The Mechanic (2011)

Kann es sein, daß sich in letzter Zeit wieder einmal die Filme über Auftragskiller häufen, nur ohne daß man sich die Mühe gibt, ihnen auch nur einen Hauch von psychologischer Tiefe zu schenken? The Mechanic ist ein Remake des gleichnamigen Films aus den 1970ern, der seinerseits auch nichts besonderes ist, aber mit Charles Bronsons traurigem Hundegesicht wenigstens eine überzeugende Visage für die generelle Aura von Trauer und  Einsamkeit vorweisen konnte, die den Protagonisten dieses Filmes umwehen sollte. Das war nicht unbedingt total überzeugend gespielt und geriet insgesamt zu einem dramaturgisch unebenen Film, aber nunja, dafür schleudert Bronson immer mal wieder seine Haartolle hin und her.

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Das kann Jason Statham natürlich mit seiner Standardfrisur – minimal mehr Haar als abrasiert – nicht leisten, wie er auch die grundlegende Traurigkeit der Figur mehr als stirnrunzelnde Schweigsamkeit anlegt – also im Grunde so, wie er im Kino fast immer zu sehen ist, wenn er nicht auch mal lächelt. Der kleine König des B-Actionfilms hat nun mal eben nur ein begrenztes mimisches Repertoire.

The Mechanic folgt, nach einer wesentlich aufregender gemachten Einstiegsszene, in der ersten halben Stunde getreulich den Fußspuren des Originals, verschiebt dann aber seine Gewichte ein ganzes Stück: Der junge Mann (Ben Foster), den der titelgebende Auftragskiller (Statham) zu seinem Lehrling macht, bekommt hier deutlich mehr Gewicht und sogar so etwas ähnliches wie einen interessanten Charakter, ein Alkoholproblem und einen ganz eigenen Mordauftrag. (Ist eigentlich der Mann, den er da töten soll, ein bösartiger Kommentar auf die star persona von Steven Seagal?)

Natürlich findet in The Mechanic keine wirkliche Kommunikation oder Entwicklung zwischen den beiden Protagonisten statt; dem Film ist aber zum Beispiel auch die Grundidee ziemlich wurscht, daß der beste Auftragsmord jener sei, bei dem es sei, als sei der Täter nie da gewesen. Stattdessen wird alsbald alles mögliche unter herzlichem Bleiverbrauch in die Luft gejagt, wie man das schon aus allzu vielen Jason-Statham-Filmen kennt.

Regisseur Simon West ist an seinem Film zu desinteressiert, um aus all den Möglichkeiten des Films irgendetwas Neues zu machen. Allzu brav folgt er den Spuren des Originals, der Rest wird kräftig aufgewumst, aber mehr als durchschnittliches Ballerkino kommt dabei nicht heraus, schlecht computeranimierte Blutspritzer inklusive.

Foto: Kinowelt

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