Die Abenteuer des Robin Hood (1938)

Die Geschichte von Robin Hood muss man eigentlich nicht groß erzählen: Der verräterische Prinz John greift nach der Macht, als König Richard von den Kreuzzügen nicht zurückkehrt; gegen seine Gefolgsleute wie Guy of Gisbourne und den Sheriff von Nottingham stellt sich vor allem ein junger Landadeliger mit seinen Männern, die im Sherwood Forest ihr geheimes Lager aufgeschlagen haben.

In der Verfilmung von Michael Curtiz und William Keighley aus dem Jahr 1938 klappert aus heutiger Sicht die Handlung womöglich etwas brav, aber straff erzählt die Standardpunkte von Robin Hoods Karriere ab und verzichtet völlig darauf, Robins Vorgeschichte groß zu thematisieren.

Aber Errol Flynn strahlt durchgehend und fast kontinuierlich selbstbewusst in die Kamera, muss dafür aber die ganze Zeit in den gleichen (stets makellos sauberen) Strumpfhosen herumlaufen, während Olivia de Havillands Marian in jeder Sequenz ein neues, sensationell aussehendes (Technicolor sei Dank) Kleid trägt. Spätestens im so elegant inszenierten wie sensationell reduzierten Schwertkampf Robins gegen Gisbourne am Schluss des Films wird klar, wie elegant und aufregend der Film im Kontext seiner Zeit war und heute noch ist: Das Vorbild, an dem sich alle Robin-Hood-Filme seitdem messen und messen müssen.

Diese Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.