Meine vagen Oscar-Prognosen 2010

NB: Ja, dieser Beitrag ist auch für ein Gewinnspiel geschrieben worden. Aber mehr Werbung mache ich dafür und für deren Betreiber nicht. Teilnahme für andere Blogs ist offen, ich bekomme – full disclosure – allein für die Veröffentlichung dieser Liste hier angeblich einen 15 Euro-Warengutschein.

Ob ich mich spätnachts am 7. März noch vor den Livestream werfen werde, weiß ich jetzt noch nicht, bis zum Schluß durchgehalten habe ich das Theater eh noch nie, aber am nächsten Morgen sind wir ja eh alle schlauer: Irgendwelche Filme werden in einer Woche Oscars gewinnen, und natürlich wird Avatar Preise einheimsen, allein schon weil wegen: Geld.

Aber hier werde ich einmal kurz vorschlagen, welche Filme meiner Meinung nach gewinnen könnten oder sollten, ohne daß ich das näher begründen könnte; Thorsten hat das für die Kategorie „Best Picture“ sehr ausführlich und lesenswert gemacht, und Roger Eberts Prognose werde ich in den Kategorien, die ich hier mal rate, in den meisten Fällen zustimmen.

Also los:

  • Bester Film: The Hurt Locker
  • Bester Hauptdarsteller: Jeff Bridges in Crazy Heart
  • Beste Hauptdarstellerin: Sandra Bullock in The Blind Side
  • Bester Nebendarsteller: Christoph Waltz in Inglourious Basterds („Oder der Himmel stürzt ein.“)
  • Beste Nebendarstellerin: Mo’Nique in Precious: Based on the Novel ‚Push‘ by Sapphire
  • Bester animierter Spielfilm: Up
  • Beste Regie: The Hurt Locker – Kathryn Bigelow
  • Bestes adaptiertes Drehbuch: Precious: Based on the Novel ‚Push‘ by Sapphire – Geoffrey Fletcher
  • Bestes Originaldrehbuch: Inglourious Basterds – Quentin Tarantino
  • Beste Kamera: Inglourious Basterds – Robert Richardson
  • Bester Dokumentarfilm: The Cove
  • Bester fremdsprachiger Film: Das weiße Band
  • Bester Tonschnitt: Avatar
  • Beste visuelle Effekte: Avatar

Und ab Ergebnisverkündigung dürft Ihr Euch dann hier in den Kommentaren ggf. über mich lustig machen.

Gérardmer 2010 – Tag 4: die Preisträger

gerardmer_logoDas Festival ist gestern abend zu Ende gegangen, ich habe mich schon am Nachmittag in einen Bus geschwungen, um heute morgen wieder vom Kind geweckt werden zu können. Den Schnee habe ich, scheint’s, mitgenommen, draußen ist gerade Landunterweiß.

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Vom Festivalgeschehen habe ich an diesem letzten Tag nicht mehr so viel mitbekommen; kurz vor meiner Abfahrt habe ich noch No-Do gesehen, einen spanischen Geistergruselfilm mit kirchenkritischen Obertönen und einigen Anklängen an Friedkins The Exorcist. Muß man aber, meiner bescheidenen Meinung nach, nicht unbedingt gesehen haben.

Vorher hatte ich die Gelegenheit, ein Interview mit Vincenzo Natali zu führen, der seinen Film Splice in Gérardmer außer Konkurrenz vorstellen konnte. Es wurde ein äußerst interessantes Gespräch über die Zukunft der Genetik, wie man Biohorror machen kann, ohne permanent David Cronenberg zu zitieren und die Frage, ob die Erwachsenen heute nicht erwachsen werden wollen.

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Am Abend wurden dann noch die Preise vergeben, nach und nach tröpfelten sie über Twitter ein, und da gab es dann doch gewisse Überraschungen. Daß Moon den Preis der Jury und den Kritiker-Preis gewann, war nicht mal besonders unerwartet. Der Publikumspreis ging allerdings nicht an den heißen Favoriten La Horde, sondern an den allerdings sehr sehenswerten Thriller 5150 rue des Ormes, und den Grand Prix des Festivals gewann der deutsche Beitrag Die Tür.

Hier die Auszeichnungen in der Übersicht:

  • Grand prix (Großer Preis):
    Die Tür von Anno Saul (Deutschland)
  • Prix du jury (Preis der Jury):
    Moon von Duncan Jones (Großbritannien)
  • Prix de la critique (Preis der Kritik):
    Moon von Duncan Jones (Großbritannien)
  • Mention spéciale du jury presse (Besondere Erwähnung der Pressejury):
    Amer von Hélène Cattet und Bruno Forzani (Belgien/Frankreich)
  • Prix du jury jeunes de la région lorraine (Preis der Jugendjury):
    Possessed von Lee Yong-Ju (Südkorea)
  • Prix du public (Publikumspreis):
    5150 rue des Ormes von Eric Tessier (Kanada)
  • Prix du jury sci fi (Preis der Syfy-Jury):
    La Horde von Yannick Dahan und Benjamin Rocher (Frankreich)
  • Grand prix du court métrage (Großer Preis für den besten Kurzfilm):
    La Morsure von Joyce A. Nashawati (Frankreich)
  • Prix du meilleur inédit vidéo (Preis für den besten Direct-to-Video-Film):
    From Within von Phedon Papamichael (USA)

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Vierzehn Fime habe ich in den letzten Tagen gesehen und viel zu wenig geschlafen. Jetzt werde ich ein paar unerledigte Dinge abarbeiten und mich dann den vielen noch ausstehenden Kritiken zuwenden.