Hamilton – I nationens intresse (2012)

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Das schwedische Kriminalkino (und -fernsehen) macht ja schon immer durch eine gewisse Härte auf sich aufmerksam, die in nicht unerheblichem Kontrast zur gefühlten Freundlichkeit des Landes und seiner Bewohner_innen steht. Folgt man den Storylines von Wallander & Co., ist das Land eine Brutstätte von Gewalt und Massenmord.

Kathrine Windfelds Agentenspektakel Agent Hamilton – Im Interesse der Nation ist da keine Ausnahme. In einer Texttafel zu Beginn wird der Umstand, dass Schwedens Geheimagenten kein Recht hätten, Menschen zu töten, durch die Regelung eingeschränkt, dass dies nicht gelte, wenn sie in nationalem Interesse handelten – Carl Hamilton (Mikael Persbrandt) bekommt auf diese Weise quasi seinen Doppelnull-Status verliehen, und gleich in den ersten Szenen sieht man ihn denn auch reichlich zur Sache gehen.

Aber Hamilton ist keine ganz tumbe Agentenactiongeschichte – denn neben einer Story über Waffenschieber und Terroristen und Profiteuren im eigenen Land (natürlich sind weder die schwedische Industrie noch die Regierung von Bösewichtern frei) dreht es sich im Film vor allem um Agenten, die eigentlich keine Lust mehr haben, ihren Job noch weiter zu machen: zu viel Mord, zu viel Last…

Dieses Thema wird leider etwas holzhammerartig mit einem sehr unangenehmen privaten Unfall eingeführt, der Hamilton „passiert“, und auch später wird es nicht unbedingt eleganter: Der Selbsthass des Agenten ist ein kontinuierlicher Mollton im Film, aber so richtig harmonisch will er sich nicht einfügen, wirkt immer aufgepfropft auf die actionreiche Story.

Als fröhliche Standardunterhaltung für Gewaltdarstellungen nicht abgeneigte Actionfreunde passt das trotzdem; Agent Hamilton mag nicht James Bond sein, aber besser als die schlechteren 007-Filme ist er allemal.

Foto: Ascot Elite