Sitges 2010, Tag 6: die Filme

Die Filme vom Mittwoch:

Twelve

Eine fast moralinsaure Geschichte über rich kids von der Upper East Side, die ihre angeblich tiefgehenden Probleme nicht beim Psychoanalytiker lösen wie ihre Eltern, sondern beim Drogendealer. Startet heute in Deutschland im Kino. Meine kurze Besprechung gibt es bei critic.de.

Snabba Cash aka Easy Money

Ein Wirtschaftsstudent aus einfachen Verhältnissen, der gerne zur High Society gehören will. Ein spanischer Ausbrecher, der endlich den großen Kokaindeal organisiert. Und ein serbischer Ganove, der plötzlich seine achtjährige Tochter im Haus hat. Ein bemerkenswertes Drama, das der Versuchung wiedersteht, zu einer Kopie der gängigen Gangstergeschichten zu werden, und am Schluß alle Beteiligten auf diese oder jene Weise zerstört zurückläßt. Leider einen Hauch zu lang.

The Wild Hunt

Eigentlich sind Leute, die Live Action Role Playing betreiben, ja ebenso wie Goths und Horrorfilmfans (um nur zwei äußerlich auf die meisten Menschen mindestens genauso bizarr wirkende Minderheiten zu benennen), ja äußerst ausgeglichene und friedliche Naturen. Insofern tut ihnen The Wild Hunt vielleicht etwas unrecht, der im Wesentlichen beschreibt, wie auf einem LARP-Wochenende aus dem Spiel sehr schmerzhafter Ernst wird. Regisseur Alexandre Franchi gelingt es in seinem ersten Feature, die Spannung stets leise vor sich hin köcheln zu lassen, nie weiß man genau, wann sich hier die Emotionen und Triebe Bahn brechen werden.

La posesión de Emma Evans

Dieser spanische Film (auf Englisch gedreht und in den Suburbs von London angesiedelt) ist einer der wirksamsten, gruseligsten Exorzismus-Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Dank einer brillanten Hauptdarstellerin (Sophie Vavasseur in der Titelrolle) bleibt das Schicksal der Protagonistin alles andere als egal. Und weil Manuel Carballo in seinem zweiten Langfilm nicht immer das macht, was man üblicherweise erwarten müßte, bleibt die Spannung gleichmäßig hoch, bis hin zum nochmal richtig schmerzhaften Schlußtwist.

Fotos: Sitges Film Festival

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