Fantasy Filmfest 2012: Empfehlungen (4)

Alle meine Beiträge zum Fantasy Filmfest (FFF) 2012 finden sich unter dem Schlagwort FFF2012

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Es gibt noch einen neuen Langtext zu dem wunderbaren und dringend empfehlungswürdigen Detention von mir auf kino-zeit.de. Ansonsten sind hier meine neuen Sichtungen, vor allem nach meinem gestrigen, ersten „richtigen“ FFF-Tag.

Kurze Anmerkungen und Trailer:

Girls against Boys

Insgesamt sehr gut gelaunte, lokal sehr brutale womöglich feministische Ermächtigungsfantasie, die kurz vor Schluss ins Stereotype zu kippen droht, sich dann aber wunderbar fängt.

Einen Trailer zum Film gibt es noch nicht, dafür inhaltlich recht freigiebige acht Minuten aus dem Film:

http://www.youtube.com/watch?v=35hqNjFcFng

Excision

Der bisher bizarrste Film des Festivals mit einem Gastauftritt von John Waters, was schon andeutet, dass man hier nicht mit Massenware rechnen muss. Führte anschließend unter den anwesenden Kollegen noch zu einiger Diskussion, weil wir uns nicht einigen konnten, was genau denn jetzt mit dem Gesehenen anzufangen sei. Excision begleitet eine sozial etwas inepte, aber sehr intelligente und in ihrem Wollen klare Teenagerin: sie sucht sich selber Ort, Kerl und Art ihrer Entjungferung aus und geht ihrem Traum nach, Chirurgin zu werden; das ganze begleitet von ihren sexuell aufgeladenen Träumen voll Blut und Schönheit und im ständigen Kampf mit ihrer gluckenden Mutter. Das Ende des Films lässt einen so richtig schmerzhaft nach Luft schnappen.

Nightfall

Ein Hongkong-Krimi, der eigentlich kein Krimi ist, sondern shakespearean drama, mit Blut, Verrat, sexuellem Mißbrauch und Mord. Ist in seinen Längen und Betonungen etwas zu ausführlich (womöglich nur für westliches Kino gewöhnte Augen), drückt aber am Schluss dann doch sehr präzise und nur ein bißchen schmalzig auf die Tränendrüse.

Brake

Ein Vertreter des Ultrakammerspiels wie 127 hours oder mehr noch Buried (hier von mir mal besprochen) – ein Mann in einer Plexiglaskiste, die in einem Kofferraum irgendwo an der US-Ostküste herumgefahren wird. Es dauert nicht allzu lang, bis deutlich wird, dass hier größeres im Spiel ist – Stephen Dorff trägt den Film einigermaßen erfolgreich praktisch allein (so sehr, dass das Auftauchen anderer Gesichter irgendwann fast ein Schock ist), aber dennoch bekommt der Film nach einiger Zeit die Konsistenz von zu lange benutztem Kaugummi.

Comedown

Eine Gruppe Jugendlicher aus einem Londoner Problembezirk will ein bißchen Party machen in einem verlassenen Hochhaus, Drogen inklusive – bis eins der Mädchen verschwindet und die erste Leiche auftaucht. Der britische Slasher scheitert vor allem daran, dass man all das im Grunde schon immer wieder gesehen hat – den Ort, die Opfer, den Täter – und nichts davon mit Leben erfüllt wird.

Einen Trailer gibt es leider noch nicht.

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