Trash am Mittwoch: Night of the Flesh Eaters (2008)

Ursprünglich erschienen in Deadline #32, März 2012.

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„All this devouring and flesh-eating“, beschwert sich mittendrin eine der Figuren: All dieses Verschlingen und Menschenfleishessen! Dabei wird in Night of the Flesh Eaters davon vor allem viel gesprochen, in den end-, ziel- und planlosen Dialogen, denen man immer wieder ausgesetzt wird. Das soll, wohlgemerkt, komisch sein, wie ein schlecht bezahlter Killer sich Gedanken darüber macht, dass gerade Waldbrand- und Nistsaison sei. Alsbald betritt ein menschenfressendes Zwergvolk die Szene, ein rothäutiger Dämon und diverse andere übernatürliche und stets unfreundliche Erscheinungen, deren Existenz stets ausführlich diskutiert werden muss, bevor es zu wenig aufregenden, grausig inszenierten und nur milde splattrigen Zweikämpfen kommt. Dazwischen serviert uns Regisseur J.R. McGarrity witzig gemeinte Kameraeinstellungen, die einfach nur langweilig sind. Mit anderen Worten: McGarritys zweiter Film nach einem Streifen über fleischfressende und (selbstverständlich weibliche) Strippervampire ist ein völlig unkomisches, technisch ineptes, fades Stück Schrott, das so gerne witziger Trash sein möchte. Latexmonstren einfachster Art hopsen in billigen Pappmachédekors herum, zwischendurch rennen drei bis fünf Personen durch einen Wald, und drumherum wird mythisch gefaselt.

Text zu Filmstart (18. August 2011): Captain America

Machen wir’s kurz: Captain America – The First Avenger ist zwar ein milde unterhaltsamer Superheldenfilm, aber zu sehr Standradware, um wirklich aufregend zu sein. Näheres dazu von mir auf reihesieben.de.

Texte zu Filmstarts (11. August 2011)

Zwei der heute gestarteten Filme habe ich bereits vorab gesehen, und sie sprechen völlig unterschiedliche Gemütsverfassungen an: Die Anonymen Romantiker (ein durchaus eher falsch übersetzter und nicht treffender Titel – Les Emotifs Anonymes ist das im französischen Original) ist eine bezaubernde, altmodisch langsame und fast schon zu kurze Komödie über Menschen mit mehr Schamgefühl als Du und Ich – weitaus mehr, als gut für sie ist. Ausführlicher steht das bei kino-zeit.de.

Und dann ist da Rise of the Planet of the Apes, auch mit einem komischen deutschen Verleih(bei)titel, Planet der Affen: Prevolution, ein Science-Fiction-Actiondrama, das heute in einer Notiz der Berliner Zeitung als „Wissenschaftsdrama“ bezeichnet wurde, was natürlich größtenteils Quatsch ist. Erzählt werden soll die Vorgeschichte der Planet der Affen-Filme aus den 1960er/1970er Jahren, und das macht der Film ganz okay.

Foto: Delphi Filmverleih

Texte zu Filmstarts (4. August 2011)

Nein, das Bild da oben zeigt nicht Super 8, den durchaus originellen, sehr retro-orientierten und gelungenen Coming-of-Age-Monsterfilm aus dem Haus Spielberg/Abrams. Und mit Elle Fanning ist auch eine junge Schauspielerin dabei, der die drei Grazien im Bild bei weitem nicht das Wasser reichen können. Mehr Lobpriesungen dazu von mir im horrorblog.org.

Die jungen Damen im Bild sind stattdessen dem hochgradig berechneten und berechnenden Teenieschmalzpfützchen namens Plötzlich Star aka Monte Carlo entsprungen. Eine wirklich völlig belanglose und entlang altbekannter Linien entwickelte Produktion, die sich evidentermaßen vor allem an den Interessen und Stars eines amerikanischen Jugendstratums orientiert, und deshalb in Deutschland hoffentlich eine verdiente Bauchlandung macht. Etwas weniger negativ habe ich das für filmstarts.de verpackt.

Nach den altbackenen, simplizistischen Geschlechtermodellen dieses Films ist es eine Freude, auf den Dokumentarfilm Im Bazar der Geschlechter hinweisen zu können, der zwar nicht eben die Geschlechterordnung durcheinanderwirbelt, aber doch vielleicht ein bißchen unsere Vorstellung davon, wie sich das Leben zwischen den Geschlechtern im Iran so abspielt. Vordergründig geht es um das Konzept der Zeitehe, wie nebenbei werden grundlegende Bedingungen der (islamischen) iranischen Gesellschaft unter die Lupe genommen. Sehr empfehlenswert, wie ich für kino-zeit.de beschrieben habe.

Foto: 20th Century Fox

Texte zu Filmstarts (28. Juli 2011)

Vermutlich werden ab morgen ob geringer Kopienzahl nicht eben unendlich viele Menschen die Möglichkeit bekommen, sich den Film Confessions (Geständnisse) anzusehen – aber diese sollten die Gelegenheit beim Schopfe ergreifen, dieses visuell seine Narration vorantreibende Thrillerdrama anzusehen, das sich fröhlich allen Kategorien und Zuschreibungen entzieht, während es die Welt in Stücke reißt. Buchstäblich. Hier meine Besprechung bei kino-zeit.de.

Nur für einen bedeutend kleineren Teil der Menschheit wird Green Lantern von Interesse sein, das Ryan-Reynolds-Superheldenvehikel. Zwar werden ihn sich dennoch viel mehr Leute ansehen, aber an der Qualität des Films liegt das nicht. Eher bietet der Streifen gut gelaunten Edeltrash, aber dazu gehen die Meinungen weit auseinander: für manche ist das einfach nur teurer Schrott. Meine Haltung dazu gibt’s hier im Blog.

Cars 2 läuft ebenfalls morgen an, und eigentlich hat Maurice bei critic.de alles dazu gesagt, was ich auch anzumerken hätte. Außer vielleicht noch: Ich habe mich fulminant gelangweilt.

Bleibt schließlich noch Nichts zu verzollen zu erwähnen, eine vergnügliche französische Komödie über die Mühen der europäischen Einigung ebendort, wo sie am leichtesten erscheint: in der menschlichen Begegnung der Grenzanrainer. Mit Dany Boon (der auch Regie führt) und dem mir immer mehr ans Herz wachsenden Benoît Poelvoorde als einander spinnefeinde Grenzbeamte auf unterschiedlichen Seiten des franko-belgischen Niemandslandes. Meine ausführliche Besprechung gibt es bei filmstarts.de.

Foto: Rapid Eye Movies

Text zu Filmstart (21. Juli 2011)

Schon vor längerer Zeit hatte ich James Wans neuen Film Insidious gesehen und war leider keineswegs so begeistert, wie ich vielleicht hätte hoffen können – der Mann hat immerhin Saw erfunden. Für blairwitch.de habe ich das ein ganzes Stück ausführlicher aufgeschrieben.

Ausführlich nirgendwo besprochen habe ich Bridesmaids mit dem blöd, blöder, am blödesten deutschen Verleihtitel Brautalarm, der zudem mit einer Plakatkampagne mißhandelt wird, die wohl Sex and the City aufrufen soll; verfehlter könnte die Positionierung des Films nicht sein. Daß die Pressevorführungen allesamt in deutscher Sprache stattfanden, zeigt vielleicht noch mehr, wie wenig man hierzulande dem Komödiantischen an sich zutraut bzw. abgewinnen kann. Sei’s drum: ein großartiger Film, derb und weit jenseits der Schmerzgrenze, und genau deshalb umwerfend komisch. Wo immer möglich sollte man sich aber wohl die Originalfassung zu Gemüte führen.

Foto: Central Film/Wild Bunch

Texte zu Filmstart (14. Juli 2011): Harry Potter 7.2

Vermutlich kommt es als keine große Überraschung daher, daß mich an den Harry Potter-Verfilmungen immer besonders interessiert hat, wie die sich die Frauenfiguren entwickeln. So bin ich ein kleines bißchen enttäuscht (aber nicht so schlimm wie befürchtet), daß im letzten Film den weiblichen Weasleys (Mutter und Tochter Ginny) nicht richtig viel Raum eingeräumt wird – wie überhaupt die wichtigen Nebenfiguren zwar alle noch ein bißchen Platz bekommen, aber befriedigend ist das nicht. Jedenfalls nicht für mich. (Aber das ist gut: Der „You bitch!“-Moment ist drin.)

Was ich sonst von Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2 gehalten habe und warum dieser Film ein durchaus unvollkommener, aber würdiger Abschluß der Serie ist, habe ich ausführlicher und mit etwas unterschiedlichen Schwerpunkten für critic.de und fürs Horrorblog aufgeschrieben.

Foto: Warner Bros.

Text zu Filmstart (7. Juli 2011): Kleine wahre Lügen

Diese Woche läuft Les petits mouchoirs (Kleine wahre Lügen) in den Kinos an, ein französischer Ensemblefilm mit lauter großen Namen, der in seiner Heimat durchaus zu Recht einer der erfolgreichsten Filme der vergangenen Jahre war. Für kino-zeit.de habe ich mir die Tragikomödie um eine Gruppe von Freunden näher angesehen.

Foto: Tobis

Text zu Filmstart (30. Juni 2011): The Infidel

Diese Woche läuft erstaunlicherweise die britische Komödie The Infidel als Alles koscher in den deutschen Kinos an. Hier meine ausführliche Kritik. Schöner Film.

Foto: Senator

Texte zu Filmstarts (2. Juni 2011)

Noch eine Nachurlaubsnachreichung: In der vergangenen Woche sind in Deutschland drei Filme angelaufen, die ich vorab gesehen habe- alle drei für ein ganz unterschiedliches Publikum gemacht und gedacht.

Da wäre zunächst The Hangover Part II, die Fortsetzung der durchaus zurecht sehr erfolgreichen Buddy-Komödie The Hangover, in der sich wieder drei nicht mehr ganz junge Herren schrill und pubertär durch extreme Situationen bewegen. Ich fand das für critic.de immer noch einigermaßen komisch, aber man kann das auch völlig zurecht eher ganz und gar furchtbar finden.

Source Code von Duncan Jones habe ich nirgends ausführlicher besprochen, aber besonders mitgerissen oder berührt hat mich der Film nicht; er wirkt zu sehr wie eine Fingerübung, eine emotionslose Versuchsanordnung, ohne besondere Spannung oder Überraschung. Schade, denn Jones‘ Moon fand ich wirklich sehr gut.

Last but wirklich not least ist Somos lo que hay (Wir sind was wir sind) von Jorge Michel Grau ein sehenswertes, seltsames Horrordrama über eine anscheinend kannibalistisch lebende Familie in Mexico City, der vor allem von der Gewalttätigkeit der Welt spricht. Für kino-zeit.de habe ich das etwas ausführlicher beschrieben.

Foto: Warner Bros.