Designated Survivor – Staffel 2 (2017/2018)

Der „Designated Survivor“, der „Eingeplante Überlebende“ ist jenes Mitglied der amerikanischen Regierung, das zum Beispiel bei der Ansprache des Präsidenten zur „State of the Union“ nicht zugegen ist, sondern an einem sicheren Ort warten muss, damit im Falle einer Katastrophe nicht die gesamte US-Regierung samt der Parlamentarier auf einmal ausgelöscht wird. Die nach dieser Person benannten Serie drehte sich natürlich genau um die Folgen einer solchen Katastrophe, genauer: die Folgen eines Terroranschlags, durch den der unerfahrene Minister Tom Kirkman (Kiefer Sutherland) auf einmal Regierungschef wird.

Die erste Staffel von Designated Survivor konnte sich sehr erfolgreich an dieser Prämisse entlang hangeln – und auch wenn es nebenher kleine Intrigen und Probleme rechts und links gab, war das meiste noch unmittelbar auf die durch den Anschlag entstandene Krise bezogen und wurde die Handlung vor allem dadurch vorangetrieben, dass der Urheber des Anschlags noch unklar oder wenigstens auf freiem Fuß war.

Womit nach diesem Start nicht zu rechnen war ist die glorifizierte Seifenoper, die daraus in der zweiten Staffel wird. Die FBI-Ermittlung, vorangetrieben von Agentin Hannah Wells (Maggie Q), spielt zwar immer noch eine Rolle, verfranst sich aber in zahlreichen, zum Teil hanebüchenen Nebensträngen; daneben gibt es Geblubber in Familie Kirkman, Intrigen im Weißen Haus und derlei mehr – in jeder Folge wird außerdem irgendein Alltagsproblem der Regierung thematisiert und deshalb ernsthaft ein Fall ausgebreitet, in dem eine Ehefrau die Bienen ihres Mannes vergiftet.

Erst nach der ersten Staffelhälfte nimmt die Handlung etwas Fahrt auf, auch indem zentrale Figuren etwas unsanft zur Seite geräumt werden; man muss schon Durchhaltevermögen mitbringen, um so weit zu kommen. Leider wird es nicht besser dadurch, dass Kirkmans Rolle als besonnener Präsident – in der ersten Staffel als Fels der Ruhe im Wahnsinn der Krise erscheinend – immer deutlicher nur salbungsvoll daherredet.

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.
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