Transformers 3 – Early Buzz & das Wesentliche in neun Minuten

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In Frankreich Paris hat am Donnerstagmorgen eine sehr frühe Pressevorführung von Transformers: Dark of the Moon stattgefunden (allerdings mit einer Sperrfrist versehen, die vor allem dadurch bizarr wird, daß vor ihrem Ablauf eine öffentliche Vorpremiere eben hier in der Stadt stattfindet), und zur großen Überraschung womöglich aller Beteiligten sind die wenigen durchdringenden Stimmen gedämpft positiv – trotz der über zweieinhalb Stunden gelingt es dem Film anscheinend, zumindest sein Zielpublikum oder deren etwas kritischere Vertreter_innen bei der Stange zu halten. Vor allem technisch – aber das verwundert wohl nicht – sei der Film erstklassig. Den Rest wird man sehen müssen bzw. die Kritiken abwarten, die ab Montag hervorströmen dürften.

Bis dahin kann man sich immerhin schon einmal über die wesentlichen Plotpoints des Films in diesem Clip informieren, der nur öffentlich verfügbare Clips und Trailer montiert, aber durch die Montage schon einen ziemlich guten Eindruck davon gibt, was in dem Film so vorgeht:

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Derrière les murs

Nach Eigenwerbung ist dieser Horrorfilm mit Laetitia Casta der erste französische (Genre)Film in 3D – aber die ersten kritischen Stimmen sprechen von einem eher eindimensionalen Erlebnis. Auch der Trailer kann diese Ahnung nicht zerstreuen, denn was sich dort dabietet, wirkt doch alles sehr nach dem üblichen Einerlei des Mystery-Horrors.

Auvergne, 1922. Suzanne, jeune romancière, décide de s’isoler à la campagne pour écrire son nouveau livre. Mais peu à peu des visions et des cauchemars font leur apparition tandis que de mystérieuses disparitions de petites filles sèment le trouble dans le village…

Eine junge Schriftstellerin fährt also aufs Land, um ihr Buch zu schreiben, hat dann aber Visionen und Alpträume, während kleine Mädchen im Dorf verschwinden… Doch, klingt vertraut, oder was meint Ihr?

Der Film startet Anfang Juli in Frankreich.

Drive Angry 3D (2011)

Dieser Film über einen nicht totzukriegenden Mann, der an einem Satanisten den brutalen Mord an seiner Tochter rächen und den an seinem Enkelkind verhindern will, ist im Grunde eine ehrlichere Hommage ans Exploitationkino als der in dieser Hinsicht wesentlich bemühtere Hobo With a Shotgun, der primär Versatzstücke des Trashkinos aneinanderfügt, die vorher auf besonders großen Skandalwert hin übersteigert wurden. Das Problem dabei ist, daß Jason Eiseners Hobo sich nie zu einem wirklich überzeugenden Ganzen fügen will; es gibt keine hinreichend krasse Motivation für den Protagonisten, das zu tun, was er tut. Alle sind irgendwie outrageously brutal und rücksichtslos, aber all das findet als reine Show statt, für die es keinen Impetus zu geben scheint.

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Das ist in Drive Angry anders: Hier sind Figuren wie Darstellung nicht weniger brutal, aber die Motivation für alle beteiligten ist klar ausgebreitet. Das sind nicht weniger typische Trashmomente, einer halbgaren Pseudomythologie entliehen, in der die Weltordnung mit Himmel und Hölle wirklich rein funktionales Showelement ist; aber es wird hier so positioniert, daß damit die Figuren in einer Geschichte mit klaren Gut- und Böse-Pfeilern zu allem bereit und willens sind.

Dazu die Ausstattung – das Auto, die Sonnenbrille, Cages Frisur – und die platten, Gedanken aber immerhin simulierenden Namen (John Milton, natürlich, und „The Accountant“), das hemmungslose Rumgeballer und Blutvergießen, dessen Inszenierung ganz dem größtmöglichen Effekt für die 3D-Kinos unterworfen ist. Alle naselang fliegen Gegenstände, Kugeln oder Körperteile in Richtung der Kamera – ehrlicher kann man Big-Budget-Exploitationskino eigentlich nicht machen. (Regisseur Patrick Lussier hatte das bei My Bloody Valentinemeine Kritik – schon erfolgreich erprobt, dort allerdings mit einem Drehbuch und generell Filmkonzept, daß d’r Sau graust.)

Natürlich fehlt dem Film die selbstironische Auseinandersetzung mit seinen Vorbildern, die etwa Machete zu seinem amüsanten Abenteuer macht. Aber gerade im Vergleich mit dem permanent auf das Augenzwinkern schielenden Versuch wie Hobo With a Shotgun überzeugt die ehrliche Schrottigkeit der Erzählung, der ungeschminkte Wink mit den Splattereffekten. Nicolas Cage kann hier natürlich erneut zeigen, daß es derzeit kaum eine bessere Besetzung als ihn für großkotzig gedachten Trash gibt, und William Fichtner wie Amber Heard lassen sich so richtig gerne in ihre Rollen hineinfallen. Jemand sollte Heard jedenfalls mal eine Actionhauptrolle geben.

Pina (2011)

Als Dokumentarfilm über die Tänzerin und Choreographin Pina Bausch eignet sich, das muß man als Warnung vor falschen Erwartungen vielleicht voranschicken, Wim Wenders neuer Film Pina überhaupt nicht. Da dem Film, der eigentlich mit Bausch zusammen gedreht werden sollte (und schon seit längerer Zeit in Planung war) nach ihrem plötzlichen Tod im Juni 2009 die Protagonistin abhanden gekommen war, hat Wenders stattdessen einen Film für Pina Bausch gemacht – weniger eine Dokumentation als eine Hommage, ein Film voll jener Bilder, für die man Pina Bausch – eine der herausragenden Gestalten des modernen Tanzes im 20. Jahrhundert – in Erinnerung behalten sollte.

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Bausch selbst taucht dabei zuweilen in Aufnahmen aus älteren Filmen auf, Bilder die im dreidimensional gedrehten neuen Filmmaterial fast schon museal wirken; körnige, verblasste, oft schwarzweiße Bilder, die aus der Klarheit und Schärfe von Wenders digitalen Bildern herausfallen und Pina Bausch eine historische Patina verleihen, die sie eigentlich noch nicht verdient hat: Die Frau ist ja noch nicht einmal zwei Jahre tot und hat bis zuletzt noch als Choreographin gearbeitet.

Man erfährt auch nicht viel darüber, was Bausch so besonders gemacht hat – es gibt keine Gespräche mit Weggefährten, keine einordnenden Bilder oder Kommentare. Auch die Art und Weise, wie sie mit den Tänzerinnen und Tänzern gearbeitet hat, bleibt weitgehend im Dunkeln. Zwar reminiszieren sie hier in schön gestalteten Szenen (sitzen schweigend vor der Kamera, während aus dem Off ihre Stimme eine Handvoll erinnernde Sätze verlauten läßt), aber das, was man daraus über Bausch erfährt, geht über oberflächliche Sentenzen kaum hinaus. „Ich muß Angst vor Dir haben!“ – mit solchen Glückskekskurzen Anstupsern allein soll ein derart bemerkenswertes choreographisches Oeuvre entstanden sein?

Aber der Film soll das ja gar nicht so genau erklären. All das ist weniger systematische Dokumentation als persönliche Reminiszenz: Deshalb dürfen die Tänzer_innen des Tanztheaters zurückblicken und für die Kamera persönliche Statements tanzen; deshalb gibt es vor allem großartige Aufnahmen aus mehreren Stücken von Bausch zu sehen. Und hier spielt der Film sein größtes Pfund aus: Ganz und gar in 3D gehalten, wirken diese Szenen unglaublich lebendig und nah – die dritte Dimension wird in der Tiefe des Bühnenraumes, in den ausgreifenden Bewegungen so wichtig für die Kunstwerke, die Bausch mit ihren Tänzer_innen geschaffen hat, daß man sich eigentlich Tanzfilm nicht mehr anders vorstellen kann.

Daß Wenders dann historische Aufnahmen, die Bausch als Tänzerin in ihren eigenen Produktionen zeigt, mit seinen neuen verbindet, ist dann wieder völlig stimmig und bindet die ansonsten oft unsichtbare, nur durch ihr Werk vertretene Protagonistin des Films wieder in die Tiefe des Raumes ein. Pina ist zwar nicht (woran ich freundlicherweise erinnert wurde) der bislang erste 3D-Film, in dem die Technik nicht nur Gadget, sondern ästhetisch bedeutsames Element ist (das stimmt auf jeden Fall auch für Coraline, womöglich auch für Resident Evil: Afterlife und wohl auch für Cave of Forgotten Dreams, den ich aber noch nicht kenne), aber doch ein herausragendes Beispiel dafür, was man, all meinen Unkereien zum Trotz, mit dieser Technik Hervorragendes anstellen kann.

Foto: Neue Road Movies/NFP

The Three Musketeers

Paul W.S. Anderson läßt seine Resident Evil-Muse und Ehefrau Milla Jovovich in seiner Neuverfilmung von Dumas‘ Les Trois Mousquetaires eine offenbar schlagkräftige Nebenrolle einnehmen, neben den drei Titelfiguren und ihrem Sidekick d’Artagnan; aber es spielen bekannte Menschen wie Mads Mikkelsen, Christoph Waltz, Orlando Bloom und Ray Stevenson auch noch mit. Der jüngst veröffentlichte Trailer ist flott und irgendwie nichtssagend, aber bestimmt cool; und natürlich bekommt der Film einen Start in 3D. Der internationale Filmstart ist für den Herbst vorgesehen.

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(via)