S.W.A.T. – Die knallharten Fünf – Staffel 1

Für Fernsehserien der eigenen Kindheit entwickelt man ja gerne eine Form der Nostalgie, die rationaler Begründbarkeit nicht mehr zugänglich ist. Manchmal lässt eine spätere Begegnung das nostalgisch verklärte Urteil dann intakt, manchmal bohrt es doch einige Löcher hinein. S.W.A.T. – Die knallharten Fünf hat die Wiederbegegnung nicht unversehrt überstanden. Vor gut dreißig Jahren war das alles spannend und aufregend, solche Spezialeinheiten gab es ja noch nicht lange. Die Serie wurde sogar nach zwei Staffeln wegen zu grober Gewalt abgesetzt; in der Rückschau wirken die Geschichten allerdings nachgerade versonnen erzählt. Gemütlich werden in jeder Folge Kriminalfälle aufgebaut, Bösewichte (und sie sind stets skrupellos böse!) präsentiert, bevor am Schluss im Showdown mal mehr, mal weniger viel geschossen wird. Waffen spielen zwar immer eine große Rolle, aber die Gespräche zwischen den Protagonisten, guten wie bösen, ziehen sich ebenfalls gewaltig. Und manchmal werden völlig unkomische Scherze breitgetreten, bis nur noch die Tränendrüse lacht. Dafür bekommt man einen Einblick in eine von aller Frauenbewegung unbeleckte Männerwelt, wie sie Mitte der 1970er Jahre schon ihre letzten Atemzüge tat – historisch ist das nicht uninteressant.

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.
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