Kurzfilm: A Very Zombie Holiday

Schöner Zombie-Weihnachtsfilm, leicht im Stile eines Lehrvideos der 1960er Jahre gemacht, vom Team Unicorn („Geek Girls: Like unicorns, we’re not supposed to exist“; Rileah Vanderbilt, Michele Boyd, Milynn Sarley and Clare Grant).

Nicht zuerst um den Weihnachtskuchen kümmern! Und den Kindern Waffen untern Baum!

(via)

Mehr von den Damen, die auch Verbindungen zur sehr lustigen Webserie The Guild haben: das Musikvideo zu „G33K and G4m3r Girls“. Vgl. das großartige „Do You Wanna Date My Avatar“.

Kurz verlinkt, 16. Dezember 2010

Lesens- und Sehenswertes aus den vergangenen Tagen (25. November 2010 bis 16. Dezember 2010):

Kurz verlinkt, 25. November 2010

Lesens- und Sehenswertes aus den vergangenen Tagen (19. November 2010 bis 25. November 2010):

Kurz verlinkt, 16. November 2010

Lesens- und Sehenswertes aus den vergangenen Tagen:

The Dark Lurking (2010)

Es gibt Momente, da kommt der Job des Filmkritikers einer gesellschaftlich-hygienischen Aufgabe gleich: Wenn wir uns Dinge ansehen, damit die Leser_innen es nicht tun müssen. Wobei es natürlich nicht stimmt, daß irgendjemand The Dark Lurking sich überhaupt je ansehen müßte, nicht einmal ich. Aber manchmal habe ich so masochistische Momente, oder den Drang danach, doch wenigstens einen Blick zu werfen auf das schon vorab von anderen beschimpfte Artefakt.

Und wenn man dann den Blick nicht lösen kann, hat das eben was vom Blick auf den gerade stattfindenden Autounfall. Ganz am Anfang von The Dark Lurking steht irgendwo zu lesen, bei dem Handlungsort handle es sich um eine Station für „Metaphysical Research“, aber wer hier einen Film von irgendwie metaphysischen Qualitäten erwartet, der liegt extrem schief gewickelt. Das steht da halt so, wie auf dem Cover auch als deutscher Verleihtitel Alien vs Zombies steht, obwohl das mit der Handlung nichts zu tun hat – allenfalls sehen die in schlechte Latex-Verkleidungen gesteckten Monsterstatisten entfernt Zombies und in wenigen Fällen Gigers Alien ähnlich – und hier auch nur Menschen gegen alles andere kämpfen.

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Irgendwann im letzten Drittel wird man dann darüber aufgeklärt, daß es sich tatsächlich um irgendwie übersinnlich behaftete Phänomene handle, mit denen man hier lautstark schießend aufräume – tatsächlich sind, wieder einmal, die Nazis mit ihrem Interesse an Übersinnlichem mit Schuld. Wer hätte das gedacht?

Allerdings werden die meisten Menschen kaum bis zu diesem Moment der Offenbarung gelangen, denn sogar mir ging dieser Film schon nach zwanzig Minuten derart auf die Nerven, daß ich ihn über weite Strecken nur noch im schnellen Vorlauf mit Untertiteln ertragen konnte. Die Dialoge – wenn man das so nennen darf, der erste Austausch von mehr als Satzfetzen zwischen zwei Personen findet nach ca. vierzig Minuten statt; in Sharktopus sind die Texte bedeutungstragender – sind emotionslos aufgesagt und gehen über die stereotypsten Aussagen nicht hinaus.

Ansonsten gibt es jede Menge Dunkelheit und Rauch, sowie vor allem feuchte, mit dünnem, grünen Licht kaum gefüllte Gänge, durch die die Figuren mit zahlreichen Waffen und Anschlußfehlern hindurchwanken; daß man sich in den Räumen der angeblich unterirdischen Forschungsstation (Resident Evil, anyone? – am Anfang wacht ja auch noch eine sonst nackte Frau unter einem Laken auf! Wie originell!) nie zu orientieren vermag, ist nur eine der offensichtlichsten Inszenierungsschwächen des Films.

In den letzten zwei, drei Minuten des Films geschieht dann etwas völlig Unerwartetes: The Dark Lurking gelingt ein Bild von emotionaler Düsternis und Grauen. Ernsthaft jetzt. Aber wer will sich dafür schon durch anderthalb Stunden filmisches Grauen winden? Eben.

Foto: WVG Medien

Sitges 2010, Tag 2

Mein zweiter Tag in Sitges war insgesamt wenig erhebend; das mag auch an den Filmen gelegen haben, denn mit der Ausnahme des russischen Black Lightning bekam ich ausschließlich mindestens komplexe, vor allem auch schwer im Magen liegende Kost zu sehen. Es fehlte vielleicht ein leichtfüßiger Tagesabschluß wie am Abend zuvor Tucker & Dale vs. Evil; oder auch nur die Befriedigung, im Laufe des Tages und schon vor dem späten Abend bereits einen Text zustande gebracht zu haben.

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Schwierig machen das allerdings die Öffnungszeiten des Presseraums, in dem nicht nur mittags eine (jedoch kurze) Siesta vorgesehen ist, vor allem aber wird er um 20 Uhr geschlossen. Das ist insofern ungeschickt, als die letzten Filmvorführungen für die Presse ebenfalls um diese Zeit enden und dann also Zeit und Gelegenheit wäre, zumindest kurze Statements schon in die Welt hinauszuschicken – aber nichts da. Und solange ich in meinem kleinen Gästezimmer noch kein Internet habe, erfahrt Ihr eben erst mit einigen Stunden Verspätung, was mich so bewegt hat.

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Vincent Cassel - Sitges 2010Vincent Cassel ist, das darf ich nach direktem Augenschein jetzt einmal sagen, ein sehr gut aussehender Mann (ich würde gar sagen: besser als auf der Leinwand; vor allem lächelt er im realen Leben mehr als in den meisten seiner Filme, die ich bisher gesehen habe), charmant und sprachgewandt (auf Spanisch, Englisch und Französisch mindestens). Auf der Pressekonferenz zu Notre jour viendra erzählte er auf Nachfrage, das er gerade mit Kim Chapiron an einem neuen Projekt arbeite; auch seine Frau (Monica Bellucci) werde wohl dabeisein, und gedreht werde in Rio de Janeiro.

Der Film, so verriet Cassel weiter, habe zwar noch keinen Namen, aber es handle sich um eine Romantische Komödie. Wenn man Chapirons Filme kennt, wird man jedenfalls keine herkömmliche RomCom erwarten, sondern womöglich eher etwas, welches den üblichen Erwartungen an das Genre grundlegend entgegenläuft. Zumal, das muß stutzig machen, Regisseur Romain Gravas (der mit Chapiron und Cassel eine Art kreatives Dreieck bildet) dann am Abend bei der Vorstellung des Films (vorher bekam Cassel noch rasch den Ehrenpreis des Festivals verliehen) behauptete, er verstehe gar nicht so recht, was Notre jour viendra hier in Sitges mache, den schließlich sei auch das ja eigentlich nur eine Romantische Komödie. Naja.

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Veranstaltungshöhepunkt des Abends war dann natürlich der Marsch mehrerer hundert Zombies durch die Altstadt von Sitges. Da können nicht Worte, da müssen Bilder sprechen.

(Hier sind die Bilder auf flickr.)

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Aber so vergnüglich wollte der Tag nicht zu Ende gehen. Denn noch bevor der verstörende Red, White & Blue auf dem Sichtungsplan stand, fiel mir auf, daß mir nach der Projektion des Grava-Films offenbar mein Notizbuch abhanden gekommen war, mit sämtlichen Notizen der letzten 48 Stunden. Sehr ärgerlich, zumal bei mehreren Filmen pro Tag die Eindrücke doch manchmal schon rasch zu verschmieren beginnen. Trotz Ablaufen meiner Wegstrecke und Nachfragens im Meliã ist das Heftlein bisher nicht wieder aufgetaucht. Schade.

Und um das alles richtig schön zu machen, fing es dann auch noch zu regnen, zu blitzen und zu donnern an. Die Zombies tanzten dennoch bis tief in die Nacht bei einer Open-Air-Party am Strand.

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Zweimal habe ich hier erst geschlafen und komme mir schon so vor, als sei ich eine kleine Ewigkeit in Sitges. Ein klares Zeichen ist das dafür, daß ich mich in den Rhythmus des Festivals habe hineinziehen lassen; das ist grundsätzlich nicht einmal etwas Schlechtes, nur muß man jetzt damit beginnen, ganz bewußt an regelmäßige Nahrungsaufnahme zu denken und dieser auch genügend Zeit einzuräumen. Angesichts der hohen Zahl interessanter Filme – heute stehen fünf bis sechs auf meinem Programm – ist das gar nicht immer so einfach.

Fotos: ich

Resident Evil: Afterlife – neuer Trailer

Ein neuer Trailer für Resident Evil: Afterlife ist seit wenigen Stunden im Netz unterwegs, und ich freue mich, dem sehr hohen Trashfaktor zum Trotz, zumindest ein bißchen scheckig. Hier wird allerdings noch deutlicher, worauf le M. schon neulich zurecht hinwies: Daß man offenbar für diesen vierten Film die Franchise heftig mit Elementen aus den Blade– und den Matrix-Filmen aufpeppen will. Sowie mit vielerlei Standardelementen aus jeder anderen Actionfranchise da draußen. Oh, und Beile fliegen in den Zuschauerraum, weil es natürlich 3D sein muß.

(via)

Die Nacht der lebenden Fußballzombies

Kathrin hat vorhin, zur Saison passend, auf den großartigen Trash-Kurzfilm Die Nacht der lebenden Idioten (2006) von Eric Esser hingewiesen, mit Franziska Dick in der Hauptrolle; auch Françoise Cactus taucht irgendwann einmal auf und hat, wenn mich nicht alles täuscht, auch Musik beigesteuert.

Die Handlung verbindet klassische Zombiefilmmuster mit dem Schrecken, der Fußballfan (vor allem zu WM-Zeiten) heißt:

Nach dem Verzehr von Gammelfleisch mutieren die Besucher einer Semesterabschluss-Grillparty. Ihnen wachsen Fanschals, Fußballnational-trikots, Oberlippenbärte, Bierbäuche und sie grölen unaufhürlich Fußballlieder vor sich hin. Und wer mit ihnen in Kontakt kommt, wird einer von ihnen.

Eine kleine, durch Zufall zusammengeführte Gruppe, kann sich in ein Sportlerheim retten und sich dort vor der Horde herannahender Fußballfanzombies verschanzen. So unterschiedlich wie ihre Charaktere sind auch ihre Lösungsansätze.

Ein kleines Produktionsblog mit ein paar Bildern gab es seinerzeit auch noch. Der Film kann in beschränkter Qualität bei Underdogfilms (woher auch die Inhaltsangabe stammt) als handliches 66-Megabyte-.ogg-File heruntergeladen werden.

Wahlweise gibt es den Film aber auch, in drei Teile zerstückelt, bei Youtube und also jetzt hier: