wikio.de-Blogranking Film – Juni 2011

Wegen meiner Urlaubswoche bin ich diesmal etwas spät damit, aber wie im vergangenen Monat gibt es auch diesmal das aktuelle Blogranking von wikio.de zum Thema Film, diesmal nur die Top 10:

  1. Fünf Filmfreunde
  2. cinematze
  3. NEGATIV
  4. ONLY GOOD STUFF
  5. Filmfreek Blog
  6. Butt-Kicking Babes
  7. filmtogo
  8. HorrorBlog.org
  9. Equilibrium
  10. Captain Obvious

wikio.de-Blogranking Film – Mai 2011

Wie schon im vergangenen Monat kann ich auch diesmal schon vorab das Blogranking von wikio.de zum Thema Film vorstellen, und leider ist dieses Blog hier schon wieder ein wenig abgesackt, was aber wohl vor allem an viel gelesenen und verlinkten Aufsteigern liegt. :-)

Hier sind die Top 20:

  1. Fünf Filmfreunde
  2. cinematze
  3. NEGATIV
  4. ONLY GOOD STUFF
  5. Captain Obvious
  6. Butt-Kicking Babes
  7. HorrorBlog.org
  8. Kinofilme.com
  9. blog.peter-noster.de
  10. filmtogo
  11. filmherum
  12. filmtagebuch
  13. ChristiansFoyer
  14. FilmKinoTrailer.com
  15. Equilibrium
  16. filmabend.info
  17. Roderich
  18. Sennhausers Film Blog
  19. Nerdtalk
  20. Filmfreek Blog

RIP Cinematical… and thanks for all the fish!

Es läßt sich gar nicht so richtig in Worte fassen, was für ein seltsames Loch das de-facto-Ende von Cinematical für mich und für den massentauglichen amerikanischen Filmjournalismus bedeutet – Stephen Salto hat in seinem „Nachruf“ bei IFC nicht zu Unrecht vom Ende einer Ära gesprochen.

Cinematical begann Mitte der Nuller Jahre als unabhängiges, kleines Blog, das dann schließlich von AOL geschluckt wurde – aber offenbar konnte man in der Redaktion immer noch der vollständigen Übernahme unter das Moviefone-Dach Widerstand leisten. Erst mit der frischen Übernahme dieses ehemaligen Giganten durch die Huffington Post scheint das nicht mehr zu funktionieren.

Mittlerweile sind fast alle großen Namen ausgestiegen – zuletzt Editor-in-Chief Erik Davies -, die Empörung schien sich zuletzt an einer dreisten E-Mail zu entfachen, in der den Freelance-Autor_innen angekündigt wird, man werde die Arbeit jetzt ganz auf ein Team festangestellter Schreiberlinge konzentrieren. Natürlich stehe allen frei, sich auf solche Posten zu bewerben, und ansonsten seien sie herzlich eingeladen, auch für lau weiter mitzuarbeiten.

Dieser letzte Teil ist natürlich ein Affront gegen die Autor_innen – wenn auch das Ganze womöglich symptomatisch ist für die Probleme des Filmjournalismus überall: Geschriebenes möchte man schon, allein, das Geld ist knapp – oder jedenfalls niemand willens, wirkich vernünftige Beträge zu zahlen.

HuffPo rudert inzwischen zurück, ganz so sei das ja nicht gemeint gewesen; neue Texte der ehemaligen Autor_innen von Cinematical wird man sich jetzt jedenfalls an verschiedenen anderen Stellen zusammensuchen müssen. Schade, schön war’s.

wikio.de-Blogranking April 2011 zum Thema Film

Das neue Blogranking (April 2011) von wikio.de wird morgen offiziell online gehen, mir wurde freundlicherweise vorab schon die Liste für die Kategorie Filme zugespielt, so daß ich das Absacken dieses Blogs vom dritten auf den vierten Platz ausführlich beweinen kann. ;-) Hier ist das Ranking, hier sind die größtenteils völlig zurecht vielgelesenen und -verlinkten Blogs:

  1. Fünf Filmfreunde
  2. cinematze
  3. ONLY GOOD STUFF
  4. Butt-Kicking Babes
  5. Captain Obvious
  6. Mostly Movies
  7. HorrorBlog.org
  8. filmtogo
  9. filmtagebuch
  10. NEGATIV
  11. Kinofilme.com
  12. ChristiansFoyer
  13. FilmKinoTrailer.com
  14. DVDuell.de
  15. THE REEL GEEK
  16. Sennhausers Film Blog
  17. filmherum
  18. Equilibrium
  19. Roderich
  20. Affenheimtheater

Filmkritik aus „Zweiter Hand“?

Der ExBerliner, die nicht ganz so kleine englischsprachige Zeitschrift in und für Berlin, hat Ende Juni eine kurze Besprechung zu Christopher Nolans neuem Film Inception (meine Kritik) veröffentlicht – noch bevor auch nur die ersten Pressevorführungen in den USA begonnen hatten. Shane Danielsen von indiewire war das aufgefallen; bei einem zufälligen Treffen während einer Pressevorführung hat er die Autorin (und zuständige Redakteurin) Änne Troester (Homepage) getroffen und auf ihren Text angesprochen.

Nach Danielsens Darstellung (aufgeschrieben aus der Erinnerung) zeigte Troester bei dem Gespräch keine Reue und gar Unverständnis für seine Kritik daran, daß sie den Film besprochen hatte, ohne ihn vorher gesehen zu haben. Jenseits der gerade durch die Rezeption von Inception entstandenen Debatte über Filmkritik, Fanboys und Hypes sieht Danielsen darin Grundsätzliches aufscheinen – für ihn ist das symptomatisch, und er ist vor allem erzürnt, daß viele Freund_innen und Bekannte, die Filmkritiker_innen seien, in letzter Zeit ihre Jobs verloren hätten, während „hacks“ weiter Arbeit hätten.

Wer die Filmberichterstattung auch jenseits der Fachpresse und -blogs verfolgt, ist von seiner Fundamentalkritik gleichwohl nicht besonders überrascht. Viele Medien schaffen es gerade so mit Müh und Not, die Pressetexte der Verleiher als „Besprechungen“ oder „Filmtipps“ wiederzugeben – oft genug samt fehlerhafter Inhaltsangaben und ähnlichen Schwächen.

Man kann allerdings weder Troester noch dem Exberliner vorwerfen, dies systematisch und konsequent zu tun. Auch den Text, der Ende Juni im Heft erschien, hat sie sicher selbst verfaßt; und wenn man ihm etwas vorwerfen kann dann wohl am ehesten, daß er zu allgemein und vage ist, um als Filmkritik wirklich Aussagekraft zu besitzen. Er (online am 19. Juli erschienen) lautet, zu Dokumentationszwecken sei er hier kurz eingebunden, wie folgt:

There’s isn’t anything that Nolan has done that hasn’t been superb. Inception combines everything he’s revered for by film freaks: his fascination for how the mind works – its incredible potential and its fragility; his interest in illusion and surprising plot twists; his commitment to visual brilliance – although here he’s not as original as he can be – and the way he brings out pitch-perfect performances from an ensemble cast of first-rate actors at the top of their game.

Aber natürlich ist nichts so einfach, wie es erscheint. Ich habe die Chefredakteurin des ExBerliner, Nadja Vancauwenberghe, und Änne Troester (die Danielsen „Anne Troester“ nennt) um Stellungnahmen zu Danielsens Vorwürfen gebeten. Vancauwenberghe betonte vor allem, wie sehr sie Troesters Einschätzungen vertraue und ihre professionelle Arbeit schätze; darüber hinaus erschienen Texte über Filme im ExBerliner nur dann, wenn die Autor_innen ausreichende Kenntnisse über den Film hätten.

Änne Troester ging in ihrer ausführlichen E-Mail auch auf das Gespräch ein, das sie mit Danielsen geführt hatte, und das sie – obgleich es im Wesentlichen so verlaufen sei wie von ihm wiedergegeben – etwas anders in Erinnerung behalten habe. Er sei sehr aggressiv aufgetreten und habe ihr wenig Gelegenheit gegeben, auf seine Fragen auch zu antworten.

Zum einen war es weniger eine Unterhaltung sondern mehr ein Monolog von Herrn Danielsen, der ganz eindeutig kein Interesse daran hatte, sich über die Qualität von Filmkritiken auszutauschen. Zum anderen zitiert er mich an gleich mehreren Stellen falsch. […] Auch lässt er in seinem Blog die Schimpfwörter aus, mit denen er mich bedachte, und die mich auch dazu bewogen, die Unterhaltung abzubrechen.

(Dazu ist auch Kommentar Nummer 7 von „Jefferson“ zu Danielsens Blogeintrag nicht uninteressant.) Man versuche beim ExBerliner, möglichst alle Filme auch zu sehen, über die man schreibe.

Es kommt selten vor, dass es vor unserer Deadline keine Screener oder Pressevorführungen gibt. Dann greifen wir auf ein mittlerweile sehr umfangreiches Netzwerk an Quellen zurück, das uns zur Verfügung steht. […] Einen Film selbst sehen ist eine Sache, die ich sehr wichtig nehme – die andere ist, über Fachwissen, Hintergrund und Verbindungen zu verfügen, die mein Urteil lesenswert machen. […] Sollten wir einmal einen Film nicht gesehen haben und auch nicht über die entsprechenden Quellen verfügen, die uns ein Urteil erlauben könnten, fällen wir auch keins und machen das dann auch kenntlich. Die Tatsache, dass „Inception“ nur eine Kurzkritik bekam, entspricht dem Umfang meiner Kenntnisse über dem Film; ansonsten hätte ich ihm sicher in meiner langen Kritik gerechter werden können.

Ich finde die Formulierung am Schluß, daß die Länge des Textes „dem Umfang meiner Kenntnisse über dem Film“ entsprochen habe, hier besonders interessant; zum einen dementiert Troester nicht, daß sie Inception nicht gesehen hatte, bevor sie die Kritik schrieb. Zum anderen liegt darin meines Erachtens eine entscheidende Frage versteckt. Denn natürlich ist es gerade im Printjournalismus nicht immer möglich, Filme vor dem Redaktionsschluß zu sehen und zu bewerten. Troester und auch Vancauwenberghe haben daher auf Troesters Kontakte in der Filmindustrie verwiesen, die ihr eine Bewertung und Beschreibung des Films erlaubten.

Persönlich bin ich zwar der Meinung, daß es dennoch nötig gewesen wäre, in der Kritik (denn darum handelt es sich bei dem kurzen Text von Troester, der im Heft in der Tat noch mit drei Herzchen versehen ist und sich in seiner Gestaltung nicht von den anderen Kurzkritiken unterscheidet) kenntlich zu machen, daß die Autorin den Film nicht selbst gesehen hat. Aber läßt sich dieser Mangel in einem kurzen Text auch durch andere Kenntnisse kompensieren? Genügt also eine Kenntnis des Films aus „Zweiter Hand“, vom allerdings berufenen und kompetenten Hörensagen, um wenigstens eine solche kurze Bewertung abzugeben?

Mich interessiert diese Frage tatsächlich sehr, weil sie auf ein ethisches Problem an der Grenze zwischen journalistischem Anspruch und journalistischer Praxis verweist, das man im Onlinejournalismus mit seinen verringerten Verzögerungszeiten normalerweise nicht hat. Und Troesters Rechtfertigung scheint mir immer noch himmelweit von jener unkritischen oder käuflichen Filmkritik entfernt zu sein, die die Verlautbarungen der Verleihfirmen weiterverbreitet oder für Werbeschaltungen auch freundliche Besprechungen liefert.

Was meint Ihr dazu? Läßt sich eine kurze Filmkritik aus in dieser Form vermitteltem Fachwissen rechtfertigen? Falls Ihr selbst Filmkritiken publiziert, wie ist da die redaktionelle Praxis bei den Medien, für die Ihr arbeitet?

(Bleibt sachlich, bitte.)

Filmblogsuche und -aggregator

Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich nicht womöglich bei früherer Gelegenheit schon einmal auf die verschiedenen Aggregatoren und Suchmaschinen hingewiesen habe, mit denen sich eine Übersicht über filmbezogene Blogs und Online-Zeitschriften gewinnen läßt.

Besonders hat sich da Thomas Groh hervorgetan, der nicht nur die Movie-Blogs-Suppe ins Leben gerufen hat, sondern mit Googles Custom Search zudem eine movie blog search engine und eine movie magazine search engine erstellt hat und betreut.

Es gibt außerdem noch die Filmblogsuche vom Abspannsitzenbleiber, die einen ähnlichen Blogfundus durchsucht wie Thomas‘ Suche, aber einen größeren Schwerpunkt auf deutschsprachigen Blogs zu haben scheint.

Kennt Ihr noch weitere filmbezogene Suchdienste und Aggregatoren, die man sich ansehen sollte?