schmutziger. Es geht immer noch um Information und Desinformation, aber mehr noch darum, wie weit man bereit ist, für seinen Kampf zu gehen – was tue ich meiner Seele an, was kann und will ich zu welchem Preis noch mittragen? Und ab wann verrate ich die Menschen, die Echsen an meiner Seite? Aber so fundamental sich V – Die Besucher dann auch immer wieder gibt, die Verwicklungen nehmen doch zuweilen fast schon Soap-Charakter an. Und auch wenn die Serie sich jedesmal einigermaßen glimpflich in die nächste Folge rettet, so merkt man die Mühen des Drehbuchschreibens dem Endprodukt doch ebenso an wie man auf der Blu-ray die Schwächen der CGI deutlich zu Gesicht bekommt. Ein echter Lichtblick ist das regelmäßige Auftauchen von Jane Badler, die in der alten V-Miniserie aus den 1980ern die Alienkönigin gab und nun als Annas Mutter in fast jeder Folge bösartige Kommentare über das Walten ihrer Tochter abgeben kann.