Draculas Rückkehr (1968)

Draculas Rückkehr braucht, schließlich ist der Graf eigentlich von uns gegangen, eine etwas bemühte Exposition: Monsignore Müller kommt in das kleine Dorf in den Karpaten, das von dem Vampirgrafen heimgesucht und anschließend befreit worden war; obwohl der Dorfpriester (wie sich zeigt, aus gutem Grund) skeptisch und ängstlich ist, gehen beide zu Draculas Schloss, wo alsbald das Versprechen des Filmtitels erfüllt wird. Bald jagt dann Christopher Lee (zum dritten Mal für die Hammer-Studios in dieser Rolle) die schöne Nichte des Monsignore (Veronica Carlson), während ihr Möchtegern-Bräutigam Paul vom Monsignore in die Kunst der Vampirabwehr eingeweiht wird. Allerdings erweist sich sein Atheismus als Hindernis auf dem Weg zur ordentlichen Vampir-Entsorgung… Freddie Francis hat vor allem in den 1960ern bei so einigen Horrorfilmen Regie geführt, bevor er sich wieder auf reine Kameraarbeit konzentrierte und dann mit David Lynch Der Elefantenmensch und Der Wüstenplanet drehte, mit Martin Scorsese auch Kap der Angst. Sein Talent für die gekonnte Inszenierung blitzt hier immer wieder auf, auch wenn die Handlung zuweilen etwas ziellos mäandert. Dafür sind die Studiokulissen so prächtig, dass die Außenaufnahmen in Feld, Wiese und vor allem Wald fast wie irreale Fremdkörper wirken.

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.
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Dracula (1958)

Neben F.W. Murnaus Nosferatu und der klassischen Universal-Verfilmung von 1931 mit Bela Lugosi ist Terence Fishers Dracula die womöglich maßgebliche Verfilmung des gleichnamigen Romans von Bram Stoker. Mit Frankensteins Fluch hatte Fisher 1957 die Erfolgsgeschichte der klassischen Horrorfiguren für die Produktionsfirma Hammer eingeleitet, ein Jahr später blieb seine Vampir-Verfilmung recht nah an der literarischen Vorlage – bei den sechs weiteren Dracula-Filmen, ebenso mit Christopher Lee in der Titelrolle, nahm man sich dann größere Freiheiten. Anders als im Buch ist Jonathan Harker von Anfang auf Reisen, um den Grafen unschädlich zu machen; er kann aber nicht verhindern, dass Blut und Verderben seine Heimatstadt heimsuchen, die von London an einen unbestimmten Ort auf dem europäischen Festland verlegt wurde. In diesem Dracula wird die immer schon implizite Verbindung zwischen Vampirismus und Sexualität überdeutlich inszeniert, ohne dass es je ins explizit Erotische wechselt; aber das braucht es auch nicht. Fishers Inszenierung, die reichlich ausgestatteten Studiosets und die Ernsthaftigkeit der Schauspieler (mit Peter Cushing als großartigem Van Helsing) lassen den Film auch ohne große Effekte wirken, das sehr rote Blut brennt sich in die Netzhaut: Was für ein filmischer Hochgenuss!

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.
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Kurz verlinkt, 16. Dezember 2010

Lesens- und Sehenswertes aus den vergangenen Tagen (25. November 2010 bis 16. Dezember 2010):

Kurz verlinkt, 25. November 2010

Lesens- und Sehenswertes aus den vergangenen Tagen (19. November 2010 bis 25. November 2010):