Texte zu Filmstarts (28. Juli 2011)

Vermutlich werden ab morgen ob geringer Kopienzahl nicht eben unendlich viele Menschen die Möglichkeit bekommen, sich den Film Confessions (Geständnisse) anzusehen – aber diese sollten die Gelegenheit beim Schopfe ergreifen, dieses visuell seine Narration vorantreibende Thrillerdrama anzusehen, das sich fröhlich allen Kategorien und Zuschreibungen entzieht, während es die Welt in Stücke reißt. Buchstäblich. Hier meine Besprechung bei kino-zeit.de.

Nur für einen bedeutend kleineren Teil der Menschheit wird Green Lantern von Interesse sein, das Ryan-Reynolds-Superheldenvehikel. Zwar werden ihn sich dennoch viel mehr Leute ansehen, aber an der Qualität des Films liegt das nicht. Eher bietet der Streifen gut gelaunten Edeltrash, aber dazu gehen die Meinungen weit auseinander: für manche ist das einfach nur teurer Schrott. Meine Haltung dazu gibt’s hier im Blog.

Cars 2 läuft ebenfalls morgen an, und eigentlich hat Maurice bei critic.de alles dazu gesagt, was ich auch anzumerken hätte. Außer vielleicht noch: Ich habe mich fulminant gelangweilt.

Bleibt schließlich noch Nichts zu verzollen zu erwähnen, eine vergnügliche französische Komödie über die Mühen der europäischen Einigung ebendort, wo sie am leichtesten erscheint: in der menschlichen Begegnung der Grenzanrainer. Mit Dany Boon (der auch Regie führt) und dem mir immer mehr ans Herz wachsenden Benoît Poelvoorde als einander spinnefeinde Grenzbeamte auf unterschiedlichen Seiten des franko-belgischen Niemandslandes. Meine ausführliche Besprechung gibt es bei filmstarts.de.

Foto: Rapid Eye Movies

Kurz verlinkt, 2. März 2011

Lesens- und Sehenswertes aus den vergangenen Tagen (16. Februar 2011 bis 2. März 2011):

Sitges 2010, Tag 1: die Filme

Am ersten Tag hat es mit Anreise und Orientierung „nur“ für drei Filme gereicht; irgendwann um halb vier muß der Mensch dann ja auch mal schlafen gehen.

Confessions

Tetsuya Nakashima, dessen Kamikaze Girls ich erst jüngst herzlich genossen habe (ein sehr amüsant überdrehter, inhaltlich etwas zu leicht geratener Film), hat hier ein intensives Rachedrama zusammengeschichtet, das vor allem durch seine formale Verfaßtheit ein aufregendes Seherlebnis ist. Die ausführliche Kritik gibt es bei kino-zeit.de.

Agnosia

Der hier in der Region angesiedelte (und wohl auch gedrehte) spanische Agnosia wurde gestern abend schon vor der Vorstellung mit viel Applaus bedacht. Eine im Grunde relativ schlichte Spionagestory wird hier in eine stets unterschwellig zwischen Esoterik und Steampunk schwankende Geschichte eingebunden und bekommt so mystische Schlagseite. Mehr dazu demnächst bei blairwitch.de.

The Legend of Beaver Dam (Kurzfilm)

Eine kleine dreckige Studie zum Pfadfinderdasein und Lagerfeuergruselgeschichten. Paßte gut zum dann folgenden Tucker & Dale vs. Evil, das Ende war aber schon nach wenigen Filmmomenten absehbar. Die Crowd war trotzdem gepleaset.

Tucker & Dale vs. Evil

Zu dieser reizenden Horrorkomödie ist schon viel Lob geschrieben, und ich schließe mich dem gerne in aller Kürze an: Der Film dreht das reichlich bekannte und oft verwurstete Backwoods-Szenario einmal komplett um und läßt eine Gruppe „College-Kids!“ (dies einer der im Film meistgeäußerten Ausdrücke, stets mit ziemlich genervtem Unterton), die zu viele schlechte Backwoods-Slasher gesehen habe, auf zwei ziemlich freundliche, nur oberflächlich wild aussehende Hillbillies stoßen, die Alan Tudyk und Tyler Labine mit großer Hingabe spielen. Als sie ein Mädchen der Gruppe vor dem Ertrinken retten, sehen die anderen darin einen Mordversuch – und bringen sich beim Versuch, Allison (Katrina Bowden) aus der Hütte von Tucker und Dale zu „befreien“ auf höchst dämliche und kreative Weise selbst um. Der Film zitiert dabei in Szenen wie in seinen ikonographischen Mustern ganz lässig das Horrorgenre rauf und runter und gerät dabei natürlich auch reichlich blutig; aber komisch ist das, sieht man von dem etwas mühsam zotig-witzigen Anfang ab, stets sehr und auf oft überraschend subtile Weise.

Foto: Sitges Film Festival