Texte zu Filmstarts (4. August 2011)

Nein, das Bild da oben zeigt nicht Super 8, den durchaus originellen, sehr retro-orientierten und gelungenen Coming-of-Age-Monsterfilm aus dem Haus Spielberg/Abrams. Und mit Elle Fanning ist auch eine junge Schauspielerin dabei, der die drei Grazien im Bild bei weitem nicht das Wasser reichen können. Mehr Lobpriesungen dazu von mir im horrorblog.org.

Die jungen Damen im Bild sind stattdessen dem hochgradig berechneten und berechnenden Teenieschmalzpfützchen namens Plötzlich Star aka Monte Carlo entsprungen. Eine wirklich völlig belanglose und entlang altbekannter Linien entwickelte Produktion, die sich evidentermaßen vor allem an den Interessen und Stars eines amerikanischen Jugendstratums orientiert, und deshalb in Deutschland hoffentlich eine verdiente Bauchlandung macht. Etwas weniger negativ habe ich das für filmstarts.de verpackt.

Nach den altbackenen, simplizistischen Geschlechtermodellen dieses Films ist es eine Freude, auf den Dokumentarfilm Im Bazar der Geschlechter hinweisen zu können, der zwar nicht eben die Geschlechterordnung durcheinanderwirbelt, aber doch vielleicht ein bißchen unsere Vorstellung davon, wie sich das Leben zwischen den Geschlechtern im Iran so abspielt. Vordergründig geht es um das Konzept der Zeitehe, wie nebenbei werden grundlegende Bedingungen der (islamischen) iranischen Gesellschaft unter die Lupe genommen. Sehr empfehlenswert, wie ich für kino-zeit.de beschrieben habe.

Foto: 20th Century Fox

Twixt

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Da klopft das schräg gehängte Cineast_innenherz aber ganz kräftig: Francis Ford Coppola gibt Val Kilmer eine Hauptrolle. Mit im Päckchen Twixt sind auch noch die wunderbare Elle Fanning, Bruce Dern und Ben Chaplin dabei. Und alles sieht sehr, sehr eigenartig aus…

TWIXT trailer | Festival 2011
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(via)

Cool Guys Don’t Look At Explosions

Ich bin ja wie immer der letzte, der manche Sachen mitbekommt. Deshalb hier ein zwei Jahre altes Video von The Lonely Island, das sie mit Will Ferrell und J.J. Abrams für die MTV Movie Awards 2009 gemacht haben. In seinem Bezug auf Action und Geschlechtlichkeiten paßt und gehört es nämlich zwingend in dieses Blog. Und wäre ich noch von einer fetten Erkältung und einem immer noch nicht abgeschlossenen Umzug rekonvalesziere, ist es zudem ein sehr schöner Lückenfüller.

(via)

In Time

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Andrew Niccol hat offenbar ein großes Herz für die spekulative Science Fiction, mit In Time hat er sich nach Gattaca und S1m0ne für seinen erst vierten Film (als Regisseur; zwischendurch hat er z.B. auch noch das Buch zu The Truman Show geschrieben) schon wieder einer solchen Thematik angenommen.

Welcome to a world where time has become the ultimate currency. You stop aging at 25, but there’s a catch: you’re genetically-engineered to live only one more year, unless you can buy your way out of it. The rich „earn“ decades at a time (remaining at age 25), becoming essentially immortal, while the rest beg, borrow or steal enough hours to make it through the day. When a man from the wrong side of the tracks is falsely accused of murder, he is forced to go on the run with a beautiful hostage. Living minute to minute, the duo’s love becomes a powerful tool in their war against the system. (Quelle: IMDb)

Das erinnert natürlich in seiner Gesellschaftskonstruktion ein wenig an Logan’s Run (dem allerdings der Klassenunterschied fehlt), und im Uhrenkonzept an den sonst völlig anders liegenden Timer — interessant wird aber die Frage (und Niccols Name läßt da gewisse Hoffnungen zu), inwieweit der Film die Action zurückdreht und das Spekulative, Gesellschaftliche in den Vordergrund rückt.

Der Trailer ist mir allerdings etwas zu geschwätzig: Da wird schon viel zu viel ausbuchstabiert. Hoffentlich hält Niccol also wirklich noch ein paar Asse im Ärmel.

(via critic.de)