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28Jul/090

FFF 2009: Lascars [Round Da Way] (2009)

Dieser Text setzt eine Reihe zu Filmen fort, die auf dem Fantasy Filmfest 2009 zu sehen sein werden und hier in Frankreich dankenswerterweise schon zu sehen bzw. zu haben waren. Alle Beiträge zum FFF 2009 unter dem Tag FFF2009

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Lascars (man darf das aus dem Französischen anscheinend als "Schlauberger", aber auch als "Bursche, Kerl, Schurke" übersetzen), der auf dem Fantasy Filmfest unter dem englischen Verleihtitel Round Da Way zu sehen sein wird, basiert auf einer französischen Fernsehserie, die sich in zwei Mal dreißig Miniepisoden ironisch mit dem Leben junger Leute in der Pariser Banlieue auseinandersetzt.

Mein Wissen von dieser Serie ist, sagen wir, lückenhaft (Internet hilft), aber obgleich dieser Hintergrund das Geschehen auf der Leinwand sicher noch klarer macht, ist er keineswegs notwendig. Mir wiederum hat meine dann doch noch nicht ganz intime Kenntnis des Französischen manche Detail etwas verunklart. Aber auch das dürfte dem Filmgenuß nur unwesentlich abträglich gewesen sein, denn der Humor von Lascars neigt insgesamt doch zum Overstatement.

Was aber nicht heißt, daß er sich aus nur einer flachen Quelle spiese: neben Wortwitz steht reiner, hemmungsloser Slapstick, ergänzt durch Situationskomik en gros (nicht immer der feinsinnigsten Sorte) und nicht zuletzt Brüche und Sprünge in den Figuren - wie etwa beim Drogenboß, der über Webcam und Speeddating endlich einmal eine nette Frau kennenlernen will. Leider machen seine Tobsuchtsanfälle und insgesamt schlechten Manieren das etwas schwierig.

Musik spielt hier natürlich eine große Rolle, und der Soundtrack dürfte einen guten Querschnitt durch die Produktion aus den Banlieues bieten. Gut gefallen hat mir, wie der Film unterschiedliche Animationstechniken miteinander mischt, stärker und zu größerem Effekt als das in den Fernsehepisoden zu sehen ist. Die Figuren sind in konventionell flächiger Zeichentechnik zu sehen, die Hintergründe sind aber offenbar digital entstanden und öffnen den filmischen Raum, was schöne Effekte, Kamerafahrten und Überlagerungen ermöglicht. Ob einem der sehr an Graffiti-Kunst angelehnten, gerne überzeichnende Stil gefällt, ist womöglich Geschmacksfrage; mir ging er bei aller Gewöhnung nach einiger Zeit etwas auf die Nerven. Im wüsten Finale des Films, das alle Handlungsstränge, und das sind einige, in einem explosiven Moment vereint, fällt das auch nicht mehr so auf.

Foto: Fantasy Filmfest

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21Jul/090

FFF 2009: Sexykiller (2008)

Mit diesem Text beginne ich eine Reihe von kurzen Kritiken zu Filmen, die auf dem Fantasy Filmfest 2009 zu sehen sein werden und hier in Frankreich dankenswerterweise schon zu sehen bzw. zu haben waren. Alle Beiträge zum FFF 2009 unter dem Tag FFF2009

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Mag sein, daß, wie Bárbara sich echauffiert, das Serienkiller-Genre noch viel zu sehr Heimstatt patriarchaler Arbeitsteilung ist: Mordende Männer, kreischende (sterbende) Frauen. (Ja doch, es gibt Ausnahmen. Aber das ist ein anderes Thema.) Mit Verve und großer Ernsthaftigkeit macht sich die junge Frau jedenfalls daran, der Filmstatistik ein paar durch Frauenhand tote Männer (aber nicht nur die, soviel Gleichberechtigung muß sein) hinzuzufügen.

Sexykiller, morirás por ella (2008) ist dabei alles andere als eine ernste Angelegenheit. Ohne je zu einem echten Metafilm werden zu wollen, wird hier in Anspielungen (es fängt gleich mit Scream an) und Kritik das Slasher/Serienkiller-Subgenre geplündert und gelegentlich erweitert; und da der Großteil des Films von seiner Protagonistin (in Gestalt der sehr amüsanten Macarena Gómez) im Rückblick erzählt wird, macht man sich auch um die Mörderin wenig Sorgen. Daß es zwischendrin ein paar unmotivierte Sprünge in der Perspektive gibt, daß generell die Erzählung etwas wirre Hüpfer macht: Geschenkt.

Denn einerseits ist Sexykiller vor allem Spaßkino für die Horrorfreunde, andererseits liegt solche Sprunghaftigkeit auch in der Erzählerin, die äußerst impulsiv handelt und gerne auch glaubt, eine Kamera vor sich zu haben, in die sie dann mitten in einer Vorlesung hineinspricht. Andererseits hat sie aber nicht unrecht, oder?

Bárbaras größtes Ziel ist es, reich zu werden und einen Schönheitschirurgen zu heiraten. Aber gut im Bett sollte er schon auch sein, und was und wer dem nicht entspricht bzw. ihr im Wege steht, darf sich auf ein gut sortiertes, fein geschliffenes Waffenarsenal gefaßt machen. Wären nicht die Klingen und die à la Taxi Driver versteckten Pistolen, die hübsch hergerichtete junge Frau wäre dann doch das perfekte "Barbie Girl", wie es Aqua einst besangen - nicht nur im Trailer ist das Lied zu hören.

In der zweiten Filmhälfte wird Sexykiller dann etwas unversehens zur vollständigen Groteske, als ein anderes Horrorsubgenre mächtig in den Film einzieht und den Rest der Handlung in Bewegung versetzt. Da wird dann auch noch Peter Jackson Reverenz erwiesen, und ich saß so kopfschüttelnd da, daß ich mich allemal gut amüsierte.

Foto: Fantasy Filmfest