Taxi Brooklyn – Staffel 1 (2014)

Die Serie (ob im Fernsehen oder als Stream) gilt inzwischen immer mehr als Königsdisziplin des filmischen Erzählens – ein Ruf, den sich die Serie natürlich durch einige herausragende Beispiele erarbeitet hat. Nicht in allen Fällen funktioniert das gleichermaßen, und schon gar nicht, wenn mehr oder minder erfolgreiche Filme in Serienform gegossen werden. In manchen Fällen wirkt das gar wie verzweifelte Restemisshandlung am Ende einer langen Verwertungskette. Mit TAXI hatte Luc Besson als Produzent 1989 einen kleineren Hit – eine clevere kleine Actionkomödie um einen ungeschickten Cop und einen autoverliebten Taxifahrer in Marseille. Besson molk das Thema noch für diverse Fortsetzungen und setzte schließlich mit NEW YORK TAXI 2004 noch eine Variante drauf: Cop und Taxifahrerin im Big Apple auf der Jagd nach einer Truppe supermodel-förmiger Bankräuber (u.a. Gisele Bündchen in einer ihrer glücklicherweise seltenen Filmrollen).

Und jetzt ist aus dem Stoff also die Serie Taxi Brooklyn geworden, diesmal mit der Polizistin Cat Sullivan (Chyler Leigh), die nicht mehr selbst fahren darf, und einem semi-legal aus Frankreich eingewanderten schwarzen Taxifahrer Leo (Jacky Ido), die gemeinsam Fälle lösen und nach dem Mörder von Cats Vater suchen. Die Polizistin mit dem toten Elternteil: Das stammt natürlich tief aus der Stereotypenkiste, und leider ist es auch ziemlich genau so interessant. Die Folgen sind so spannend wie eine kräftige Dosis Schlaftabletten, daran ändern auch die Geschwindigkeit suggerierenden Schnitte oder die Andeutungen von Intrigen in Cats Revier und andere Nebenhandlungen nichts, zumal die eingestreuten Scherze schlichtweg überhaupt nicht zünden. Vor allem wirkt Leigh völlig blass und freudlos – während Ido neben ihr deutlich sichtbar reichlich Spaß mit seiner Rolle hat. So gern ich eine neue Serie mit einer starken Frauenrolle im Lead sähe, Taxi Brooklyn liefert das nicht, sondern nur die schwächelnden Überreste einer bis aufs letzte ausgesaugten Story in neuem Gewand.

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Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.

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