Action! Supercut

Ich weiß nicht, wie ich dieses Kleinod von Peter volle acht Monate übersehen konnte – das ist eine wunderbare Montage und Hommage ans Actionkino in all seiner Wuchtigkeit. Und mit vielen kräftig zulangenden Damen.

(Eine Liste der Filme gibt’s auf der vimeo-Seite des Videos.)

Green Lantern (2011)

Es sind schon die allerersten Momente von Green Lantern, in denen sich der Film – aber ich vertrete damit eine Einzelmeinung – von jener Haltung verabschiedet, mit der er in irgendeiner Form eine Nachbildung von Realität, und sei sie noch so fiktional aufgeladen und angereichert, behaupten würde. Oder könnte. Der einleitende Off-Kommentar des Films, der dessen galaktische Hintergrundgeschichte ausbreitet, ist schon derart sinnfrei, hirnfrei und spaßdabei, daß die Linie für die dann folgenden fast zwei Stunden vorgezeichnet scheint.

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Es folgen dann natürlich doch die üblichen immergleichen Szenen, die Superhelden in ihren Origingeschichten durchleben müssen: die Schwierigkeiten im Umgang mit den eigenen Kräften, die Selbstzweifel, der zu erfüllende Auftrag, das Übernehmen von Verantwortung etc. pp. ad infinitum. So weit, so fad, und bei Green Lantern noch dazu umgesetzt mit Plotlöchern, auf die mich meine freundliche Kinobegleitung direkt verwies, von galaktischen Ausmaßen.

Hal Jordan (Ryan Reynolds) ist Testpilot, einer, der mit Charme und gutem Aussehen die Frauen rumkriegt, sich aber an keine binden mag, und der nicht so ganz insgeheim eigentlich nur eine will: Carol Ferris (Blake Lively), die gleichzeitig auch noch Tochter seines Chefs und seine Mitpilotin ist. Ein Mitglied der intergalaktischen Polizeitruppe des „Green Lantern Corps“ notlandet schwer verletzt auf der Erde, und die, äh, grüne Energiekugel aus seinem Ring (demonstrativ am Mittelfinger getragen), äh, „wählt“ Jordan als neue Laterne aus. So ist das, und viel mehr Sinnstiftung findet im Film auch sonst nicht statt.

Der Ring ermöglicht es Jordan, Gegenstände nur durch die Kraft von Willensenergie (die aus unerfindlichen Gründen grün ist) zu erschaffen, außerdem kann er damit fliegen und sich eine schicke Uniform an den Körper zaubern. Vermutlich kann er damit auch unanständige Dinge tun, aber um Sex macht der Film einen großen Bogen; den will allenfalls der von böser Angstenergie (gelb) infizierte Hector Hammond (Peter Saarsgard), der natürlich ebenfalls in Carol verknallt ist, aber leider hässlich und übergewichtig. Es wird Zeit für einen Superhelden mit nicht-idealem Körperbau.

Oder wie wäre es mit einer Frau? Aber davon sind wir weit entfernt; dem Hollywoodkino fällt zu Frauen im Superheldenfilm vorerst immer noch nichts Interessantes ein. Auch Carol hat hier letztlich vor allem zwei Funktionen: als, erstens, hübsches Dekorelement und, zweitens, Stichwortgeberin für die (nur vage erkennbare) persönliche Entwicklung des Helden.

Das alles ändert aber doch nichts daran, dass Green Lantern ungemein unterhaltend ist, so lange man ihn nicht als ernsthaften und ernst gemeinten Beitrag zum Superheldengenre betrachten will, sondern als bereitwillige Kapitulation der Filmemacher_innen an das eh‘ Unvermeidliche: Das mit dieser Figur sowieso keine Komplexität und kein filmisches Meisterwerk zu machen ist und man sich deshalb gleich mit Elan daran begeben kann, Edeltrash zu produzieren, ernst gemeint, eigentlich, aber mit dem Willen, unfreiwillige Komik passieren zu lassen, wo es nur geht. Falls sie dann noch unfreiwillig ist.

Jedenfalls produziert Jordan mit seinem Ring vor allem Waffen und Verteidigungsmethoden, die hart an der kompletten Lächerlichkeit vorbeischrammen, die Dialoge und Handlungsstränge sind so oberflächlich wie unbedeutend; und natürlich gibt es eine Post-Credit-Scene, die auf eine mögliche Fortsetzung vorbereitet.

Für normale Kinogänger_innen ist das alles nix. Aber für uns, die wir schon allzu viele bierernste und furchtbare bis schlechte Superheldenfilme gesehen haben, ist solcher freiwilliger oder unfreiwilliger Unernst fast schon von erholsamer Leichtigkeit.

Foto: Warner Bros.

Haywire

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Das wurde ja auch mal wieder Zeit: Von The Rock aka Dwayne Johnson bis zu John Cena (The Marine/12 Rounds) gab es in letzter Zeit genug Männer, die aus dem Ring irgendeiner Kampfsportart auf die Leinwand gestiegen sind; Frauen machen diesen Schritt erheblich seltener, Cynthia Rothrock ist da die vielleicht sichtbarste Ausnahme. Nun macht auch Gina Carano diesen Schritt – nach kleineren Auftritten in eher vernachlässigenswerten Produktionen (und einem Videospiel).

Steven Soderbergh hat sie für die Hauptrolle in seinem neuen Actionfilm Haywire engagiert, wo sie eine durchaus wenig aufregende Rollenbeschreibung hat: Eine Black-Ops-Agentin, die fallengelassen wird und sich ihren Weg freischießen und -prügeln muß, um herauszubekommen, wer hier warum gegen sie intrigiert. Ob Soderbergh aus diesem 08/15-Stoff etwas Besonderes herauskitzeln kann, wird sich zeigen.

Begleitet wird sie in dem Film von lauter unterschiedlich großen (männlichen) Namen: Channing Tatum,  Michael Fassbender, Ewan McGregor, Michael Douglas, Antonio Banderas, Bill Paxton und Mathieu Kassovitz zum Beispiel, und der Trailer sieht jedenfalls nicht total furchtbar aus.

(via)

Mission Impossible – Ghost Protocol

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Der vierte Mission Impossible-Film hält sich jedenfalls nicht mit Kleinscheiß auf. Der Kreml wird gesprengt! Simon Pegg! Brad Bird!!! J.J. Abrams!!!

Und irgendwie könnte ich in dieser Konstellation vielleicht sogar Tom Cruise!!!! ertragen.

(via)

Colombiana – Poster

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Nach dem ersten Trailer hier nun auch ein Poster zu Colombiana mit Zoe Saldana, der im kommenden Herbst anlaufen wird, über eine junge Frau, die sich zur Killerin ausbilden läßt, um den Mord an ihren Eltern zu rächen.

(via)

Colombiana

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Nach Star Trek, Avatar und The Losers war es höchste Zeit, daß Zoe Saldana eine Actionhauptrolle bekommt, und hier kommt sie mit Nachdruck: Nach einem Buch von Luc Besson (der auch als Produzent verantwortlich ist) und Robert Mark Kamen hat Transporter 3-Regisseur Olivier Megaton mit Colombiana eine Geschichte verfilmt, die offenbar zwischen Nikita und The Professional angelegt wird: Von einer jungen Frau, die den Mord ihrer Eltern rächen will und sich deshalb zur Profikillerin ausbilden ließ. Der Trailer drückt das mit so viel Kraft auf den Schirm, daß man sich fragt, ob da für den Film noch Geheimnisse übrig bleiben.

(via)

Thor (2011)

Irgendwie kann ich die Begeisterung für die neue Marvel-Verfilmung Thor nicht ganz teilen. Gewiß, der Film ist ordentlich gemacht und hinreichend flott inszeniert, daß keine Langeweile aufkommt. Die Erzählstruktur ist etwas eigenwillig – mit einer langen, sehr actionreichen Exposition – und die nordische Mythologie, die die Grundlage für diesen eigentümlichen Superhelden ist, wurde recht einfallsreich integriert. (Inwieweit das mit der Hintergrundgeschichte der Comics übereinstimmt, vermag ich allerdings nicht zu sagen; vielleicht können meine belesenen Leser_innen dazu Genaueres beitragen?)

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Zugleich aber ist Thor in allem zu viel: zu viel Krach und Getöse, zu viel CGI, das zudem übertrieben und künstlich wirkt – die Kostüme von Odin, Thor und ihren Gefährt_innen sehen aus wie das Plastik, aus dem sie vermutlich gemacht sind. Die Handlung ist, nordische Götterwelt hin, Kenneth Branaghs Shakespeare-Andeutungen her, dünn und brüchig wie nordisches Knäckebrot, aber das ist natürlich bei Samstagabendpopcornunterhaltung in Form einer Comicverfilmung kein wirklich valider Kritikpunkt. Daß sie bis in Details vorhersehbar bleibt, womöglich schon eher, weil es den unbeschwerten, auch hirntoten Genuß empfindlich stören kann; aber vielleicht übertreibe ich. Die geschätzte Jenny jedenfalls weiß durchaus einige starke Argumente für den Film aufzuzählen.

Was mich dann aber doch empfindlich nervt, ist die nur an der Oberfläche nicht altbackene Geschlechterordnung, die der Film vor sich herträgt. Gewiß, es geht hier um einen männlichen Helden, der (das verlangt gewissermaßen schon die Vorlage) natürlich im Mittelpunkt stehen muß. Und immerhin kehrt Branagh die immer noch üblichen Blickrichtungen dahingehend um, daß er Thor-Darsteller Chris Hemsworth ganz dezidiert und explizit zum Schauobjekt macht (siehe das Bild ganz oben), das von den Protagonistinnen (gegeben von Natalie Portman und Kate Jennings) bewertet wird. Und damit eben auch: Bewundert. Aber das ist im Actionkino nichts Neues, das läßt sich, mit weniger Selbstironie, schon bei den frühen Schwarzenegger- und Stallone-Filmen finden.

Geschenkt, außerdem natürlich, Thor ist ja der Held. Und sieht in der Tat gut aus. Aber daß die ihrerseits ziemlich gutaussehende Astrophysikerin (Portman) sich ohne das geringste Nachdenken in diesen etwas tumben und sehr arroganten Schönling verliebt, ist dann doch etwas, hm, eigenartig. Als ob sie solche Typen nicht schon zuhauf in Highschool und College erlebt hätte (und womöglich abwehren mußte), von sich selbst überzeugte Muskelberge mit charmantem Lächeln.

So darf eine Frau in Thor zwar ein bißchen klug sein, aber es darf keine allzu große Rolle spielen, schließlich wird sie dann doch rasch Randfigur und Hinschmachtende. Und die durchaus präsente Kämpferin Sif (Jaimie Alexander) aus Asgard ist auch dort, das wird extra betont, eine Ausnahmeerscheinung, deren Sichtbarkeit allenfalls ihre Besonderheit betont. Und natürlich leistet sie hier auch als Kämpferin nichts wirklich Außergewöhnliches. Die ungeschriebene Regel der Filme mit Superheld_innen lautet ja: Du sollst keine Superheld_in neben mir haben.

Das wird für The Avengers noch zu einem ernsthaften Problem werden, der so viele Singulärfiguren irgendwie zu einem Ensemble verschmelzen soll. Ob Regisseur Joss Whedon es wohl richten können wird?

Fotos: Paramount

Und noch ein Clip aus ‚Hanna‘

Zum sehr sehenswerten Actionfilm Hanna (ausführliche Kritik folgt demnächst) mit Saoirse Ronan in der Hauptrolle gibt es jetzt einen neuen Clip zu sehen, in dem Cate Blanchett und Eric Bana die Hauptrollen spielen.

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(via)