Die Frauen von Stepford (2004)

Eine Stadt in Conneticut, mit lauter vereinzelt stehenden, riesigen Häusern – und alle Frauen waren früher auf tollen Jobs, im Aufstieg oder an der Spitze der Karriereleiter. Und nun sind alle auf einmal glückliche Hausfrauen, die begeistert Kuchen backen? Da ist doch etwas faul. Es dauert ein wenig, bevor die ehemalige, frisch gefeuerte TV-Chefin Joanna Eberhart (Nicole Kidman) so richtig merkt, was los ist, da sind ihre Verbündeten im Geiste (gespielt von Bette Midler und Roger Bart) schon selbst brav eingenordet. In seinem Remake des Klassikers von 1975 hat Frank Oz versucht, Handlung und Figuren ins Jahr 2004 modernisiert zu transportieren. Dabei schießt er sowohl politisch übers Ziel hinaus, indem er in den ersten Minuten aus Joanna eine Frau macht, deren Fernsehshows pseudofeministischen Männerhass demonstrieren, als auch dramaturgisch: Aus dem profunden Körperhorror von Bryan Forbes’ Film wird eine schwarze Komödie, die nie recht zünden will und auf ein viel zu braves, versöhnliches Ende zusteuert, das nach Probescreenings durchgesetzt wurde und nicht so recht zum restlichen Film passen will. Schade, denn der Film ist mit Kidman, Midler, Matthew Broderick, Glenn Close und Christopher Walken eigentlich großartig besetzt. Aber das allein macht eben noch keinen guten Film.

Diese Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.

Rosa

Da ich vergangenes Jahr leider noch nicht zur Opening Night in Sitges war, habe ich dort den Rosa von Jesus Orellana (deviantART-Page) nicht sehen können – ein düsterer Animationskurzfilm über drei Androiden in einer postapokalyptischen Welt. Das erinnert natürlich heftig an 9, verfolgt aber einen ganz anderen Stil. Und auch wenn das Streifchen eher Stilübung als große Kunst ist, lohnt es doch einen Blick, den nun soll daraus ein abendfüllender Spielfilm werden.

(via)