Die Verlorene Welt – The Lost World (1925)

Man muss sich nur vage vorstellen, wie absolut sensationell es im Jahr 1925 gewesen sein muss, auf der Leinwand, übermenschlich groß, sich bewegende Dinosaurier zu sehen, noch dazu zeitgleich im Bild mit Menschen – wie die Menschen einen brennenden Holzscheit nach der angreifenden Echse werfen und dieses den Scheit in seinem Maul auffängt und hin und her bewegt. Nur so lässt sich verstehen, welche nie dagewesene Sensation Die Verlorene Welt war, ein Spektakel sondergleichen, Vorbild für alle Dino-Filme nach ihm – dahinter wird gern vergessen, dass Harry O. Hoyts Film über das Abenteuer von Professor Edward Challenger und seinen Begleitern (Wallace Beery als Challenger, neben ihm vor allem Bessie Love, Lewis Stone und Lloyd Hughes) auch ein ziemlich solider Abenteuerfilm ist, mit ein wenig Slapstick, reichlich exotisch wirkenden Settings, Raubkatzen und Schlangen, und nonchalant eingestreuten zeittypischen Rassismen, vor allem den Schwarzen Diener Zambo, für den der weiße Schauspieler Jules Cowle in Blackface Grimassen zieht. Für die Animation der Saurier war vor allem Willis O’Brien verantwortlich, der später auch bei King Kong für die Technik verantwortlich war. Die neue Ausgabe kommt mit überflüssiger Kolorierung und vor allem leider ziemlich liebloser musikalischer Untermalung.

Diese Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.