Podcast #001: The Expendables, L’Étrange Festival

Der erste Podcast von buttkickingbabes.de ist da, und er ist noch ganz klein und etwas wacklig auf den Beinen; vor allem bestreite ich ihn (weil ich noch sehr tastend versuche) allein. Es geht um The Expendables (die ich nicht so gut fand wie z.B. Oliver, aber vielleicht ähnlich wie Michael) und um das Pariser Étrange Festival, von dem ich bereits berichtet hatte.

Die nächsten Folgen sind bereits in Planung. Ich freue mich über Kritik und Anregungen, Vorschläge für Musik und Themen, Gesprächspartner_innen und sonstwas; aber seid nett zu mir, ich mache das zum ersten Mal. ;-)

Quellen und Links:

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Wonder Woman: Die Doku

Während der Wonder Woman-Realfilm wohl auf ewig in Entwicklung bleiben wird (eine Zeitlang sah es so aus, als ob Joss Whedon das Projekt übernehmen würde, aber das hat sich längst zerschlagen; in den Siebzigern gab es eine Fernsehserie, zuletzt wieder einmal eine Trickfilm-Adaption), bereitet Vaquera Films eine Dokumentation über Wonder Woman, ihre Entstehung und ihre Auswirkungen auf die Populärkultur vor. Von der Film-Homepage:

THE HISTORY OF THE UNIVERSE AS TOLD BY WONDER WOMAN is an independent documentary feature that looks at female superheroes, warrior princesses and other icons of women’s empowerment in pop culture. Examining the history of fiction’s longest running superheroine, the film raises questions about the possibilities and contradictions of women as popular action heroes.

Exploring contemporary culture for women and girls, with its emphasis on how girls and women look, rather than on what they do, the film probes why Wonder Woman has been reduced to a commodity—an icon on a bag, t shirt or mug etc. How can women claim the action genre as their own, and create more liberating narratives than that of the dominant all-powerful masculine superhero? THE HISTORY OF THE UNIVERSE AS TOLD BY WONDER WOMAN is a visually kinetic, highly constructed yet also warmly witty film, harnessing the voices of literary critics, women writers, classicists, philosophers, impersonators, collectors, feminists and fanatics to explore our very gendered notions of “heroism” and “power.”

SF360 hat schon mit der Regisseurin Kristy Guevara-Flanagan gesprochen, der Film wird aber voraussichtlich erst im kommenden Sommer fertiggestellt sein. Ich bin einigermaßen gespannt, denn die Geschichte dieser Comicfigur (die erste Superheldin, deren Geschichten DC-Comics publiziert hat) ist allein schon deshalb interessant, weil ihr „Erfinder“ William Moulton Marston sie gewissermaßen als sozialpsychologisches Experiment geplant hatte, um feministische Ideen unter die Leute zu bekommen (was für Marston ein persönlich besonders wichtiges Thema war).

Es dürfte also spannend sein, wie der Film mit den im (hier jetzt folgenden) Trailer angedeuteten, aber durchaus ja ambivalent lesbaren Folgen von Wonder Womans Existenz umgeht und sie als Erbe von Marstons Figur auslegt. Schon allein die unterschiedlichen visuellen Darstellungen der Wonder Woman-Figur bieten ja hinreichend Stoff für eine ganze Reihe von Essays.

(via)

Update: Gerade erst gesehen: Hier gibt es schon einmal mehr Material aus dem Film zu sehen.

Frauen am Rande des Kampfgeschehens

Einige Gedanken zu Geschlechterbildern in The A-Team und The Losers.

a-team

In meiner Besprechung von The A-Team (demnächst jetzt bei critic.de) bin ich nur sehr am Rande darauf eingegangen, welche Nebenrolle Jessica Biel als Charisa Sosa dort spielt: sie gibt die Ermittlerin des Verteidigungsministeriums, die dem „A-Team“ auf der Spur ist und schließlich mit den Protagonisten gemeinsam gegen die Machenschaften der CIA anarbeiten wird.

Natürlich hätte diese Rolle, die in der Original-Fernsehserie nicht vorkommt, genauso gut von einem Mann ausgefüllt werden können. (Der Film ersetzt „Colonel Lynch“, den Arnee-Ermittler aus der Serie, durch die CIA, deren Agenten sich alle Lynch nennen, während die Armee zumindest in Person von Sousa eigentlich auf der Seite des A-Teams steht – näher zu betrachten, welche politischen Verschiebungen sich daraus ergeben, hier die Armee als neutral bis freundlich darzustellen, während wieder einmal die Geheimdienste (Verschwörung! Verschwörung!) als Quell des Bösen dastehen, überlasse ich einem anderen Text.)

Sicher wurde Biel auch angeheuert, um dem anvisierten Zielpublikum nicht nur Waffen und Muskeln, sondern auch etwas schöne Weiblichkeit präsentieren zu können; zugleich hat Sosa innerhalb der Filmkonstruktion die Aufgabe, die Heterosexualität der Protagonisten zu zeigen und zu bestätigen – wird doch diegetisch Sosas Bereitschaft, mit dem A-Team zu sympathisieren, wesentlich damit begründet, daß sie eine längere Liebesbeziehung mit „Faceman“ (Bradley Cooper) hatte, die (natürlich) emotional noch lange nicht abgehakt ist. Biel/Sosa ist damit gewissermaßen so etwas wie ein Gegengewicht zur Erotik der Waffen-, Muskel- und Schweißmännerkörper.

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Diese Körper sind in The A-Team (und auch in The Losers) natürlich nicht so unironisch-panzerartig inszeniert, wie es seinerzeit die 1980er-Actionfilme von Stallone und Schwarzenegger vormachten – denen dabei zugleich auch der Männerkörper als Spektakel, als Schauobjekt unterlief. Für zumindest jene feministische Theorie, die die Position des Objektes filmhistorisch den Frauen zuschrieb, eine Feststellung, die nach einer Neubewertung geradezu schrie, fielen doch hier aktives Subjekt des (diegetischen) Handelns und passives Objekt der Betrachtung (durch die Zuschauer_innen) in eins.

Hier ist nun alles, aber auch alles Spektakel – die Actionszenen schon in einem Maße, daß die ersten Kritiker im massiven Einsatz von CGI das Ende des Actionfilms herannahen sehen – je spektakulärer und unrealistischer die Szenen würden, desto weniger sie also in der Realität verankert seien, umso mehr riskiere man, daß sie das Publikum kaltließen. Aber das ist hier nicht das eigentliche Thema.

Auch die Männerkörper, darauf will ich zunächst hinaus, sind hier Spektakel und Schauobjekte, aber zum einen fällt das nicht weiter auf, weil eben alles hier gutgelauntes, laut wummerndes Spektakel ist, und zum anderen ist sich der Film dessen fortwährend bewußt und spielt damit. Am offensichtlichsten ist das daran zu sehen, wie Faces/Coopers Körper permanent ausgestellt wird und wie viel Zeit der Film damit verbringt, die Zurichtung dieses Körpers auch zu zeigen. Dabei geht es interessanterweise praktisch nie um physisches Training, also das Herstellen der Körperform, sondern immer nur um Szenen, in denen Face seinen Körper bräunt. Die Metrosexualität mit all ihren Schönheitszwängen auch für Männer ist also spätestens mit diesem Film im Actionkino angekommen.

Natürlich war Face immer schon der Schönling im „A-Team“, insofern ist das konsequent. Aber auch die Körper der anderen Protagonisten sind Spektakelträger: Nicht nur sind sie alle in Körperbau und Frisuren den Hauptfiguren der Fernsehserie angeglichen und damit mehr Platzhalter als eigenständige Figuren, sie sind auch über ihre „Rangers“-Tätowierungen körperlich markiert.

So sehr die Männerkörper in The A-Team Spektakel werden, so wenig sind sie aber als physische Körper von Bedeutung. Das liegt nicht nur daran, daß die computergenerierten Effekte eine geradezu ätherische Qualität annähmen, die aller menschlich machbaren Realität enthoben sei – ich bin mir nicht einmal sicher, daß diese Perspektive konsequent durchzuhalten wäre. Aber in The A-Team gibt es, darin ist der Film dann doch fast schon wieder familienfreundlich, weitaus weniger direkte, physische Gewalt zu sehen, etwa aufeinanderprallende oder geöffnete Körper, als dies in Actionfilmen heute sonst oft geschieht, etwa in Filmen wie Kick-Ass oder auch in The Losers.

Letzterer Film ist direkter in seinem Einsatz menschlicher Körper. Das gilt schon für die Kämpfe, die früher oder später fast immer zu Nahkämpfen werden, und in denen es sogar, anders als beim „A-Team“, gelegentlich auch unter den Protagonisten Verletzte gibt. Und es gilt auch für die Liebesszenen zwischen Clay (Jeffrey Dean Morgan) und Aisha (Zoe Saldana), die nicht einmal unbedingt im klassisch-erotischen Sinne körperlich aufgeladen werden, sondern immer kurz davor stehen, sich in physische Auseinandersetzungen zu verwandeln (und dies auch mehr als einmal tun). (Und nicht ganz am Rande: Sollte Hollywood tatsächlich langsam sein Widerstreben gegen Liebesszenen mit Menschen unterschiedlicher Hautfarbe verlieren? Es wäre ja langsam an der Zeit.)

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Das deutet aber auch schon an, in welchem Maße The Losers anders mit der einen nennenswerten Frauenfigur im Film umgeht als The A-Team. Während Sosa wenig mehr ist als erotische Phantasie – so wenig in der Realität verankert, daß sie in einer Szene bei einem Verfolgungseinsatz in High Heels auftaucht – und auch wenig mehr als ausführende Kraft des „A-Teams“, stets eher reaktiv als aktiv, die den Überblick über die Situation nicht aus eigener Kraft herstellen kann, gilt genau dies Aisha für nicht, im Gegenteil: Sie hat von Anfang an einen deutlichen Informationsvorsprung gegenüber den „Losers“, und das macht sie, da sie ihre Informationen nicht freizügig teilt, zu einer durchaus zwiespältigen Figur.

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Resident Evil: Afterlife – neuer Trailer

Ein neuer Trailer für Resident Evil: Afterlife ist seit wenigen Stunden im Netz unterwegs, und ich freue mich, dem sehr hohen Trashfaktor zum Trotz, zumindest ein bißchen scheckig. Hier wird allerdings noch deutlicher, worauf le M. schon neulich zurecht hinwies: Daß man offenbar für diesen vierten Film die Franchise heftig mit Elementen aus den Blade– und den Matrix-Filmen aufpeppen will. Sowie mit vielerlei Standardelementen aus jeder anderen Actionfranchise da draußen. Oh, und Beile fliegen in den Zuschauerraum, weil es natürlich 3D sein muß.

(via)

12 Rounds (2009)

Renny Harlin ist eine etwas instabile Größe. Der Mann, seit gestern weiß ich auch, daß er Finne ist, macht großartige Actionfilme wie The Long Kiss Goodnight oder Over-the-Top-Streifen wie Die Hard 2, zeichnet verantwortlich für die Trashperle Deep Blue Sea, hat aber auch viele sehr, sehr zweitklassige Filme in die Welt gebracht.

12 Rounds, sein bisher jüngster Film, fällt irgendwo dazwischen: solides Actionkino, durchaus technisch auf der Höhe der Zeit, samt ewig unruhig schwimmender Kamera, Unschärfen und sehr viel Bumm, aber eben auch eigentlich herzlich egal und emotional uninteressant. Der Polizist Danny Fisher (John Cena) wird von einem Terroristen (Aidan Gillen) als Rache für den Tod von dessen Frau bei einem Unfall in ein „Spiel“ über zwölf Runden gezwungen, bei dem es vor allem um das Leben von Molly Porter (Ashley Scott), Fishers Freundin geht. Überall sind Bomben und Fallen gepflanzt, hektisch geht es hin und her durch New Orleans.

Das Ganze wirkt thematisch und strukturell wie ein verspätetes Rip-Off von John McTiernans Die Hard: With a Vengeance (1995), ohne daß dabei zunächst jener doppelte Boden sichtbar würde, der McTiernans Film einigermaßen interessant macht. Im Grunde weiß man also von Anfang an, worauf der Film hinausläuft, und auch wenn es am Schluß noch Wendungen gibt, die vorher nicht richtig erahnbar waren, erhöht das nicht die Spannung, sondern erfüllt zumindest teilweise nur das, was man sich vielleicht noch erhofft haben mag.

Ansonsten ist 12 Rounds natürlich vor allem ein Vehikel für John Cena, der hier immerhin erträglicher ist als in The Marine, which is not saying much. Seine körperliche Präsenz ist hier etwas weniger gefragt, dafür scheint seine Mimik minimal an Ausdrucksqualitäten gewonnen zu haben. Leider versorgt ihn das Drehbuch an einigen Stellen mit Äußerungen und Verhaltensweisen – zum Beispiel einmal ein Maß an Selbstgefälligkeit, das der Situation überhaupt nicht entspricht -, gegen die er schlichtweg keine Chance hat.

Die Damen lassen krachen (Trailershow)

Daß der Autor dieses Blogs, dessen Titel eine gewisse filmische Vorliebe seinerseits schon im prominent gezeigten Titel vor sich her trägt, in seinem Herzen eine sehr weiche Stelle für Milla Jovovich hat, mag man ihm, bei all deren schauspielerischen Schwächen, bitte und gerne nachsehen. Und weil er zudem Actiontrash ebensowenig abgeneigt wie er dem Zombiefilm herzlich zugeneigt ist, freut er sich, allen Unkereien zum Trotz, dann eben doch auf Resident Evil: Afterlife, den vierten Film der Franchise (hier meine Besprechung zu Nummer 3, Extinction) der zu allem knallbunten Überfluß auch noch in 3-D zu sehen sein wird. Im Trailer wumst es gewaltig und weitgehend sinnfrei.

Noch mehr freue ich mich freilich auf einen der neuen Filme mit Angelina Jolie (die zu verehren dieses Portrait einige Gründe bereithält), nämlich Salt, in dem sie eine amerikanische Agentin spielt, die vielleicht zugleich eine russische ist – ein Film, der schließlich auch deshalb sehenswert ist, weil Liev Schreiber und Chiwetel Ejiofor mitspielen.

Geschichten vom Altern

Wie es ein bißchen der Zufall, mehr aber noch die deutschen Kinotermine so wollen, starten in den nächsten zehn Tagen gleich drei Filme, die ich für critic.de besprochen habe, und die sich auf ihre spezifische Art und Weise mit dem Altern und den Folgen für Liebe und Sexualität auseinandersetzen; zwei tun das in der Form romantischer Komödien, eine indirekter und im Rahmen eines Actionfilms.

surrogates
Foto: Walt Disney Pictures

Damit meine ich natürlich Surrogates (meine Kritik), ein Bruce-Willis-Vehikel, das sich IMHO unter Wert verkauft und viel mehr hätte sein können, als letztlich im Kino zu sehen ist – zum Beispiel eine wirklich spannende Fernsehserie. Aber das ist nur meine erstmal isolierte Meinung. Neben der vordergründigen Mordgeschichte geht es in Surrogates vor allem um die Frage, ob es wünschenswert ist, daß wir unsere so vergänglichen und immerzu vergehenden Körper für den Alltag durch technische Surrogate (Real-Life-Avatare, wenn man so will) ersetzen; und exemplifiziert wird das eben an der von Willis verkörperten Hauptfigur, dessen Ehefrau sich ihres realen Körpers schon so sehr schämt, daß sie damit ihrem Mann nicht mehr gegenübertreten mag.

itscomplicated
Foto: Universal Pictures

So weit würden die Figuren von Meryl Streep und Alec Baldwin in It’s Complicated (meine Kritik) wohl keinesfalls gehen. Denn obwohl sie beide wahrlich nicht mehr jung sind, haben beide zu einem spielerischen und selbstironischen Umgang mit dieser Unvollkommenheit des menschlichen Daseins gefunden. Wobei Streep und Baldwin natürlich, trotz Speck und Falten, beide immer noch unverschämt gut aussehen. Funken schlägt der Film dennoch auch aus dem Alterungsprozeß, auch wenn die Beziehung zwischen Jake und Jane (so heißen, seriously, die beiden Hauptfiguren) Quelle noch weitaus größerer Komik ist. Aber in welcher Komödie führt ein versuchter Liebesakt schonmal zu einem Hausbesuch eines Arztes?

cotedulit
Foto: Movienet

Für Ariane und Hugo steht das jedenfalls noch nicht an, dafür sind sie noch zu jung. Aber das Ehepaar in De l’autre côté du lit (meine Kritik) ist jedenfalls auch nicht mehr jung und nicht mehr so verliebt wie früher, woran auch die zwei Kinder mitschuldig sein könnten, und so gibt es dann allerhand Händel und Auseinandersetzungen. Und zwischen den von Sophie Marceau und Dany Boon gespielten Protagonisten ist das Alter nur insofern ein Thema, als es für weitere Spitzen im häuslichen Kampf herhalten kann. Aber Teenagerprobleme haben die beiden nicht mehr, sondern einigermaßen erwachsene – das Genre der Romantischen Komödie wird doch nicht etwa einen Reifungsprozeß erfahren?