Trailershow: Sucker Punch

Ich gehöre keineswegs zu den Leuten, die bei Nennung des Namens Zack Snyder in ekstatische Zuckungen verfallen. Ich fand seinen Dawn of the Dead besser als die meisten (und ergo unterbewertet), während ich in 300 vor allem ein gräßliches, ästhetisch sehr halbgares Macho-Spektakel sehen konnte; und Watchmen ist zwar vermutlich fast der beste Film, der sich aus dem Material machen ließ, bleibt aber zwingend hinter seiner Vorlage zurück.

Der neue Trailer für sein eher abgedreht wirkendes Projekt Sucker Punch ist hochtourig hyperventilierend und computerästhetisch völlig überladen und zugedröhnt, aber die wüste Geschichte um eine Handvoll Insassinnen einer Nervenheilanstalt, die sich in eine Phantasiewelt flüchten, um sich dadurch auch aus ihrem Gefängnis zu befreien – und die einen eklatant überzogenen Krieg gegen die seltsamsten Gegner führen -, die ist schon wieder so durchgeknallt, daraus könnte was werden.

(via)

Das ist das Ende!

THE END

Der Designer Dill Pixels (Tom Djll?) hat inzwischen über 360 Bilder von Endtiteln („Fin“, „The End“ etc. pp.) gesammelt – das obige Beispiel stammt aus House of Wax von 1953. David Thomson war schon vor zwei Jahren davon begeistert, aber ich bin halt ein Late Adopter. Hier gibt es die Bilder noch als gloriose Diashow, die man sich vielleicht zur Feier des Tages mit etwas Tschaikowsky (weil, deswegen) versüßen kann:

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Snowblind (2010)

Jetzt mal böse formuliert: Welches Genre wäre besser geeignet für eine weltweite Filmveröffentlichung auf YouTube als der postapokalyptische Trash-Spaghettiwestern? Das zahlungswillige und -fähige Publikum für diese Art von Filmen scheint mir doch eher klein zu sein, und so ist es vermutlich sehr klug, Snowblind von Anfang an kostenlos in die Welt zu werfen, auf daß er seine Zuschauer_innen finden möge. Andererseits möchte man einem solchen Projekt dann doch wünschen, daß sich viele Menschen auf der Filmhomepage einfinden und dort (bzw. direkt bei payloadz) für wenig Geld die SD- oder gar HD-Fassungen des Films bestellen und herunterladen – sogar eine 3D-Fassung ist in Vorbereitung -, denn Snowblind ist komplett, so ist von der Produktionsfirma Mangofilm zu vernehmen, aus dem Enthusiasmus der Beteiligten und mit äußerst geringen Gagen und viel kostenloser Arbeit entstanden. Und das ist ja erstmal nur zu begrüßen.

Die Story von Kilian Mannings Erstlingsfilm – Kalle Max Hoffmann, der sich bisher vor allem durch digitale Bildbearbeitung ausgezeichnet hat, macht das auch hier, hat aber auch das Drehbuch geschrieben – beruht auf dem Western Amore, piombo e furore von Monte Hellman, in dem 1978 Warren Oates, Fabio Testi und Jenny Agutter die Hauptrollen spielten. Der Film, international als China 9, Liberty 37 vermarktet (Wikipedia) ist offenbar bereits Public Domain und kann zum Beispiel hier bei YouTube in voller Länge angesehen werden.

Snowblind wurde nun in eine, den Eröffnungstafeln zufolge, postapokalyptische Schneewelt verlegt, die allerdings komplett am Computer entstanden ist. Die Schauspieler_innen haben offenbar für jede Szene des Films vor Greenscreens agiert (wie dieses Behind-the-Scenes-Video unterstreicht), alle Szenerien, Landschaften und Innenräume wurden – wohl zum Teil mit Unterstützung der Community von wreckamovie.com – ebenso nachträglich eingefügt wie die Schüsse und sonstigen Spezialeffekte. Zudem ist der ganze Film, um ihm einen „Grindhouse“-Look à la Planet Terror (meine Kritik) zu geben, noch mit künstlichen Kratzern und Bildfehlern versehen worden. Vom ubiquitären Schnee ganz zu schweigen.

Die Bilder von Snowblind sind so mit völlig nutzlosen Details überladen, so daß sie auch dann schwammig und unscharf wirken, wenn sie es eigentlich nicht sind; dieses Gefühl einer schwammigen Leinwandoberfläche wird dadurch noch verstärkt, daß die digitale Postproduction zum Teil echte Schwächen zeigt, wenn etwa die Figuren über den Fußboden eher zu schweben und zu gleiten denn zu gehen scheinen. Auch wirken manche Szenen gerade aus dem langen Schußwechsel am Schluß, als seien sie aus einem Computerspiel einmontiert. Und damit sind aber die eigentlichen, fundamentalen Schwächen des Films noch nicht benannt: Eine lachhaft zusammengestoppelte Handlung, fragliche Geschlechterbilder, Dialoge von abgrundtiefer Armseligkeit.

Ob der Film schon in die Kategorie „So bad it’s good“ fällt, mag jede_r selbst für sich entscheiden – ich habe mich, den Gastauftritten der von mir sehr verehrten Jana Pallaske (lang, und auch singend) und Wim Wenders (sehr kurz) zum Trotz, eher gelangweilt. Vielleicht spricht der Film aber auch die Freunde von trashiger Exploitationkost an, die sich auf die, wenn ich richtig gezählt habe, vermutlich vier unverpixelten Brüste freuen, die die Bezahlversion des Films womöglich bietet, wenn man der Einblendung glauben mag: [Update: Die hier wiedergegebene Einblendung wurde inzwischen entfernt und war wohl Ergebnis eines internen Mißverständnisses. Ich wurde gebeten, den Screenshot zu entfernen, und komme dem auch gerne nach.]

Allen anderen empfehle ich, sich vor einem eventuellen Kauf ein Bild vom ganzen Film zu machen – und zwar gleich jetzt und hier:

[Bei payloadz.com kann man sich SD- und HD-Versionen direkt erwerben und herunterladen. Die Links hier sind Affiliate-Links, durch die ich auch am Verkauf beteiligt werde.]

(Direktlink YouTube; via)

Podcast #003: Ninjafilme

Ninja-CartoonNinjas kennt ja jeder; aber kaum jemand kennt die Filme, mit denen die Ninja-Ikonographie im Westen bekannt und virulent geworden ist, so gut wie Oliver Nöding (aka funkhundd), der in seinem Blog Remember it for later – einer wahren Fundgrube für Besprechungen zum weniger bekannten Action- und Horrorfilm – am vergangenen Wochenende zwei Tage lang (Teil eins, Teil zwei) seine Odyssee durch insgesamt zehn Ninjafilme der 1980er Jahre live und bloggend dokumentiert hat.

Ich habe mich mit Oliver ausführlich über seine Erfahrungen während dieses Selbstversuchs unterhalten – vor allem aber über den Ninjafilm, seine Geschichte, Ikonographie und popkulturelle Bedeutung.

Weil die Aufnahme während eines Skype-Gespräches (mit Powergramo) gemacht wurde, ist die Qualität leider nicht immer besonders gut, und gelegentlich gibt es sogar ein paar sehr unangenehme Störungen. Das wird beim nächsten Mal hoffentlich besser. (Technische Tipps und Vorschläge gerne in die Kommentare!)


Quellen und Links:

Cartoon: © Joscha Sauer; Verwendung hier mit freundlicher Genehmigung des Urhebers. Vielen Dank!

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Heute: Komische Filmnacht: Symbol

Berliner_innen, aufgemerkt! Heute abend wird der allem Vernehmen nach hochgradig komische Film Symbol in der Komischen Filmnacht ab 20.30 Uhr im Filmtheater am Friedrichshain zu sehen sein. Für schlappe sechs Euro fünfzig sollte das ein Pflichttermin sein (mit Fortsetzung jeden 1. Mittwoch im Monat). (Facebook-Event) Hier noch der Trailer:

Verspätetes Happy Halloween!

Während der westlich-„zivilisierte“ Teil der Welt sich gegenseitig mit „Trick or treat“ Gemeinheiten androhte – die eine Hälfte lief verkleidet draußen rum, die andere twitterte oder bloggte derweil über die Premiere von The Walking Dead – verbrachte ich die angeblich gruseligsten Tage des Jahres in der Normandie bei Sonnenschein, Meeresluft und kräftigem Wind. Nebst Kindern und bester Begleitung überhaupt. Zu Halloween gab’s bei uns Monsters, Inc., das mußte an Schrecklichkeiten reichen, und heute war hier noch Feiertag. (Das Schrecklichste war denn auch die Heimfahrt im Auto nach Paris. Aber das ist eine andere Geschichte.)

Gleichwohl hoffe ich natürlich, daß sich meine Leser_innenschar übers Wochenende hervorragend amüsiert hat – aber wenn irgendjemand mit seinem Kostüm die tiefenpsychologische Komplexität erreicht hat, die Joshua Pruett (Story Artist für Dreamworks, u.a. bei How To Train Your Dragon, einem meiner Lieblingsfilme des Jahres) mit seinem Kostüm im vergangenen Jahr locker lächelnd vorstellt – Sonderpunkte gibt es zumal für die atemberaubende Integration eines lebenden Kleinkindes in die Verkleidung -, dann wäre ich doch sehr beeindruckt. Links zu Fotos gerne in die Kommentare. ;-) Hier ist das Referenzkostüm:

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