Fantasy Filmfest Nights 2011

Am kommenden Wochenende beginnen die Fantasy Filmfest Nights 2011, zunächst in Berlin und Hamburg, dann (25.-27. März) gastieren sie in Frankfurt, Köln und Nürnberg, bevor am Wochenende 2./3. April Vorstellungen in München und Stuttgart stattfinden.

Ich hatte vorab auf Festivals und über DVDs die Gelegenheit, acht der zehn gezeigten Filme schon zu sehen, und darf deshalb ein paar zwingende Empfehlungen und Anmerkungen aussprechen. Die Kurzfassung gibt es gleich als Erstes, etwas ausführlichere Anmerkungen kommen weiter unten. Die Links führen zu meinen ausführlichen Besprechungen hier und anderswo.

Dringend zur Sichtung empfehle ich I Saw The Devil, The Troll Hunter und Kidnapped (Secuestrados). Äußerst interessant sind auf jeden Fall auch I Spit On Your Grave und Mother’s Day, bei denen ich aber davon ausgehe, daß man deutlich kontroverse Meinungen haben kann, und 13 Assassins, der sich für Fans von Takashi Miike und/oder des japanischen Historienschlachtenfilms auf jeden Fall anbietet.

Die Filme im Einzelnen, alphabetisch und mit Trailern:

13 Assassins

Großes Historienspektakel von Takashi Miike in der Tradition der japanischen Samuraifilme; für Miike fast schon konventionelles Kino, das sich aber auch den nicht-initiierten Zuschauer_innen zum aufregenden Schlachtenfilm geraten kann.

Burke & Hare

Zwei Altmeister sind auf den FFFN in diesem Jahr vertreten; John Landis hat sich hier an einer recht leichtfüßigen schwarzen Komödie über zwei Leichenräuber und Mörder im Edinburgh des frühen 19. Jahrhunderts recht erfolgreich versucht. Landis konnte das schon besser, aber man kommt da gut unterhalten raus.

Essential Killing

Nicht gesehen.

The Hole – 3D

Altmeister Nummer 2: Joe Dante. Ob sein Film in 3D mehr taugt als zweidimensional, wage ich zu bezweifeln. Das ist eine durchaus gruselige Coming-of-Age-Geschichte, die allerlei Genretopoi eher lustlos miteinander vermischt und nie wirklich Zweifel am grundsätzlichen Ausgang der Geschichte läßt. Gedacht ist der Film wohl für die ganze Familie, aber zu klein sollten die Kinder dann doch nicht sein; was der Film auf den FFFN zu suchen hat, muß ein Rätsel bleiben bzw. darf man vermuten: Da gab es einen Deal mit dem deutschen Verleih Ascot Elite.

I Saw The Devil

Ein blutiges Rachedrama aus Südkorea, eine Reflektion über das Wesen von Gut und Böse, das ganz ohne Ausweg und Optimismus bleibt. Zweieinhalb intensive Stunden, die gelegentlich nur mühsam zu ertragen sind. Man sollte die Chance ergreifen, ihn auf der großen Leinwand zu sehen. Eine ausführlichere Kritik von mir gibt es bei kino-zeit.de.

I Spit On Your Grave

Das Remake eines äußerst umstrittenen Rape-Revenge-Streifens aus dem Jahr 1978, verhältnismäßig nah am Stoff des Originals und dennoch eine ganz eigene, sehr harsche und modernisierte Interpretation des Geschlechterkampfes, in der vor allem die Protagonistin darauf verzichtet, ihren Körper als Teil ihrer Rache zu sexualisieren.

Mother’s Day

Noch ein Remake: Darren Lynn Bousman nimmt sich Charles Kaufmans gleichnamigen Film von 1980 vor und macht daraus aber etwas völlig anderes: Statt einer eher (sehr schwarz) amüsanten Backwood-Slasher-Variante ist das hier ein intensiver Thriller mit einer beängstigenden Rebecca de Mornay in der Titelrolle.

The Troll Hunter

Dieser norwegische Film ist eher eine ruhige Meditation mit gelegentlichen Ausbrüchen von Trollgewalt als ein Fantasyfilm, wie man ihn normalerweise kennt. Langsam, aber sicher kriecht einem da eine andere Realität ins Leben, das ist nicht unbedingt gruselig und nicht einmal dauernd aufregend; aber wunderschön gemacht. Eine längere Besprechung liegt bei kino-zeit.de vor.

Kidnapped

Kein Dutzend Schnitte hat dieser Film; das ist natürlich kein Qualitätskriterium, aber Miguel Ángel Vivas nutzt es dazu, einen ganz dicht an die Handlung heran- und in das Haus der zu Geiseln genommenen Familie hineinzuziehen. Ein Film, der mit seiner Spannung hauszuhalten und umzugehen weiß. Großartig, nicht nur weil er ein weiteres Beispiel dafür ist, was für tolle Filme derzeit aus Spanien so kommen.

Wake Wood

Nicht gesehen.

Foto: Sitges Film Festival

2 Gedanken zu “Fantasy Filmfest Nights 2011”

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