Ran (1985)

Es sollte eigentlich müßig sein, Akira Kurosawas Meisterwerk Ran hier vorzustellen – geschweige denn, dass eine Kritik diesem Film in der Kürze dieser Rubrik auch nur ansatzweise gerecht werden könnte. Ein Herrschaftsdrama mit starken Bezügen zu Shakespeares King Lear, ein großes Schlachtengemälde und ein Schaubild menschlicher Grausamkeit. Der Herrscher Hidetora Ichimonji (Tatsuya Nakadai) hat beschlossen, seine Macht an seinen ältesten Sohn Taro abzugeben. Sein Jüngster, Saburo, warnt ihn: Seine Herrschaft sei stets auf Grausamkeit und Rücksichtslosigkeit aufgebaut gewesen, warum sollten seine Söhne nun irgendwie besser sein? Der alte Herrscher verstößt den frechen Sohn, dessen Prophezeiung sich jedoch alsbald als richtig erweist, auch wenn das Blutbad noch eine Weile auf sich warten lässt. Das alles zu den Klängen des Avant-garde Komponisten Tôru Takemitsu.

Von Ran gab es bisher nur recht minderwertige Fassungen fürs Heimkino; nun wurde der Film digital in 4K-Auflösung restauriert, und diese neue Fassung, die 2015 in Cannes Premiere hatte, für die neue Blu-ray-Fassung verwendet. Grundlage der Bild für Bild überarbeiteten 4K-Fassung ist ein Scan von einem Originalnegativ, insbesondere die Farbgebung der Bilder wurde von Shôji Ueda begleitet, einem der Kameramänner des Films (dieses und noch mehr erfährt man im Bonusmaterial der Blu-ray). Man darf sich von der neuen Fassung also einiges erwarten, nämlich eine der Neuerscheinungen des Jahres. Das Bild ist klarer und schärfer als in allen vorherigen Fassungen, die Farben leuchten – und das ist für einen Film, in dem Farbe (nicht nur das Rot des Blutes, sondern nicht zuletzt die Farbe der Kleidung, für jeden von Hidetora Ichimonjis Söhnen eine eigene) eine solche zentrale Rolle spielt. Wie nah das letztlich an den Bildern ist, die man Mitte der 1980er im Kino sehen konnte, sei dahingestellt: Schöner aber kann man Ran derzeit nirgends sehen.

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Eine gekürzte Fassung dieses Textes ist in der Deadline erschienen.

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