G.I. Joe: Retaliation

Da der Kinostart jetzt womöglich doch noch in absehbare Nähe rückt, gibt es nun auch einen neuen Trailer. Bumm! Peng! Klopp! Bruce Willis!

http://www.youtube.com/watch?v=QLR3HrV71yM

G.I. Joe – The Rise of Cobra (2009)

gijoe_scarlett

Die Geographie einer Stadt ist im actionlastigen Kino zwar oft eine implizit wichtige Größe, vor allem wenn es an die Verfolgungsjagden geht, hat aber zugleich ihre produktionstechnischen Tücken. Selten sieht es um die nächste Ecke genau so ansehnlich spannend aus wie auf jener Brücke, und so nimmt man eher Diskontiunitäten in Kauf als einen ranzigen Drehort nach dem anderen abzufilmen. Berlin-Kenner_innen werden das Problem aus Lola rennt kennen, der die Titelheldin innerhalb einer halben Stunde in großen Sprüngen durch ganz West- und Ostberlin schickt, oder auch aus Emil und die Detektive (2001) – da zuckelt etwa eine U-Bahn deutlich sichtbar in den Bahnhof Warschauer Straße ein (in dessen unmittelbarer Nachbarschaft ich einige Jahre gewohnt habe), nur um wenige Sekunden später die Fahrt in die gleiche Richtung fortzusetzen. Bei einem Kopfbahnhof ein eigentlich waghalsiges Unterfangen.

In der Mitte von G.I. Joe – The Rise of Cobra jagen die Protagonist_innen auf einer langen Verfolgungsjagd, an deren Ende die Zerstörung des Eiffelturms steht, quer durch Paris. Man kann einige dieser Szenen z.B. in diesem Video zusammengeschnitten sehen:

Ich kenne Paris inzwischen ein wenig, und da drängte sich mir in der Filmvorstellung gestern abend schon die Frage auf, ob die Prota- wie Antagonist_innen nicht vielleicht einmal kurz hätten anhalten und nach dem Weg fragen sollen. Während der Verfolgungsjagd werden diverse Sehenswürdigkeiten malerisch im Hintergrund gezeigt; von deren gezeigter erster (dem Arc de Triomphe) führt allerdings ein sehr direkter, sehr kurzer Weg zum Tour Eiffel.

Aber sei’s drum: Die geographischen Sprünge machen es leichter, ein bißchen Distanz zu der langen Szene zu bekommen, und das öffnet die Wahrnehmung dafür, wie durchaus gut inszeniert und technisch sauber die Jagd gemacht ist. (Ein bißchen mehr dazu erzählt Regisseur Stephen Sommers in einem kleinen Video, das ich bei den Filmschoolrejects gefunden und unten noch angehängt habe.)

Ansonsten gibt es in G.I. Joe nämlich auch einige halbgare Effekte zu sehen, die andauernden Rückblicke und Erinnerungssequenzen werden rasch nervig, und wie insgesamt der ganze Film ist vor allem die abschließende Actionsequenz, das große Finale viel, viel zu lang.

Spätestens da wird auch deutlich, daß der Film sich nicht so recht entscheiden kann, ob er eher James-Bond-Spektakel mit Gruppendynamik sein will oder doch lieber ein Familien- und Freundschaftsdrama in der Traditionslinie eines terrestrisch orientierten Star Wars.

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