The Mortal Instruments: City of Bones (2013)

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Es gibt diesen Moment in The Mortal Instruments: City of Bones, den man als Kern, Zentrum und Wendepunkt allen Geschehens verstehen muss, es geht gar nicht anders: Denn vorher wie nachher eilt die Handlung mit gerade frenetischem Eifer (um nicht zu sagen: mit einiger Hektik) von plot point zu plot point um nur ja alle wesentlichen Handlungselemente der Buchvorlage mit in die 130 Minuten zu bekommen (Twilight, auch so ein Young-Adult-Fantasytitel, hatte es da insofern leichter, als die Bücher vor Redundanz nur so strotzen und man eigentlich recht viel, wenn nicht alles, hätte weglassen können). In diesen wenigen Minuten aber bremst die Handlung, stehen die Bilder still und bleiben die Dialoge kohärent um sich selbst kreisen, anstatt nur die nächste Actionsequenz vorzubereiten. Ruhe kehrt ein, als Clary (Lily Collins) und Jace (Jamie Campbell Bower) ins Gewächshaus des „Institute“ steigen, um Clarys Geburtstag zu begehen. (Wer die größeren Zusammenhänge verstehen will, lese bitte eine der unzähligen Synopsen im Netz.)

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Es wird also mal für einen Moment ernsthaft, vielleicht gar emotional-menschlich, aber genau hier bricht der Film entzwei. Denn bis dahin konnte man noch glauben, dass City of Bones einen fürs Young-Adult-Genre angenehmen, leicht ironischen Umgang mit Verliebtheit und Teenager-Gefühlen (Clary soll, allem Lily-Collins-Anschein zum Trotz, fünfzehn sein) pflege. Der Kuss im Gewächshaus aber, den sich Clary (mit dunklen, offenen, langen Haaren und sehr schmachtend) und Jace (blonde, mittellange Locken, offenes Hemd über tätowierter Brust, leicht arrogant stets und natürlich muskulös) geben, ist ästhetisch genau das Titelbild eines Romance-Novel-Groschenromans.

Und damit bleibt an City of Bones eben nichts übrig, das man irgendwie ernst nehmen könnte: die Handlung ist eigentlich nur verständlich für jene (also die Zielgruppe), die auch das Buch gelesen haben (das im Übrigen gar nicht mal so schlecht ist), und ästhetisch Neues gibt es eh nicht zu sehen. Dabei hat der Film, wie Kollege Björn nach der Pressevorführung richtig feststellte, durchaus seine Momente, und die Vorlage liefert auch noch ein paar Steilvorlagen in Sachen Politik – nur verschwindet all das leider in hektischer Betriebsamkeit und peinlichen Emotionalitäten.

Und, again, such a waste of Lena Headey’s talent.

(Foto: Constantin Film)

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