DVDs zu verkaufen

Weil meine DVD-Sammlung dringend eine Verkleinerung braucht (das Regal ist leider aus nicht-mitwachsendem Holz) verkaufe ich einige Stücke daraus – zum Teil französische und britische DVDs ohne deutsche Untertitel oder Synchronisation. VB 6 Euro pro Disc, inkl. Versand innerhalb Europas. Bei Interesse bitte mir direkt unter mail@rochuswolff.de schreiben, danke!

Und hier die Cover:

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16ème Étrange: Vampires (2010)

Dieser Beitrag gehört zu meiner Berichterstattung über das 16ème L’Étrange Festival in Paris. Der Film war auch auf dem FFF 2010 zu sehen.

Den belgischen Film Vampires als Vampirkomödie zu beschreiben, ist zwar einerseits insofern zutreffend, als er sich einen komischen Zugang zum Sujet Vampir sucht, verfehlt den Film aber insofern, als er dies völlig anders betreibt als etwa (Namensverwandtschaften jetzt einmal ignorierend) Suck oder Vampires Suck.

Vampires ist stattdessen ein Mockumentary, ein konsequent als Dokumentarfilm verkleideter Blick auf die (natürlich fiktionale) Vampirgesellschaft in Belgien am Beispiel zweier in einem Haus zusammenlebenden Vampirfamilien.

Vincent Lannoo läßt seinen Film mit einigen Texttafeln beginnen, die von den schwierigen und sogar tödlichen Versuchen berichten, diesen Film zu drehen – meistens wurde die Crew zum Hauptgericht der zu Portraitierenden. Nun aber sei man beim dritten Mal und unter großen Sicherheitsvorkehrungen endlich erfolgreich gewesen – und widme den Film gerne den bei seiner Entstehung Verstorbenen.

Solcherlei schwarzer Humor findet sich später noch öfter; er zieht seine Kraft vor allem daraus, daß hier eine bürgerliche Normalität konstruiert und gezeigt wird, die allerdings mit den Wertvorstellungen und vor allem aber: Ernährungsgewohnheiten der Vampire kollidiert. Da ist dann die Käfighaltung von illegalen Einwanderern plötzlich nicht mehr unmoralisch, sondern Bestandteil der Nahrungskette; die Vampire sind wie Reinigungskräfte für die Population, erzählt der eine. Und um die dahinter kaum verborgene politische Ebene noch zu verstärken, schwadroniert eine andere Vampirin von Reinheit und Sittenverfall.

Dazwischen walzt Vampires noch eine Idee aus, die in Daybreakers (meine Kritik) nur ganz am Anfang durchschien: Was passiert eigentlich, wenn man mitten in der Pubertät zum Vampir wird, wenn man die dauernden Hormonschübe nicht mehr loswird? Hier trifft es die „Tochter“ der Familie, stets in Rosa, aber stets verzweifelnd. (Allein die Szene, in der sie sich scheckig über einen rosa Sarg freut, darf man sich nicht entgehen lassen.) Wie also, das ist ja das in Daybreakers nicht ganz zu Ende gedachte Problem, geht man in der potenziell ewigen Unsterblichkeit mit den Problemen und Sorgen des Alltags um?

Darauf sucht Vampires wenigstens einige Antworten. Mit einer Mischung aus „Talking Heads“ und immersiv dokumentarischem Stil ahmt der Film dabei ziemlich effektiv derzeit gängige Dokumentarstile nach – und gibt ihnen, gerade bei den ethisch fragwürdigen Momenten, einen schalen Beigeschmack. Und das ist natürlich die wahre Größe: Daß einem das Lachen gelegentlich im Halse stecken bleibt. Dort also, Sie wissen schon, wo die Vampire vermutlich beißen werden. (Wobei, der Hals, scheint es mir nach Sichtung dieses Films, ist wohl dem Familienoberhaupt vorbehalten.)

Foto: Fantasy Filmfest

16ème Étrange: Suck (2009)

Dieser Beitrag gehört zu meiner Berichterstattung über das 16ème L’Étrange Festival in Paris. Der Film war auch auf dem FFF 2010 zu sehen.

Wo wir schon bei Vampirkomödien sind: Suck dürfte in diesem Subgenre zu den etwas interessierter erwarteten Filmen gehört haben, bevor er jetzt auf dem Fantasy Filmfest auch in Deutschland und hier in Paris beim L’Étrange Festival zu sehen war.

Eine kleine kanadische Band, die seit vermutlich ewigen Zeiten herumtouren, ohne je auf einen grünen Zweig zu kommen, werden plötzlich erfolgreich, nachdem zuerst ihre Bassistin und dann auch die männlichen Mitglieder zu Vampiren werden. Allerdings sind nicht alle Beteiligten besonders glücklich mit dieser Entwicklung.

Die Handlung von Suck ist nicht besonders aufregend, zumal sie ohne große Höhepunkte und dramatische Zuspitzungen so dahinerzählt wird. Wenn man so will, ist das die Geschichte, die Jennifer’s Body im Hintergrund nicht (oder jedenfalls nicht so) erzählt (allerdings mit Vampirismus statt Dämonen, dafür auch hier mit einer Jennifer): Wie es der Band ergeht, die den Pakt mit dem Teufel schließt. Suck macht daraus eine schwärzliche Komödie, die man sich vor allem deshalb gerne ansehen mag, weil sie bei kurzer Filmzeit flott erzählt ist und durch reichliche Musikbeigaben sehr palatabel.

Die Musik kommt nicht nur von der Film-Band The Winners, sondern auch von zahlreichen Größen des Rockgeschäfts, die Autor/Regisseur/Hauptdarsteller Rob Stefaniuk irgendwie davon überzeugen konnte, hier mitzuspielen: Moby, Alice Cooper, Iggy Pop… und Malcolm McDowell spielt „Eddie Van Helsing“, einen einäugigen, versoffenen Vampirjäger, was ihm offenbar große Freude bereitet. Mit Lust spielt auch Dmitri Coats den Vampir Queeny, der den Stein ins Rollen bringt; er wirkt dabei stets wie Johnny Depps Mad Hatter aus Speed.

Ansonsten verbringt Stefaniuk viel Zeit damit, seine Hauptdarstellerin Jessica Paré als Vampirin ins rechte Licht (gerne überstrahlt) zu setzen und verführerisch auf die Leinwand zu bringen. In welcher Konsequenz er das betreibt, ist schon fast wieder amüsant für sich. Suck ist ein grundsympathischer Film, der über seine Schau- und Hörwerte ganze anderthalb Stunden lang trägt. Dann ist Schluß, und dann ist auch gut.

Foto: Fantasy Filmfest

Nikita 1×01 (TV, 2010)

In den USA ist gerade die neue Serie Nikita angelaufen – natürlich ein Remake oder Reboot einer Reihe von Film- und Fernsehprodukten, die 1990 mit La Femme Nikita von Luc Besson begannen, mit Anne Parillaud in der Titelrolle als drogenabhängige Mörderin, die von einer geheimen staatlichen Organisation eine neue Identität verpaßt bekommt und zur Auftragsmörderin ausgebildet wird. Seitdem hat es Remakes aus Hong Kong (Hei mao aka Black Cat, 1991) und den USA gegeben (Point of No Return, 1993, mit Bridget Fonda als „Nina“) sowie eine kanadische Fernsehserie, die von 1997 bis 2001 wieder unter dem französischen Titel La Femme Nikita firmierte (und die ich leider nicht kenne).

Der jetzt im CW Network gezeigte Pilotfilm führt natürlich vor allem die Protagonistin Nikita (Maggie Q) ein; allerdings basiert Nikita auf einer etwas anderen Handlungsprämisse als die Vorgänger. Hier geht es nun darum, daß Nikita nach dem Tod ihres Partners (bzw. vermutlich nach seiner Ermordung) die Organisation „The Division“ verlassen hat und jetzt wieder auftaucht, um deren Aktivitäten offenzulegen und den Verein zu zerschlagen. Eine Frau also gegen den Rest der (Geheimdienst)Welt.

Parallel dazu wird mit Alex (Lyndsy Fonseca) eine Figur eingeführt, die zunächst die gleiche Handlungsposition zu füllen scheint, die in den bisherigen Filmen von Nikita selbst besetzt wurde: die Neue in der „Division“, die jetzt erst ihrem Training unterzogen wird.

Natürlich – hier geht es um Spionage, Gegenspionage, Attentate und Geheimdienste – ist hier vieles nicht das, was es anfangs erscheint; allerdings legt schon der Pilotfilm sehr viel offen (und vieles ist zudem recht vorhersehbar), so daß ich gespannt bin, ob die kommenden Folgen die Komplexität der Handlungskonstruktion steigern oder eher mit konventionellen Handlungsmustern weitergeführt werden.

Eine längere Szene im Piloten setzt Maggie Q, die Nikita leider (noch?) nicht viel charakterliche Tiefe zu geben vermag, extensiv in wenig Kleidung in Szene; ich hoffe, daß die Serie nicht nur dazu dienen soll, die Protagonistinnen einmal pro Folge in knappen Bikinis herumlaufen zu lassen. Häufig wechselnde Outfits à la Alias wird es aber wohl sicher geben. Und dann wird es Zeit, sich noch einmal die Filme aus den 1990ern und den Wandel des Frauenbildes genauer anzusehen.

Foto: The CW Network

Vampires Suck (2010)

Ein Geständnis: Nein, ich habe Vampires Suck nicht ganz gesehen. Das hat einen ganz einfachen Grund: Ich halte diesen schlaff herabhängenden, völlig bedeutungslosen Humor nicht aus, er knattert in meinem Kopf laut als verrinnende Lebenszeit.

Es ist ja nicht so, als ob das Filmprojekt, die meiner Meinung nach eher minder aufregenden Twilight-Filme aufs Korn zu nehmen, nicht ohne Meriten und Möglichkeiten wäre. Worauf Marcus schon hingewiesen hat (dessen Besprechung für blairwitch.de ich zu diesem Film gerne als Verweisstelle und Referenz anführe): Allein sich die verklemmte Sexualmoral der Franchise mal vorzuknöpfen, daraus ließe sich reichlich Stoff für einen Spoof, eine Parodie, oder auch nur: einen guten Film ziehen. Aber Vampires Suck, der für den deutschen Verleih den nicht wesentlich originelleren Titel Beilight – Biss zum Abendbrot bekommen hat, läßt praktisch alle Chancen für etwas tiefgründigeren Humor links liegen und greift stets zum offensichtlichsten, vorhersehbarsten und flachsten Klamauk.

Irgendwo dadrin stecken zwar ein paar absurde Gaga-Momente (wie wenn Edward im Wald die über dem Kaninchenbau grübelnde Alice [die aus dem Wunderland] erschießt) und Scherze, die mediale Konstrukte („You’re staring at each other in slow motion!“) und Rezeptionsphänomene („Team Edward“ und „Team Jacob“ greifen aktiv in den Kampf ein) tatsächlich reflektieren; aber das bleiben einzelne Momente, nie wird ein erhellender Gedanke daraus. Der Film fühlt sich so fahl, so lustlos dahingerotzt und auf Profit ausgerichtet an: Ich kann mich nur mit Grauen abwenden.

Foto: 20th Century Fox

16ème Étrange: Four Lions (2010)

Dieser Beitrag gehört zu meiner Berichterstattung über das 16ème L’Étrange Festival in Paris. Der Film war auch auf dem FFF 2010 zu sehen.

(Der Vollständigkeit halber: „Spoiler-Warnung“. Am besten einfach direkt den Film ansehen.)

Wenn man über Four Lions schreibt, ist man versucht, erst einmal politisch korrekt zu betonen, wie unfähig hier auch die nicht-muslimischen, britischen Terrorfahnder und Zivilisten dargestellt werden: Die Polizei stürmt irgendwann auf der Suche nach einer Terrorzelle ein Haus, nimmt aber dort nur eine Gruppe äußerst frommer und friedfertiger Muslime fest, die zwar ihre Frauen in winzige Räume sperren, aber jedenfalls keine Bomben bauen. Und zwei Scharfschützen streiten sich kurz darauf angeregt darüber, ob der von Ihnen frisch Erschossene nun ein Bären- oder ein Wookie-Kostüm trug; daß er auf jeden Fall der Falsche war, ist ihnen offenbar völlig wurscht.

Aber dieser Reflex, den Film in Schutz zu nehmen vor allzu einseitiger Interpretation ist eigentlich verfehlt. Denn man redet damit am Kern des Films vorbei, der im Wesentlichen auf dem Grundsatz beruht, daß jede_r das Recht habe, verarscht zu werden, und somit an jeder Form politischer Korrektheit erst einmal völlig desinteressiert ist. Das heißt nicht, daß Four Lions ein Experiment in planloser Grenz- und Geschmacksverletzung wäre (wie dies zum Beispiel Uwe Boll seinerzeit mit Postal [meine Kritik] angepeilt hatte).

Christopher Morris, der bisher vor allem fürs Fernsehen gearbeitet hat, legt mit seinem Film (das Drehbuch stammt von ihm, Jesse Armstrong und Sam Bain) erst einmal den Finger ziemlich präzise in die Wunden, die die im Westen verbreiteten Vorstellungen vom Islam darstellen – und das heißt für uns weiße Mittelschichteuropäer: unser Denken, der Islam sei weitgehend mit dem militanten Islamismus identisch. Da findet es ein Kollege von Omar (Riz Ahmed) zwar befremdlich, daß einer von Omars Freunden eine Krähe in die Luft gesprengt hat. Er läßt sich dann aber alsbald beruhigen mit dem Argument, das sei eine kulturelle Sache – auf der Hochzeit in Pakistan kürzlich habe man auch einen Vogel Strauß mit einer Bazooka beschossen.

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Wonder Woman: Die Doku

Während der Wonder Woman-Realfilm wohl auf ewig in Entwicklung bleiben wird (eine Zeitlang sah es so aus, als ob Joss Whedon das Projekt übernehmen würde, aber das hat sich längst zerschlagen; in den Siebzigern gab es eine Fernsehserie, zuletzt wieder einmal eine Trickfilm-Adaption), bereitet Vaquera Films eine Dokumentation über Wonder Woman, ihre Entstehung und ihre Auswirkungen auf die Populärkultur vor. Von der Film-Homepage:

THE HISTORY OF THE UNIVERSE AS TOLD BY WONDER WOMAN is an independent documentary feature that looks at female superheroes, warrior princesses and other icons of women’s empowerment in pop culture. Examining the history of fiction’s longest running superheroine, the film raises questions about the possibilities and contradictions of women as popular action heroes.

Exploring contemporary culture for women and girls, with its emphasis on how girls and women look, rather than on what they do, the film probes why Wonder Woman has been reduced to a commodity—an icon on a bag, t shirt or mug etc. How can women claim the action genre as their own, and create more liberating narratives than that of the dominant all-powerful masculine superhero? THE HISTORY OF THE UNIVERSE AS TOLD BY WONDER WOMAN is a visually kinetic, highly constructed yet also warmly witty film, harnessing the voices of literary critics, women writers, classicists, philosophers, impersonators, collectors, feminists and fanatics to explore our very gendered notions of “heroism” and “power.”

SF360 hat schon mit der Regisseurin Kristy Guevara-Flanagan gesprochen, der Film wird aber voraussichtlich erst im kommenden Sommer fertiggestellt sein. Ich bin einigermaßen gespannt, denn die Geschichte dieser Comicfigur (die erste Superheldin, deren Geschichten DC-Comics publiziert hat) ist allein schon deshalb interessant, weil ihr „Erfinder“ William Moulton Marston sie gewissermaßen als sozialpsychologisches Experiment geplant hatte, um feministische Ideen unter die Leute zu bekommen (was für Marston ein persönlich besonders wichtiges Thema war).

Es dürfte also spannend sein, wie der Film mit den im (hier jetzt folgenden) Trailer angedeuteten, aber durchaus ja ambivalent lesbaren Folgen von Wonder Womans Existenz umgeht und sie als Erbe von Marstons Figur auslegt. Schon allein die unterschiedlichen visuellen Darstellungen der Wonder Woman-Figur bieten ja hinreichend Stoff für eine ganze Reihe von Essays.

(via)

Update: Gerade erst gesehen: Hier gibt es schon einmal mehr Material aus dem Film zu sehen.

Lego-Zombie

Das ist minimal off-topic, aber für Zombies räume ich immer wieder gerne ein Plätzchen ein: Der liebe M. hat mich darauf hingewiesen, daß Lego in der Reihe seiner „Minifigures“ auch Platz für einen menschenfressenden Untoten gemacht hat: „Briiiiiiiiiicks…“

(Auch dabei sind zum Beispiel Ninja und Vampir.)

Bild: Lego