Buchkritik: Reader Superhelden. Theorie – Geschichte – Medien

Nachdem Superhelden in den vergangenen Jahren weit über die Grenzen von Comics hinaus zu kulturellen Gemeinplätzen geworden sind, hat auch die Forschung über diese Figuren an Sichtbarkeit gewonnen. In ihrem Reader Superhelden haben Lukas Etter, Thomas Nehrlich und Joanna Nowotny nun Texte zu Theorie – Geschichte – Medien der Superhelden zusammengetragen – aus allen Epochen von der Antike bis zur Gegenwart, von Homer bis Stan Lee. Der Sammelband bringt Quellen und Aussagen von Comicautoren wie Lee oder Frank Miller und Alan Moore in direkten Zusammenhang mit der Forschung: Sei es Dirck Lincks Aufsatz zu homosexuelles Begehren bei Batman & Robin, sei es die Frage nach Erzählstrukturen im Comic, seien es neuere Ansätze zu Fragen von nationaler und sexueller Identität – und was ist eigentlich mit arabischen oder Schwarzen Superhelden? Während Fans sich über Wonder Woman und Black Panther freuen oder aufregen, bietet der Reader einen Schritt zurück, eine größere und wissenschaftlich fundierte Perspektive auf Traditionen und Topoi, die es eben auch schon vor dem ersten Auftritt von Superman in den „Action Comics“ gab. Das hier versammelte Wissen dürfte manchem Text, der über Superhelden entsteht, sehr gut tun.

Lukas Etter, Thomas Nehrlich, Joanna Nowotny (Hg.): Reader Superhelden. Theorie – Geschichte – Medien. Bielefeld: transcript, 2018. 536 Seiten. 29,99 Euro.

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.
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