V: Preview auf „Red Rain“ (2×01)

Ich habe mich bisher hier noch nicht näher zur amerikanischen Fernsehserie V, dem Remake der gleichnamigen Serie(n) aus den 1980er Jahren. Die Serie ist sicherlich kein Meilenstein der Fernsehkunst, aber doch aus verschiedenen Gründen, auf die ich demnächst hoffentlich endlich einmal zu sprechen komme, recht interessant.

Vorerst aber gibt es, anläßlich des Starts der zweiten Staffel am 4. Januar 2011 mit der Folge „Red Rain“, deren erste 14 Minuten schon einmal vorab von ABC zu sehen:

(via)

Nikita 1×01 (TV, 2010)

In den USA ist gerade die neue Serie Nikita angelaufen – natürlich ein Remake oder Reboot einer Reihe von Film- und Fernsehprodukten, die 1990 mit La Femme Nikita von Luc Besson begannen, mit Anne Parillaud in der Titelrolle als drogenabhängige Mörderin, die von einer geheimen staatlichen Organisation eine neue Identität verpaßt bekommt und zur Auftragsmörderin ausgebildet wird. Seitdem hat es Remakes aus Hong Kong (Hei mao aka Black Cat, 1991) und den USA gegeben (Point of No Return, 1993, mit Bridget Fonda als „Nina“) sowie eine kanadische Fernsehserie, die von 1997 bis 2001 wieder unter dem französischen Titel La Femme Nikita firmierte (und die ich leider nicht kenne).

Der jetzt im CW Network gezeigte Pilotfilm führt natürlich vor allem die Protagonistin Nikita (Maggie Q) ein; allerdings basiert Nikita auf einer etwas anderen Handlungsprämisse als die Vorgänger. Hier geht es nun darum, daß Nikita nach dem Tod ihres Partners (bzw. vermutlich nach seiner Ermordung) die Organisation „The Division“ verlassen hat und jetzt wieder auftaucht, um deren Aktivitäten offenzulegen und den Verein zu zerschlagen. Eine Frau also gegen den Rest der (Geheimdienst)Welt.

Parallel dazu wird mit Alex (Lyndsy Fonseca) eine Figur eingeführt, die zunächst die gleiche Handlungsposition zu füllen scheint, die in den bisherigen Filmen von Nikita selbst besetzt wurde: die Neue in der „Division“, die jetzt erst ihrem Training unterzogen wird.

Natürlich – hier geht es um Spionage, Gegenspionage, Attentate und Geheimdienste – ist hier vieles nicht das, was es anfangs erscheint; allerdings legt schon der Pilotfilm sehr viel offen (und vieles ist zudem recht vorhersehbar), so daß ich gespannt bin, ob die kommenden Folgen die Komplexität der Handlungskonstruktion steigern oder eher mit konventionellen Handlungsmustern weitergeführt werden.

Eine längere Szene im Piloten setzt Maggie Q, die Nikita leider (noch?) nicht viel charakterliche Tiefe zu geben vermag, extensiv in wenig Kleidung in Szene; ich hoffe, daß die Serie nicht nur dazu dienen soll, die Protagonistinnen einmal pro Folge in knappen Bikinis herumlaufen zu lassen. Häufig wechselnde Outfits à la Alias wird es aber wohl sicher geben. Und dann wird es Zeit, sich noch einmal die Filme aus den 1990ern und den Wandel des Frauenbildes genauer anzusehen.

Foto: The CW Network

Schreiben am hypothetischen Drehbuch

Gerade habe ich, mit ein wenig geographisch bedingter Verspätung (hier geht die Sonne später unter, oder etwas Ähnliches) den Polizeiruf von vergangenem Sonntag gesehen, „Klick gemacht“.

Ich äußere mich hier selten zum Tatort oder Polizeiruf, obwohl ich ein einigermaßen gläubiger Zuschauer bin, mit Lieblingskommissar_innen und all diesen Macken, aber ohne großes historisches Interesse über die Gegenwart hinaus zurück. Soweit reicht es dann doch nicht, aber ich verzeihe viele Fehler, und Taubers letzter Fall wartet hier auf der Festplatte noch darauf, daß ich den Mumm für diesen Abschied zusammenbekomme.

Jörg Hube hat nur diesen einen Polizeiruf drehen können, seine Figur war aber offenbar, das macht die Dramaturgie deutlich, wirklich auf Dauer angelegt: Mit jüngerer Freundin, Macken und Marotten. Gleichzeitig war gerade die Beziehung zwischen seinem Kommissar und der für die Zukunft wohl als seine Kollegin vorgesehenen Bundeswehrhauptmannsfrau durchaus problematisch gefaßt.

Während Hubes Papen schon fast zu viel väterlich-sanfte Weisheit mit sich herumschleppte, Pazifismus und wenig originelle Bundeswehrkritik stets griffbereit, ließ das Drehbuch Stappenbecks Ulrike Steiger als verklemmte Gläubige mit Vaterkomplex erscheinen – prompt wendet sie sich am Ende vom einen Vater ab und dem anderen (Papen) zu.

Es hätte mich doch sehr interessiert, wie die Beziehung der beiden sich in den weiteren Folgen hätte entwickeln können; vor allem hätte Papen ein paar schwierige Seiten dringend nötig gebraucht, um als glaubhafte Figur auf Dauer Bestand haben zu können. Hube hätte das sicher gekonnt.