The intergalactic Adventure of Max Cloud (2020)

Es ist das Jahr 1990, bei Computerspielen erkennt man immer noch die einzelnen Pixel auch auf den kleinen Fernsehern, die man sich ins Jugendzimmer stellen darf. Sarah steckt gewissermaßen bis zum Hals in „Max Cloud“, dem aktuell angesagten Spiel um den gleichnamigen Raumpiloten. Ihr Vater sagt, sie solle das Ding abstellen, aber stattdessen steckt Sarah auf einmal ganz und gar in dem Spiel – im Körper von Jake, dem Schiffskoch, der zusammen mit Commander Rexy und dem sehr von sich eingenommenen, so arroganten wie chauvinistischen Kapitän Cloud auf einem Gefängnisplaneten strandet, dessen Bewohner ihnen alles andere als freundlich gesonnen sind.

Die Grundidee von The intergalactic Adventure of Max Cloud ist mehr als charmant (und erinnert natürlich nicht von ungefähr an das Jumanji-Reboot), und mit Scott Adkins als Titelheld, John Hannah und Lashana „007“ Lynch als richtig fiese Sleaze-Bösewichte wäre da auch ein solider Cast zusammen. Adkins darf ab und an mal kräftig zutreten und gesichtslose Ninjas köpfen (auch wenn es 8-Bit-konform unblutig zugeht), viele Kampfszenen werden aber auch nur auf der Spieloberfläche gezeigt. Lynch hat sichtbar Spaß an ihrer Quatschrolle – aber auch sie kann nichts dagegen ausrichten, dass das Drehbuch von Regisseur Martin Owen und Co-Star Sally Collett lauter Ansatzpunkte für große und kleine Komik streift und dann einfach fallenlässt.

Weder spielt der Film wirklich erfolgreich mit Adkins‘ „star persona“ noch mit den (durchaus nachdrücklich eingeführten) Konventionen der Actionspiele. Max Clouds Raumschiff sieht aus wie ein playmobil-Spielzeug, der Thronsaal des Oberbösewichts Revengor(!) wie das in Orangerot getauchte Set eines 1950er-Science-Fiction-Films. Da sind lauter Momente, über die man sich freuen möchte, aber es kommen weder verbale noch visuelle Gags. Und dass die weibliche Hauptfigur 90% des Films als männlicher Avatar herumläuft, wird durch die zwei Wandlung zweier männlicher Figuren kurz vor Schluss auch nicht wettgemacht.