Legends of Tomorrow – Staffel 1 (2016)

So langsam reichen wir schon in die etwas kleineren Ritzen der Superhelden-Mythologien hinein. Marvel hatte das Prinzip schon etwas früher perfektioniert – beginnend mit Iron Man wurden da zielgenau die Avengers aufgebaut und diverse TV-Serien rundherum. Auf der Seite von DC Comics tat man sich etwas schwerer, trotz des schwergewichtigen Portfolios mit zwei der wichtigsten Comichelden, Superman und Batman, von Wonder Woman zu schweigen. Die Filme und Serien – von Arrow bis The Flash – haben den Ruf, etwas zu schwergängig und ernsthaft zu sein. Das sollte sich erst mit Suicide Squad ändern, der dann aber aus anderen Gründen ziemlich missriet.

Legends of Tomorrow ist ein Beispiel dafür, wie sehr man bei DC noch nach Ton und Richtung sucht. Die Helden sind kleinere Figuren des DC-Universums (White Canary, The Atom, Firestorm, Hawkgirl, Heat Wave und Captain Cold), der Ton ist bisweilen campy und stellenweise ironisch, dazwischen aber fast übertrieben ernst und gar pathetisch. Die Handlung schwankt ebenfalls zwischen gaga und gut durchdacht: Die Legends werden von dem zeitreisenden „Timemaster“ Rip Hunter rekrutiert, um den nahezu unsterblichen Bösewicht Vandal Savage auszuschalten, der im Jahr 2166 nicht nur die Weltherrschaft übernimmt, sondern auch noch persönlich Hunters Frau und Sohn ermordet.

Da gibt es dann schön ironische Zeitreise-Momente, wenn etwa Savage erst durchs Hunters Jagd durch die Zeiten überhaupt auf dessen Familie aufmerksam wird und sie also nur deshalb umbringen kann, weil Hunter für diesen Mord Rache nehmen will. Und ansonsten dient das Haupt-Plotelement natürlich dazu, die Hauptfiguren immer wieder in schicke Klamotten zu stecken: An der Mode des 1970er ist übrigens das viele Hasch schuld. Dass dabei Fehler unterlaufen – ein PC im Jahr 1975? – passt dann auch wieder zum leicht unfertigen Gestus der Serie: Eine perfekte Illustration für die Orientierungslosigkeit von DC Comics. Wir hoffen halt auf Wonder Woman.

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Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.

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