Kurz verlinkt, 16. Februar 2011

Lesens- und Sehenswertes aus den vergangenen Tagen (29. Januar 2011 bis 16. Februar 2011):

  • Loving the Bad – An Interview with Frankie Latina and Sasha Grey on Modus Operandi
    "Any director who shoots a grindhouse film without exquisite, triumphant, dangerous, and naked women is doing a disservice to the genre and should move into a different field."
    by Matthew Sorrento
  • The Best Sex in Contemporary Hollywood – Utopia, Ecstasy, and the (Classical) Musical Number in The 40-Year-Old Virgin
    by Kelli Marshall
  • Something That Festers – The Silence of the Lambs, The Texas Chainsaw Massacre, and the Visual Pleasures of Horror
    "We're drawn to and fascinated by horror because the genre reminds us that we have both outsides and insides, skin and guts, eyes and gray matter, ideas and appetites."
    by Jesse Stommel
  • The Cinematic Islands of Dr. Moreau – Beasts, Monsters, and Mad Scientists
    Why the doctor endures
    by Richard A. Voeltz
  • Interview mit Denis Villeneuve – Regisseur von 'Incendies'
  • Girls on Film: Redefining Date Movies – The dating world is a hideous business. We're taught that to woo, to romance, to love; the man must cover his beloved in all manner of monetary adoration and personal torment. He must buy overpriced roses, grandoise gifts and wallet-burning meals every Valentine's Day. He must take his beloved, or hope-to-be-beloved, to romantic comedies and five-tissue romances. On the flip side, the woman is expected to groom, to woo (though all bets are off when the fish is caught) and to offer up sexual spoils to show her appreciation (though not required). If she's super-swell, she might give the guy a day off now and then to partake in his burly deeds and see his manly friends, but ultimately, she just has to keep him marginally entertained … and rule him with an iron fist of feminity.
    And it all starts with the "date movie."
  • 15 movie sex and bedroom scenes that might just put you off sex and bedrooms – The movies have some valuable lessons to teach us about bedroom shenanigans. For here are 15 films that might just put you off sex altogether…
  • Heteronormativitätskritische Filmbildung – Plädoyer für queere Perspektiven in der Medienpädagogik – Medienpädagogische Filmbildung hat es bislang gänzlich versäumt queer-theoretische Ansätze in der Filmbildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen aufzugreifen. Darum schlage ich ein Konzept heteronormativitätskritischer Filmbildung vor, mit dem medienpädagogische Ansätze innerhalb der Filmbildungsarbeit für queer geöffnet werden, das sich insbesondere für subjektbezogene Konzepte von Filmbildung dringend empfiehlt. Heteronormativitätskritische Filmbildung stellt eine veränderte Möglichkeit der Herangehensweise an das Medium Film dar: Filmische Repräsentation wird als Ort der Reproduktion heteronormativer Strukturen fokussiert und gleichzeitig der Frage nachgegangen, inwiefern Interventionen in die symbolische Ordnung durch filmisch vermittelte Formen des Widerstandes aussehen können. (Feministisches Institut Hamburg / von Julia Bader)
  • Wieland Speck über Kinofestivals – Nachdem Wieland Speck in den siebziger Jahren für das Berliner TALI Kino verantwortlich war und als Darsteller unter anderem für Marlene Dietrich, Ulrike Ottinger und Robert van Ackereren vor der Kamera stand, wurde er im Jahr 1982 Assistent von Manfred Salzgeber bei der Berlinale. Gemeinsam mit ihm gründete er den schwulen Filmpreis TEDDY AWARD, der seit 1987 auf der Berlinale verliehen wird. Seit 1992 ist Wieland Speck Programmleiter der Sektion PANORAMA. Mit uns hat Speck darüber gesprochen, warum das Kino in Festivals zu Hause ist.

The Inglorious Bastards

Daniel Erk vom Hitlerblog auf taz.de hatte mich vergangene Woche bereits darum gebeten, doch etwas über den Trailer zu Inglourious Basterds zu schreiben, und diesem Wunsch bin ich nun gerne nachgekommen.

Dieser Umstand inspirierte mich, mir vielleicht doch einmal Quel maledetto treno blindato von Enzo G. Castellari anzusehen, der als The Inglorious Bastards zum Namenspatron für Tarantinos neuen Film wurde. Das ist, ich schrieb es drüben im Hitlerblog bereits, totaler Trash: Ein paar wegen diverser Vergehen zu bestrafender amerikanische Soldaten entkommen ihrem Gefangenentransport, wollen sich in die Schweiz durchschlagen und rutschen irgendwie in die Situation hinein, einen deutschen Sonderzug überfallen zu müssen, auf dem der Prototyp eines neuen Sprengkopfes für die V2 transportiert wird.

Der Film läßt sich aber bis etwa zur Mitte Zeit, um einfach nur wilde, planlose Kampfszenen – Schießereien und viele Explosionen – aneinander zu reihen, bevor es zu irgendetwas kommt, was Handlung heißt; dazwischen eine völlig unglaubwürdige Liebesgeschichte und eben nackte Frauen mit Maschinengewehren. Und ein guter Deutscher trägt den Namen Adolf.

Das gesprochene Deutsch ist in der englischen Synchronfassung gewohnt amüsant, und die Franzosen können auch nur bruchstückhaft Englisch („Do you speak English?“ – Franzose: „Yes! Son of a bitch! Fucking Bastard!“).

Wirklich interessant ist eigentlich nur die Schnitt- und Distributionsgeschichte des Films, in der es die fürs Exploitationmetier typischen unzähligen Fassungen unterschiedlicher Länge gibt – bis hin zu einer, die sich an Blaxploitation anlehnt und den einen schwarzen Hauptdarsteller zum Helden des Films macht, wie uns der englische Wikipedia-Eintrag zum Film verrät (falls man ihm Glauben schenken darf):

The American success of the blaxploitation genre led distributors to reedit this film and distribute it as G.I. Bro–in that version, scenes have been cut as to make Fred Williamson the lead character. The tagline on this version was „If you’re a kraut, he’ll take you out!“

Muß man das sehen? Nein, muß man nicht. Es sei denn natürlich, man ist Tarantino-Jünger und muß wirklich alles, alles gesehen haben, was der Meister so in seinem filmischen Universum mit sich herumträgt.