Gérardmer 2010 – Tag 3

gerardmer_logoEs neigt sich auf der einen Seite schon alles sehr dem Ende zu; dafür ist dann auf der anderen Seite auch immerhin schon ein bißchen was fertig. Meine Besprechung von Dans ton sommeil, die bei blairwitch.de nachgelesen werden kann.

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Hatte ich schon erwähnt, daß es fortwährend schneit? Am Samstag kam jetzt immerhin für etwa eine Stunde knallig die Sonne durch. Dann begann es wieder dick zu flocken. Das alles hat neben der schönen Landschaft und dem winterlichen Rumgefühle auch ungewollte Folgen: So hat sich einer der Parkplätze am Hauptspielort des Festivals als gelegentliche Autofalle entpuppt, denn er wird offenbar nicht geräumt und liegt etwas unterhalb der Straße. Auf die ist schon das eine oder andere Auto nicht mehr aus eigener Kraft hochgekommen.

Gerüchte machten auch die Runde, die Busse nach Draußen kämen ob des Schnees nicht durch. Das Büro der Touristeninformation dementiert, aber weil morgen Sonntag ist, fahren eh nur drei Busse zu insgesamt zwei Zielen. Hoffentlich, denn meiner geht nach Fahrplan um halb sechs am Abend.

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Und natürlich ist seit heute morgen die ganze Stadt voll mit Menschen und Autos. Es ist Wochenende, und da sind viele zum Wintersporteln gekommen, aber auch die Fans, die sich unter der Woche nicht freimachen konnten oder wollten. So sind insbesondere die Schlangen für Splice und den neuen Romero extrem lang geraten.

Und mit dem Wochenende kommen auch die Pärchen; so ist der Dresscode unter den nicht akkreditierten Festivalbesucher_innen nicht mehr ganz so strikt schwarz oder grau zu schwarz.

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Schon von Anfang an da sind die zwei oder drei offenbar traditionell zu Filmbeginn laute Schreie oder irre Lacher ausstoßenden Besucher. Als der eine heute morgen zu Hierro fehlte, machte sich das sofort als mentales Loch bemerkbar.

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Anno Saul

Zu Die Tür war er wieder da; und Regisseur Anno Saul verhaspelte sich ein wenig vor Aufregung in seinem Englisch. Später meinte ein Kritiker, in dem Film besonders deutschen Geist gefunden zu haben; dem kann ich mich freilich nicht so ohne weiteres anschließen. Aber schön war es schon, das Kottbusser Tor mal wieder zu sehen; jedenfalls so auf der Leinwand und nur mal kurz.

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Sprachlich etwas leichter hatte es dann Vincenzo Natali, der bei seinem dritten Besuch in Gérardmer schon ein recht passables Französisch präsentierte, für das er sich dennoch ständig entschuldigte. Besonders freute er sich wohl darüber, daß auch Delphine Chanéac dabei war, die in Splice ein genetisch erschaffenes Kunstwesen spielt, und die Natali über alle Maßen pries – und versprach, man werde sie im Film nicht wiedererkennen. (Das stimmt nicht so ganz. Aber irgendwas hat sie mit ihren Haaren gemacht. Und ihren Beinen.)

L'équipe du film 'Splice'

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Damit der Tag noch einen verqueren Abschluß bekommt, habe ich dann mein Handy im Presseraum liegen lassen, wo ich es zum Aufladen ans Stromnetz gehängt hatte. Aufgefallen ist mir das allerdings erst hier im Hotel wieder, und so bin ich die ganze Strecke wieder zurück gelaufen. Und weil dann Delphine Chanéac gerade, vom Klavier begleitet, ein paar Lieder sang, und ich eh die Nase voll hatte, bin ich noch einen Moment und zwei Bier lang in der Bar geblieben. Weshalb es für heute bei diesem kurzen Bericht bleibt. Gute Nacht.

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