Die Wildgänse kommen (1978)

Was macht man im gerade so postkolonialen Afrika, wenn man schmutzige Geschäfte machen und einen Gefangenen befreien will? Man bezahlt einen Trupp Söldner – nicht mehr ganz junge, ehemalige Soldaten, die den Auftrag sicher ausführen, zur Not aber auch verzichtbar sind. Andrew V. McLaglens Die Wildgänse kommen gehört zu den durchaus umstrittenen Klassikern des Söldnerfilms, ist aber in vierzig Jahren seit seiner Entstehung nicht gut gealtert. Das liegt zum Teil daran, dass der Rassismus mancher Szenen unwidersprochen bleibt – laut Darsteller Hardy Krüger wurden entscheidende Stellen, die das konterkarierten und insbesondere die Entwicklung des südafrikanischen Söldners, den Krüger spielte, im Schnitt geopfert. Durchaus progressiv ist, dass ein offen schwuler Söldner mitkämpft – aber alles andere wirkt eben nicht mehr zeitgemäß: Von den unglaubwürdigen Ballereien rechts und links, der lebensverachtenden Macho-Haltung der Söldner bis hin zur relativ steifen Inszenierung der Intrigen, die natürlich im Hintergund vor sich hin schwelen. Ganz zu schweigen eben davon, wie sehr der Film hier pauschal ehrenwert kämpfende Weiße gegen das böse, folternde Afrika setzt. All das können auch Granden vom Format Richard Burton, Roger Moore, Richard Harris und Stewart Granger nicht wirklich retten.

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.
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