After Midnight (2019)

Irgendwann in der Mitte des Films laufen da zwei bärtige Amerikaner, beide in Jeans, Hemd aus der Hose, Baseballcap auf dem Kopf, durch von Dornengestrüpp gesäumtes hohes Gras: Der eine trägt eine Schrotflinte, der andere eine Axt. Beide suchen sie ein geheimnisvolles Monster, das sich jedoch nur nachts zeigt – und deshalb weiß man auch eigentlich nicht sicher, ob sich Hank das Viech nicht nur einbildet, das seine Haustür zerkratzt und immer verschwindet, sobald er es sehen könnte.

Durch eben dieses Gras sieht man in der ersten Szene des Films Abby auf die Kamera zugehen. Sie und Hank sind gerade frisch verliebt und irgendwie kann er sie tatsächlich überzeugen, mit ihm hier auf das Gras-und-Gestrüpp-Grundstück zu ziehen, in das langsam vor sich hin verfallende Haus seiner Familie. Da gibt es noch kein Monster; es taucht erst auf, als Abby, Jahre später, ohne nähere Erklärung für einige Wochen verschwindet, nur eine dürre Notiz und Liebeserklärung lässt sie am Küchenschrank zurück.

Liebesgeschichte und creature feature: After Midnight versucht, Drama und Horrorfilm miteinander zu verschränken, und natürlich kennen die Genres in der beschriebenen Gemengelage eine offensichtliche Erklärung: Das Monster ist ausschließlich in Hanks Kopf, steht für nicht ausgetragene Konflikte… falls es nicht doch Abby ist, die als Monstrum ihren Weg zurück nach Hause sucht?

Meine ausführliche Besprechung von After Midnight ist bei kino-zeit.de erschienen.