Rise of the Planet of the Apes (2011)

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Ich habe gar nicht so schrecklich vieles beizutragen zu Rise of the Planet of the Apes, der hierzulande den Beititel „Prevolution“ bekommen hat, was immer das auch bedeuten mag (natürlich: da steckt das Prequel drin, die Revolution der Affen und ein bißchen auch die Evolution, geschenkt). Ich war in der Pressevorführung gesundheitlich nicht eben auf der Höhe meiner Wahrnehmungskräfte, und hätte vermutlich besser einfach daheim und im Bett bleiben sollen.

Das aber nicht unbedingt, weil der Film besonders schlecht gewesen wäre; für das Reboot-Prequel einer nicht mehr ganz frischen Science-Fiction-Filmreihe ist Rupert Wyatts erster richtiger Big-Budget-Film durchaus brauchbar, zumal er die richtige Mischung aus Action, Drama und Nerdstreichelung (durch im- und explizite Verweise aufs Original) trifft.

Es ist ein ganz schöner Zug, daß sich der Film fast die gleiche Zeit nimmt für die Motivationen seiner menschlichen Protagonisten wie für die psychische Konstitution von Caeser (dem Andy „Gollum“ Serkis seine Mimik leiht). Der Film betreibt die einigermaßen konsequente Vermenschlichung des Tieres, in dem der Schimpanse sich zunächst in geringem Maße durch seine tierischen Eigenheiten der Erziehung verweigert und schließlich durch seine Intelligenz (eine hier immer implizit vermenschlichende Eigenschaft) transzendiert.

Auch komplexe Kommunikation findet in Rise of the Planet of the Apes immer auf der Basis des Menschlichen statt, in einer Fortentwicklung vielleicht von „Project Nim“ – und das ist der letzte Hinweis, den man braucht, um die menschliche Hybris in der Konstruktion der Story zu entdecken, die doch eben diese Hybris (als Mißbrauch der Gentechnik, als technische Machbarkeitshybris) anzuprangern scheint: Daß nämlich unsere Intelligenz, unser Denken und unsere Kommunikation uns von den Tieren, von den Primaten absetzen. Daß all das auch tierischer denkbar wäre, kann sich der Film nicht vorstellen; und wieviel Tierisches in uns steckt, das unterschlägt er.

Letztlich ist der Film wirklich nicht so dumm, wie Daniel es für die Zeit aufgeschrieben hat; aber gelegentlich fehlt nicht viel. So wirkt es doch ein wenig verwunderlich, wenn im Gentechniklabor niemand merkt, daß eine der Schimpansinnen, an denen die Versuche gemacht werden, schwanger ist. Oder wenn die Freundin des Protagonistin, die offenbar Tierärztin ist, in fünf Jahren Beziehung nicht merkt, daß der Schimpanse ihres Freundes überdurchschnittlich intelligent ist – und das vielleicht etwas mit seiner früheren Arbeit in jenem Labor zu tun hat. (Daß Freida Pinto auf diese Weise wirklich nur zur hübsch aussehenden, aber sonst leeren weiblichen Nebenfigur degradiert wird, macht das keineswegs besser.)

Aber ob das wirklich schlechter ist als damals, als Charlton Heston am Strand der amerikanischen Ostküste die Wahrheit erkannte? Da spielt vielleicht viel nostalgische Verklärung mit.

Fotos: 20th Century Fox

Interview with Vincenzo Natali on ‚Splice‘

During this year’s Festival Internationnal du Film Fantastique de Gérardmer I had the opportunity to talk in some length with Vincenzo Natali, director of films such as Cube, Cypher, and most recently Splice (my different texts about that film are collected here, in German).

It was a very interesting conversation, ranging from nerd culture to posthumanist thoughts – Natali seems to think that genetic modification really is the next logical step in (human) evolution, and his film is as much a warning of its dangers as it is, actually, a celebration of its possibilities.

Before you listen to the interview, be well aware that it is uncut and unedited (you can read the edited and translated German version here at Telepolis) – it does contain some minor spoilers and at least one major one that gives away part of the ending.

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(Oh yeah, and sorry about the poor quality of the recording.)

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