FFF 2009: Lascars [Round Da Way] (2009)

Dieser Text setzt eine Reihe zu Filmen fort, die auf dem Fantasy Filmfest 2009 zu sehen sein werden und hier in Frankreich dankenswerterweise schon zu sehen bzw. zu haben waren. Alle Beiträge zum FFF 2009 unter dem Tag FFF2009

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Lascars (man darf das aus dem Französischen anscheinend als „Schlauberger„, aber auch als „Bursche, Kerl, Schurke“ übersetzen), der auf dem Fantasy Filmfest unter dem englischen Verleihtitel Round Da Way zu sehen sein wird, basiert auf einer französischen Fernsehserie, die sich in zwei Mal dreißig Miniepisoden ironisch mit dem Leben junger Leute in der Pariser Banlieue auseinandersetzt.

Mein Wissen von dieser Serie ist, sagen wir, lückenhaft (Internet hilft), aber obgleich dieser Hintergrund das Geschehen auf der Leinwand sicher noch klarer macht, ist er keineswegs notwendig. Mir wiederum hat meine dann doch noch nicht ganz intime Kenntnis des Französischen manche Detail etwas verunklart. Aber auch das dürfte dem Filmgenuß nur unwesentlich abträglich gewesen sein, denn der Humor von Lascars neigt insgesamt doch zum Overstatement.

Was aber nicht heißt, daß er sich aus nur einer flachen Quelle spiese: neben Wortwitz steht reiner, hemmungsloser Slapstick, ergänzt durch Situationskomik en gros (nicht immer der feinsinnigsten Sorte) und nicht zuletzt Brüche und Sprünge in den Figuren – wie etwa beim Drogenboß, der über Webcam und Speeddating endlich einmal eine nette Frau kennenlernen will. Leider machen seine Tobsuchtsanfälle und insgesamt schlechten Manieren das etwas schwierig.

Musik spielt hier natürlich eine große Rolle, und der Soundtrack dürfte einen guten Querschnitt durch die Produktion aus den Banlieues bieten. Gut gefallen hat mir, wie der Film unterschiedliche Animationstechniken miteinander mischt, stärker und zu größerem Effekt als das in den Fernsehepisoden zu sehen ist. Die Figuren sind in konventionell flächiger Zeichentechnik zu sehen, die Hintergründe sind aber offenbar digital entstanden und öffnen den filmischen Raum, was schöne Effekte, Kamerafahrten und Überlagerungen ermöglicht. Ob einem der sehr an Graffiti-Kunst angelehnten, gerne überzeichnende Stil gefällt, ist womöglich Geschmacksfrage; mir ging er bei aller Gewöhnung nach einiger Zeit etwas auf die Nerven. Im wüsten Finale des Films, das alle Handlungsstränge, und das sind einige, in einem explosiven Moment vereint, fällt das auch nicht mehr so auf.

Foto: Fantasy Filmfest

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