Transformers: Revenge of the Fallen (2009)

transformers2

Daß auf Michael Bays Transformers (2007) noch eine Fortsetzung folgen mußte, war gewissermaßen schon a priori klar: Allein der Umstand, daß hier von Michael Bay ein Actionblockbuster geplant wurde, der auf einer Spielzeugserie (und diversen Spin-Offs etwa als Fernsehserie etc.) basierte, schrie geradezu nach einer Franchise-Operation, und Transformers hatte nicht ganz zu Unrecht auch an den Kinokassen genug Wumms, um diese Investition auch zu rechtfertigen.

Dabei ist der erste Film ein durchaus noch delektables Feuerwerk hirnfreien Entertainments, von ernsthaften Dialogen und komplexen Charakteren so weit befreit, daß das metallische Skelett zeitgenössischer Actionerzählung überdeutlich zum Vorschein kam: Viel Feuerkraft, ein bißchen behauptete Romanze inklusiver exploitativer Inszenierung der gutaussehenden weiblichen Hauptnebendarstellerin, all das um die verschiedenen erotischen Bedürfnisse der anzusprechenden Zielgruppe zu befriedigen. Daß das insgesamt gut funktioniert, liegt daran, daß Bay das rechte Mischverhältnis von Pathos, Humor und Spektakel herstellt und das Ganze einigermaßen dicht und nur minimal zu lang in Szene setzt.

In Transformers: Revenge of the Fallen spart er sich jede Form von Exposition (und kann das natürlich, weil er die Kenntnis aller Umstände aus dem ersten Film bei den Fanboys voraussetzt), und das ist vielleicht einer der Gründe dafür, warum in deser Fortsetzung (der wohl zwingend eine weitere folgen wird) das Gleichgewicht in Richtung Spektakel kippt – es kennt keine Grenzen mehr.

transformers2

Transformers: Revenge of the Fallen ist ein Beispiel für kontinuierliche Selbstübertreffung, ein immer bizarrer wirkendes Wettrennen des Films mit sich selbst um immer noch größere Zerstörung, noch spektakulärere Spezialeffekte – ein Wettlauf, den der Streifen nur verlieren kann, nicht zuletzt deshalb, weil das alles in der Dichte zunehmend gleichförmig und damit uninteressant wird. Die noch existierende Resthandlung ist noch eingedampfter als im Vorläuferfilm, dient aber nicht einmal mehr wirklich dazu, die Handlungen der Figuren zu motivieren (deren Positionen zueinander und Motivationen denn auch dem Vorläuferfilm praktisch 1:1 gleichen), sondern nur den jeweils nächsten Standortwechsel einzuleiten, damit sich dort dann Autobots und Decepticons gegenseitig die Metallschädel einschlagen und bekannte Bauwerke zermalmen können. Um mehr geht es nicht: Bedeutungs- und motivationsloser wurde selten Action dieser Größenordnung inszeniert.

Und so schlampig und so infantil: Bays monströser Streifen hat mehr Continuity-Fehler als ein Sack Konfetti, und der Sprachwitz („I’m at the enemy’s scrotum“) entstammt einer infantil-pubertären Witzlogik, die ebenso wie die alles durchschlagende Zerstörungslust des Films allein darauf hindeutet, daß hier zu viel Energie auf Effekt, und keine auf Komplexität verwendet wurde.

(NB: Lukas, dessen Meinung ich höher nicht schätzen könnte, findet den Film deutlich besser.)

Fotos: Paramount

Schreibe einen Kommentar

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth (2014)

Zugegeben, eigentlich war spätestens mit Die Bestimmung - Divergent und was da noch folgen mag (z.B. Die Bestimmung - Insurgent),...

Schließen