Zenabel – Gräfin der Lust (1969)

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Man sollte es kaum für möglich halten, dass es selbst von Ruggero Deodato, der spätestens seit Cannibal Holocaust aka Nackt und Zerfleischt fest im Kanon des abseitigen Films verankert ist, noch Filme gibt, die kaum bekannt sind. Zenabel – Gräfin der Lust, auch mal als Die Jungfrau mit der scharfen Klinge im Verleih, gehört wohl dazu; der Streifen ist elf Jahre vor Holocaust entstanden, eine ziemlich alberne Erotik-Klamotte um zwei rivalisierende Räuberbanden – die eine Männer, die andere Frauen –, die sich dann zu einer Thronfolgerschlacht gegen den spanischen Fürst Don Alfonso ausweitet. Angeführt wird die Rebellion von Zenabel (Lucretia Love, sehr unspanisch blond), die gerade erst erfahren hat, dass eigentlich ihr Alfonsos Thron qua Geburt zusteht. Der Film erscheint in deutlich gekürzter Fassung zu den ursprünglich 99 Minuten, die deutsche Synchronisation macht das Geschehen vermutlich noch etwas alberner, als es eh’ schon war, und so ist das ein nur vage vergnüglicher, aber sehr konsequenter Erotikschmarrn mit viel nackten Frauenbrüsten und männlicher Verzagtheit; zum Ausgleich für das Martyrium gibt es einen schönen Vagina-Dentata-Moment am Ende einer traumartigen (und womöglich nur geträumten) surrealen Folterkellerszene. Bonuspunkte gibt es aber auch für die Musik – von Bruno Nicolai und Ennio Morricone.

(Zuerst erschienen im September 2013 in der deadline #41.)

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