Fantasy Filmfest 2012: Empfehlungen (6)

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Es gibt einen neuen Langtext von mir zu Brake auf kino-zeit.de. Und hier sind die neu gesichteten Filme:

Kurze Anmerkungen und Trailer:

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Fantasy Filmfest 2012: Empfehlungen (5)

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Kurze Anmerkungen und Trailer:

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Fantasy Filmfest 2012: Empfehlungen (4)

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Es gibt noch einen neuen Langtext zu dem wunderbaren und dringend empfehlungswürdigen Detention von mir auf kino-zeit.de. Ansonsten sind hier meine neuen Sichtungen, vor allem nach meinem gestrigen, ersten „richtigen“ FFF-Tag.

Kurze Anmerkungen und Trailer:

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Fantasy Filmfest 2012: Empfehlungen (3)

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Zuallererst: Zu einigen meiner Empfehlungen und Warnungen aus den ersten beiden Texten dieser kleinen Reihe sind inzwischen schon längere Texte bei kino-zeit.de erscheinen, nämlich zu Piranha 3DD, God Bless America, Switch und Cleanskin. Ich bitte um freundliche Beachtung.

Neu gesichtet:

Kurze Anmerkungen und Trailer:

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Fantasy Filmfest 2012: Empfehlungen (2)

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Nach den ersten Nennungen von gestern hier jetzt meine zweiten Empfehlungen, Warnungen und Ultrakurzkritiken zum diesjährigen Fantasy Filmfest.

Sehr informativ ist auch noch eine Diskussion, die sich gestern auf Facebook im Anschluß an Thomas‘ Empfehlungen entspann.

Trailer und Kurzkritiken:

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Fantasy Filmfest 2012: Empfehlungen (1)

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Das diesjährige Fantasy Filmfest rückt langsam näher, morgen gibt es in Berlin auch schon frühe Karten zu kaufen. Deshalb an dieser Stelle meine ersten kurzen Empfehlungen und Warnungen zu den Filmen, die ab 21. August in Berlin und anderswo zu sehen sein werden.

Mehr kurze Meinungen gibt es morgen.

Trailer und Anmerkungen:

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Dictado – Childish Games (2012)

Ursprünglich erschienen in Deadline #32, März 2012.

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Das spanische Kino erprobt sich seit einigen Jahren immer wieder recht erfolgreich im phantastisch angehauchten Thriller, an dem die Balance zwischen psychologischem Drama und Horrorfilm immer prekär ist, immer zu kippen droht. Hier ist es der Lehrer Daniel, dessen Lebens ins Wanken gerät, als er von Mario besucht wird, einem Bekannten aus Kindertagen. Kurz darauf nimmt sich Mario das Leben, und seine Tochter, die Daniel und seine Frau Laura in Pflege nehmen, erinnert Daniel mehr und mehr an das dunkle Geheimnis, das er mit Mario teilte.

Childish Games oder Dictado, wie der Film von Antonio Chavarrías im Original heißt, ist sicher nicht der originellste Vertreter seiner Art und hält sich gelegentlich zu sehr an Grundregeln des Drehbuchschreibens, in denen man eine gefährliche Klippe einführt, um sie dann auch gefälligst zu dramatischem Effekt nutzen zu können. Aber ein solider Thriller ist er eben doch, der zwischen Horror und Wahnsinn lange Zeit keinen Unterschied macht – und am Schluss allenfalls ein wenig zu brav daherkommt.

Fantasy Filmfest Nights 2012

Die Filme für die diesjährigen Fantasy Filmfest Nights (an den Wochenenden vom 17.3. bis 1.4.2012) sind jetzt offiziell, und es sind ein paar hoffnungsvolle dabei und ein paar Stinker.

Childish Games aka Dictado habe ich auf der Berlinale gesehen, ein solider, aber wenig überraschender spanischer Mysterythriller mit leichten Horroreinschlägen. Kann man sehen.

Unbedingt empfehlenswert: Der kubanische Juan of the Dead (Juan de los Muertos), den ich in Sitges gesehen und dann ausführlich besprochen habe. Zombiekino in seiner besten Form.

Am gleichen Ort habe ich auch Livid (Livide) gesehen und war nicht sehr begeistert. Eine ästhetisch überambitionierte Vampir(o.s.ä.)geschichte, die dann am Schluß doch nicht bringt, was sie will. Noch schlechter ist The Theatre Bizarre, ein Episodenfilm, dem ich so gar nichts abgewinnen konnte.

Anders hingegen Sleep Tight (Mientras Duermes), noch so ein spanischer Film, den ich ziemlich stark fand – aber dazu gab es auch von geschätzten Kolleg_innen ganz andere Meinungen. So soll’s sein.

Unbekannt, aber vielversprechend: Chronicle und We Need To Talk About Kevin. Unbekannt und womöglich egal: Love, The Prodigies (La Nuit des Enfants Rois), [REC]3, Rosewood Lane.

Berlinale 2012: Tag 6 und 7

Die Tage verschwimmen langsam miteinander, was auch an der Müdigkeit liegen kann, am Jonglieren mit Rollen und Anforderungen, das ich mir dieses Jahr aufgehalst habe, gerne natürlich: Aber es ist eben ein seltsames Ringen zwischen Potsdamer Platz und Büro anderswo, Bett und (figurativ) Wiege drittens. Ich liebe jedes dieser Teile.

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Einsam bin ich dabei nicht. Aber dennoch sind Filme von Einsamkeit, Isolation und Verzweiflung ja gerne mal überhand nehmend auf der Berlinale, dem Weltproblemfestival unter den Filmfestivals (or so they say). Das Antidot dazu gab Rentaneko, „die japanische Antwort auf Amélie Poulain, nur subtiler und abgründiger“, wie ich gleich hinterher schrieb. Das glaube ich immer noch und habe es hier etwas differenzierter ausgeführt.

Der Film kursiert hier derzeit ein wenig als Geheimtip unter den Kolleg_innen, ich glaube aber: wirklich im Sinne eines Antidot gegen all die Schwermut. Und dann finden auch nicht alle den Film toll, aber andere bleiben dran kleben.

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Dann war schon der nächste Tag (gestern); jetzt, kurz vor Festivalschluß, meine erste Wettbewerbs-Pressevorführung im Berlinale-Palast, ganz oben im 2. Rang mit ein paar netten Kolleg_innen. Wir lästern ein wenig über S.‘ ordentlich geführten (Papier-)Festivalkalender, mit dem sie von uns allen den besten Überblick darüber hat, was sie wann wo tun muss, während wir uns auf unser „Streichelfon“ (S.) verlassen. Wehe dem, der von der Technik verlassen wird an solchen Tagen. Oder sein Telefon vergißt.

Bai Lu YuanWhite Deer Plain – also aus luftiger Höhe, von oben herab, betrachtet. (Schwindelfrei muss man sein, da oben.) Eine monumentale Soap-Opera, ein Genderdrama mitten im klassischen Rollendasein, und am Schluss stirbt die Frau durch die Hand eines Mannes, den sie vorher gedemütigt hat. Im Hintergrund geschieht eine Revolution – wir sind mitten im China des frühen 20. Jahrhunderts -, aber die Landwirtschaft und ihre Mittel bleiben noch immer gleich, und auch die Geschehnisse im Theater des Lebens. Politisch mag sich vieles umwälzen, es kommt doch bei den Menschen am Boden nicht an.

Das ist als großes Menschheitstheater inszeniert, wechselnd zwischen grandiosen Landschaftsaufnahmen und Szenerien wie aus Bühnenbild. Und die Wunde am Ende ist nicht nur anatomisch bescheuert positioniert – man sticht nicht so einfach durch ein Schulterblatt hindurch -, sondern auch noch das schlechteste CGI des Festivals: sie zuckt nicht, wenn die Sterbende sich windet, und dadurch sieht es aus, als wandere sie.

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Anschließend stehen vier gestandene Filmkritiker noch eine Viertelstunde vor der Tür und versuchen sich daran, die Verwandtschaftsverhältnisse des Filmes auseinanderzudividieren. Ich darf gleich sagen: So ganz ist es uns nicht gelungen. Wer jetzt mit wem verschwägert, blutsverbrüdert oder verpatet war —

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Spät nachts dann schließlich Haywire in großer Premiere. Vom Saal aus kann man vor der Vorstellung per Leinwand den Roten Teppich beobachten; da verbringen die Stars viel Zeit, auf der Bühne später, nach Filmende, nur sehr wenig. Es ist aber auch sehr spät: Gegen halb zwei spuckt uns der Palast wieder auf die Straße.

Haywire - Roter Teppich

Toller Film übrigens; Nino und Thomas haben dazu schon fast alles Wesentliche gesagt, während ich mich jetzt an den dazugehörigen Text werfe. Gina Carano macht übrigens den Eindruck, als würde sie nicht nur in ihrer Rolle, sondern auch im wahren Leben lieber aufs Abendkleid verzichten (das allerdings zur Premiere auch schwarz, kurz und aus Leder war). (Eine ausführliche Kritik gibt es jetzt hier.)

Kid-Thing (Berlinale 2012: Forum)

Womöglich täuscht der Eindruck, aber er drängt sich doch auf: Dass im amerikanischen Independent-Kino der vergangenen Jahre vor allem das Leben in den Südstaaten immer wieder als einsames, menschenfeindliches Dasein beschrieben wird, dessen Trost- und Ausweglosigkeit selbst den aus der sicheren Entfernung des Kinosessel zuschauenden Europäer in die Depression reißen möchte.

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So ist denn auch die Welt in Kid-Thing von David Zellner, der im Forum der Berlinale seine Europapremiere erfährt, öd und voll. Der Himmel mag weit sein, die Wolken ziehen da zügig vorbei, aber das verbirgt nur mühsam wie ausweglos und gleichförmig selbst die Natur zu sein scheint, die immergleichen Straßen, Geschäfte und Weiden. Mittendrin liegt jede Menge Wohlstandsmüll herum, die Menschen kümmern sich hier nicht um die Dinge, die sie in die Gegend stellen.

Mittendrin die zehnjährige Annie (Sydney Aguirre), um die sich auch niemand recht kümmern will. Sie scheint gelegentlich reifer, wenigstens nachdenklich als ihr Vater Marvin (Nathan Zellner, Bruder des Regisseurs und auch für die Kameraführung verantwortlich); aber schon dieses Kind weiß nichts rechtes mit der Welt, den Dingen und Menschen darin anfangen zu können: In einem Schuppen wirft sie Bücher und altes Spielzeug zu Boden, sie zerreißt einen morschen Baumstamm, knipst einem Busch mit einer Zange die Dornen ab und zerschlägt schließlich einem anderen Kind die Geburtstagstorte.

All das findet fast ohne Gespräche statt: Im ländlichen Texas von Annies Welt sind die Gespräche verstummt oder fast bedeutungslos, die Menschen körperlich oder geistig versehrt. Die Abstumpfung ist total, und Zellner rückt dafür nicht, wie es ja populär wäre, Medienkonsum oder ähnliches in den Vordergrund, im Gegenteil: Die Menschen wissen schlichtweg nichts miteinander anzufangen. Annies Tage vergehen in ziellosem Herumwandern durch die Umgebung – die Schule, behauptet sie, ist wegen eines Lecks in einer Gasleitung geschlossen.

Bei einer ihrer Wanderungen stößt Annie schließlich mitten im Wald auf ein Loch im Boden, aus dem eine Frau um Hilfe ruft – Esther (Susan Tyrrell) ist dort hineingestürzt und nun auf Annies Hilfe angewiesen. Das Mädchen aber will oder kann ihr zunächst nicht helfen, bringt dann aber Sandwiches, Getränke und Funksprechgeräte. Esther wird schließlich zu ihrer wichtigsten Gesprächspartnerin im Film – sie weiß nicht einmal, wie sie ihrem Vater davon erzählen sollte, was ihr da im Wald widerfahren ist.

Die freudige Überraschung des Films ist natürlich die junge Aguirre, die ihrer Annie ein leeres Gesicht und gelegentlich wohldosierte Andeutungen von Emotion verleiht und somit die Grundstimmung des Filmes effektiv unterfüttert. Zugleich wirken die stellenweise etwas erratisch wirkende Musik und die doch etwas zu stark verlangsamte Erzählweise dem wieder deutlich entgegen.

Aber vielleicht gehört die Ausweglosigkeit und Trägheit der Erzählung genau dazu, dass Zellner hier wirklich keine Hoffnung mehr sieht: Das Loch, aus dem Esther spricht, in der Annie abwechselnd teuflische Versuchung und Freundin sieht, das ist natürlich längst ein Loch in ihrer Seele, das nicht mehr verschwinden wird, im Gegenteil: Es wird sie vertilgen, und mit ihr die ganze Welt, aus der sie kommt.