The Great Gatsby

Also ich weiß ja noch nicht. Gefühlt von meiner (zwanzig Jahre in der Vergangenheit liegenden) Leseerfahrung meilenweit entfernt. Aber das heißt ja noch nichts.

(via)

Drift

Wassersport ist ja nicht so meins. Aber es gibt ja sicher Menschen, die Erfüllung in Surffilmen finden, und dass dieser aus Australien kommt, passt ja nun auch vollkommen. Und Sam Worthington spielt mit.

Animal Kingdom

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2010 in Sundance mit dem „Grand Jury Prize: World Cinema Dramatic“ ausgezeichnetes Drama von bestürzender Dichte – eine Familie von Kriminellen zerlegt sich, nach gewissem Druck von außen, dann schließlich von innen heraus. Von mir frisch für kino-zeit.de besprochen.

La Proie

Trailer zum neuen Film von Eric Valette, startet kommende Woche in Frankreich.

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Synopsis:

Un braqueur s’évade de prison pour traquer son ancien codétenu, un tueur en série qui a entrepris de lui coller ses crimes sur le dos.Une policière de la Brigade des Fugitifs se lance à la poursuite du braqueur, devenu bien malgré lui l’ennemi public numéro 1.Quand chacun des protagonistes aura été au bout de lui-même, qui sera le chasseur, et qui sera la proie ?

FFF 2010: Harry Brown (2009)

Alle Beiträge zu Filmen, die auf dem Fantasy Filmfest (FFF) 2010 zu sehen sein werden, finden sich unter dem Schlagwort FFF2010

Schon allein der Name des Hauptdarstellers ist vermutlich für viele Leute Grund genug, sich diesen Film anzusehen, aber Michael Caine ist nicht nicht das einzig sehenswerte an Harry Brown. Harry (Caine) lebt in einer englischen Sozialsiedlung, mit der es langsam bergab geht. Nach dem Tod seiner Frau bleibt dem Rentner nur noch sein bester Freund Leonard (David Bradley), der sich von einer Jugendgang bedroht fühlt. Als Leonard getötet wird, verzweifelt der hochdekorierte Exsoldat und sinnt schließlich auf Rache.

Der Vergleich mit Gran Torino, den auch das Pressematerial des FFF bemüht, ist natürlich in der Tat nicht von der Hand zu weisen – nicht nur wegen der Ähnlichkeiten der Handlung, der möglicherweise bewußten Anspielung auf Clint Eastwoods „Dirty Harry“ im Namen der Hauptfigur und den Parallelen zwischen den Star Personas von Eastwood und Caine, die man konstruieren könnte.

Aber Harry Brown ist ein sehr eigenständiger Film, der sich vordergründig auch für so etwas wie Sozialrealismus und das wirkliche Leben in den fiesen Vorstädten interessiert – samt einer Ermittlung der Polizei, die von Vorgesetzten hintertrieben und abgebrochen wird. Auch diese, und das gehört zu den Stärken des Films, sind nicht böse und nicht einmal besonders arrogant oder ahnungslos – sie haben einfach eine andere Perspektive, aus der sie anderes übersehen als die Beamt_innen (Emily Mortimer, Charlie Creed-Miles) vor Ort.

Es sind solche Unwuchten im Getriebe der staatlichen Systeme, könnte man da meinen, die einen kleinen, betroffenen Rächer wie Harry geradezu zwingend hervorbringen müssen, womöglich gar erforderlich machen. Aber Harry Brown weigert sich beharrlich, daraus Heroismus oder auch nur: eine Lösung zu konstruieren. Viel mehr interessiert er sich für seine Hauptfigur – für Harrys Verzweiflung, seine rasch wiedergefundene Routine im Töten (die ihrerseits im Film nur en passant thematisierte politische und historische Bedeutungsebenen mitbringt) und das Schillern von Harrys Entscheidungen zwischen der Ausweglosigkeit und der Alternativlosigkeit von Gewalt.

In Harry Brown geht es nicht um wer oder was oder ob, das Wie ist entscheidend. Regisseur Daniel Barber paßt seinen Film dem Tempo der Hauptfigur an, alles geht geradezu gemählich, mit manchmal schleppendem Atem vorwärts (und ist doch keine Minute langweilig). Einzig die Entscheidung Harrys, doch wieder zu Gewalt zu greifen, obwohl er ihr vor langer Zeit abgeschworen hatte, scheint zu schnell zu fallen – ansonsten gelingt es Caine, seine Figur mit Zögern, Verzweiflung und Entschlossenheit zu füllen, bis hin zum blutigen Ende.

Foto: Fantasy Filmfest