I Am Mother (2019)

Das Licht kühler Neonlampen, klinisch anmutende Korridore, funktionale Einrichtung: Um die Apokalypse zu überleben, müssen wir womöglich auf alle Heimeligkeiten verzichten. Oder doch nicht alle? Wenn „Mutter“, der sorgende und pflegende Roboter, die frisch in der künstlichen Gebärmutter im Expresstempo ausgewachsene „Tochter“ auf den Arm nimmt und mit Wärmelampen bestrahlt, dann wechselt das Farbschema in rote, orange, gelbe Töne: Hier ist Schutz und womöglich gar Zärtlichkeit. Das Rot wird „Tochter“ später in ihrer Kleidung weiter an sich tragen, irgendwann klebt sie ihrer Ziehmutter bunte Sticker auf die matt-metallischen Gliedmaßen.

Grant Sputores Debütfilm I Am Mother beginnt mit Kamerablicken in den Bunker, der, so bekommen wir es erzählt, das Überleben der Menschheit sichern soll. Von außen dringt Donnern durch die Wände, es wackelt und die Lichter flackern, während Einblendungen den Ort des Geschehens beschreiben: Eine „Einrichtung zur Neubesiedelung“ mit „63 000 Embryonen“. Menschen sind keine zu sehen, stattdessen setzen Maschinen den Roboter zusammen, der dann zu „Mutter“ wird, die aus den eingefrorenen Embryonen das erste Kind auswählt: ein Mädchen.

Meine vollständige Kritik von I Am Mother gibt es auf kino-zeit.de.